Archiv für William Somerset Maugham

Der Magier

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Januar 2011 by lady8jane
Der Magier von William Somerset Maugham

Der Magier von William Somerset Maugham

Paris 1900. Die Welthauptstadt Paris schwelgt im Fin de siècle. Lebemänner, Abenteurer, Kurtisanen, Spiritisten und Anarchisten treiben ihr dekadentes Wesen in der Stadt. Die seltsamste unter diesen bunten Gestalten ist Oliver Haddo, ein zwielichtiger Magier. Düster erscheint er und vermag doch alle Frauen zu faszinieren. In einem Restaurant begegnet er der schönen Margaret Dauncey und ihrem Verlobten, dem Arzt Arthur Burdin. Sogleich beginnt sich Margaret in den geheimnisvollen Fremden zu verlieben. Ihr Verlobter aber gibt nicht auf und versucht Margaret zurückzugewinnen. Er beginnt ein Kampf zwischen der Kunst und dem praktischen Leben, es geht um Treue und Verrat, also um Literatur.

W. Somerset Maugham bezeichnete gern den großen Verführer und Okkultisten Aleister Crowley als Vorbild für Oliver Haddo. Allerdings man in ihm auch Züge eines anderen Helden der vorletzten Jahrhundertwende erkennen: „Der Magier“ ist eine versteckte Huldigung an Oscar Wilde und dessen „Bildnis des Dorian Gray“. Wie der Dichter der „Salome“ feiert Maugham insgeheim die „Liebe, die sich nicht bekennen darf“ und für die Wilde ins Gefängnis gesperrt wurde.

Wieder ein Autor, den ich ohne die SZ-Bibliothek nicht kennengelernt hätte und dessen Werk mir ausgezeichnet gefällt. „Der Magier“ ist, so verrät uns der Untertitel, „ein parapsychologischer Roman“. William Somerset Maugham hat sich für dieses Buch ausführlich mit okkulten Themen beschäftigt und das merkt man auch. Er schafft es daher, ganz im Gegensatz zu vielen Schriftstellern heutzutage, im Sinne der alchemistischen Traditionen zu schreiben und viele alte Werke richtig zu zitieren.

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