Archiv für Tschechische Republik

Ich habe den englischen König bedient

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp with tags , on 21. Januar 2013 by lady8jane
Ich habe den englischen König bedient von Bohumil Hrabal

Ich habe den englischen König bedient von Bohumil Hrabal

„Ich habe den englischen König bedient“ ist ein herrlich deftiger, bösartiger und so witzig wie melancholischer Schelmenroman. Der Ich-Erzähler beginnt ganz klein als Pikkolo in einem Hotel, steigt auf, wechselt die Hotels, eifert dem großen Hoteliers und Oberkellnern nach (von denen einer angeblich den englischen König bedient hat), bedient schließlich selbst den abessinischen Kaiser, verliebt sich während der Besatzungszeit in eine Deutsche, heiratet mit Ariernachweis, zeugt ein schwachsinniges Kind (und das in einem Lebensbornheim), steigt schließlich selbst zum Millionär und Hotelbesitzer auf, verliert alles und lebt schließlich zufrieden in der Einöde.

Die wunderbar naive und dabei gleichzeitig so weise Weltsicht des Protagonisten ist es, was „Ich habe den englischen König bedient“ zu einem wirklich lesenswerten Werk machen. Er stolpert durch sein Leben, getrieben von primitiven Instinkten, dem Wunsch nach Geld und Frauen, dem Bestreben von den Reichen und Mächtigen anerkannt zu werden. Bis er irgendwann an den Punkt kommt, an dem ihm das alles unwichtig wird. Schon vorher durchzieht immer wieder eine feine Melancholie das Werk, zum Beispiel wenn unser Kellner die deutschen Offiziere und ihre Frauen beobachtet, die sich zum letzten Mal sehen, bevor die Männer an die Front müssen. Am Ende des Buches herrschen aber durchweg die ernsteren Töne vor, gleichzeitig ist alles von einer heiteren Gelassenheit umwoben.

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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. April 2008 by lady8jane
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins von Milan Kundera

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins von Milan Kundera

„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera ist genau eines dieser Bücher, die ich aus eigenem Antrieb niemals gelesen hätte. Der Klappentext verrät uns:

Prag zur Zeit des Kalten Kriegs. In einem Restaurant begegnen sich der erfolgreiche Chirurg Tomas und die Serviererin Teresa. Zwischen den beiden entwickelt sich eine innige, wilde Liebe, die aber immer wieder unter Tomas‘ unzähligen Affären mit anderen Frauen leidet. Teresa, der eine Unterscheidung von Sexualität und Liebe fremd ist, trifft seine Untreue tief ins Herz. Dennoch heiraten sie und ziehen nach der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings in die Schweiz. Doch dort lebt bereits die Malerin Sabrina, ebenfalls eine tschechische Emigrantin und eine der Geliebten von Tomas. Schließlich hält es Teresa nicht mehr aus: Sie will zurück in die Tschechoslowakei. Tomas sieht sich vor die Wahl gestellt, entweder die politische Freiheit in der Schweiz zu genießen und dort seine Karriere als Arzt voranzutreiben oder Teresa und damit seiner Liebe zu folgen …

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