Archiv für Thomas Bernhard

Der Untergeher

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. August 2008 by lady8jane
Der Untergeher von Thomas Bernhard

Der Untergeher von Thomas Bernhard

Drei Pianisten, eine Leidenschaft. Alle wollen sie „nur das Höchste“ als wahre Kunst gelten lassen, alle stellen sie größte Ansprüche an sich selbst. Doch nur einem ist der Durchbruch vergönnt. Als der Pianist Wertheim den hinter geschlossenen Türen probenden Rivalen Glenn Gould hört, ist er als Künstler „tödlich“ getroffen, weiß er doch, daß er dessen Genialität nie wird erreichen können. Doch auch der Erzähler kapituliert, verschenkt seinen Steinway-Flügel und entschließt sich, „Weltanschauungskünstler“ zu werden. Beide, der Erzähler wie sein Gegenspieler Wertheim, sind sich einig, daß Goulds Genialität einzigartig ist. Der perfektioniert sein Spiel Tag für Tag, doch zieht er sich dabei immer weiter in die Einsamkeit zurück, bis er mit 51 Jahren – so der Erzähler – plötzlich „tot umfällt am Klavier“. Der Tod des Pianisten läßt die beiden Rivalen von einst nicht unberührt. Es kommt zu drastischen Reaktionen, nach denen nichts mehr so ist, wie es vorher war.

Bernhards Roman vom Klavierspieler Glenn Gould ist ein faszinierendes literarisches Spiel, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen. Es ist eine virtuos erzählte Geschichte vom Virtuosen, der sich immer tiefer in die Einsamkeit spielt.

Das spannendste an „Der Untergeher“ von Thomas Bernhard ist leider auch schon der Klappentext. In diesem Buch passiert nichts, absolut nichts außer daß der Erzähler in eine schmuddelige Pension eincheckt, zu Abend ißt und zum Hause Wertheims läuft. Nichts dagegen zu sagen eigentlich, es gibt viele gute Romane, die pure Introspektive sind. „Der Untergeher“ aber quält durch seine furchtbare Erzählweise.

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