Archiv für Spanien

Bora Bora

Posted in Alexandria with tags , on 7. Juli 2013 by lady8jane
Bora Bora von Alberto Vázquez-Figueroa

Bora Bora von Alberto Vázquez-Figueroa

Tapú Tetanúi, ein junger Bewohner der Südseeinsel Bora Bora, steht kurz vor seiner Aufnahme in die Gemeinschaft der Männer, als seine Heimat von Kannibalen überfallen wird. Die Angreifer töten den König von Bora Bora und entführen seine Tochter und Thronerbin Anuanúa. Da bauen die Insulaner einen großen Katamaran, dessen Besatzung Anuanúa zurückholen soll. Die Expedition, der auch Tapú angehört, ist eine Fahrt ins Ungewisse, Abenteuerliche, Gefahrvolle …

„Bora Bora“ ist ein schnell zu lesender Abenteuerroman, der seinen Leser tief in die exotische Welt der Südsee hineinzieht. Alberto Vázquez-Figueroa schafft es wirklich gut, den Blickpunkt der Südseebewohner einzunehmen, die noch nie mit der westlichen Zivilisation in Berührung gekommen sind. Das heißt, einmal kommt die Männer und Frauen des großen Katamarans, der Marara, doch mit Weißen in Kontakt, mit Schiffbrüchigen … und wundern sich, wie unsauber diese seltsamen Menschen doch sind.

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Gefährliche Riten

Posted in Alexandria with tags , on 21. April 2013 by lady8jane
Gefährliche Riten von Alicia Giménez-Bartlett

Gefährliche Riten von Alicia Giménez-Bartlett

Petra Delicado – Anwältin, frische geschieden – fristet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Polizeiarchiv ein eher unspektakuläres Dasein. Doch plötzlich wendet sich das Blatt, und schneller, als ihr lieb ist, leitet sie die Ermittlungen in einem spektakulärem Fall: Ein Vergewaltiger treibt in den Straßen Barcelonas sein Unwesen. Sein Kennzeichen: ein mysteriöses Mal in Form einer Blume, das er bei allen Opfern hinterläßt. Ein komplizierter Fall und ein nicht minder komplizierter Kollege fordern die Inspectora heraus. Denn Subinspector Fermín Garzón ist nicht nur neu in Barcelona – für den Dickschädel aus der Provinz sind auch die ganz eigenen Methoden seiner forschen Chefin neu.

Krimis sind nicht so mein Ding (wenn man mal von Agatha Christies Werken absieht), spanische Autoren dagegen sehr, insofern war ich ziemlich gespannt, ob mir „Gefährliche Riten“ gefallen würde. Um es kurz zu machen: Nein, es gefällt mir nicht.

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Gefrorene Pfirsiche

Posted in Alexandria with tags , on 7. Dezember 2010 by lady8jane
Gefrorene Pfirsiche von Espido Freire

Gefrorene Pfirsiche von Espido Freire

Steckt ein altes Familiengeheimnis hinter den anonymen Drohungen, die der Malerin Elsa ins Haus flattern? Die junge Frau flieht zum Großvater – und stößt an allen Ecken und Enden auf Hinweise auf ihre gleichnamige, als junges Mädchen spurlos verschwundene Tante. Ein verwobenes Rätsel um Identität und Vergangenheit entspinnt sich, in dessen Zentrum ein Rezept für gefrorene Pfirsiche zu stehen scheint, das der Großvater vor langer Zeit mit nach Hause gebracht hat. Was ist damals nur geschehen?

Wie um alles in der Welt kann man zu einem solch großartigen Buch wie „Gefrorene Pfirsiche“ einen so bescheuerten Klappentext schreiben? Hat man da im Verlag das Buch nicht verstanden und versucht es deshalb als eine Art Thriller oder Krimi zu vermarkten, weil irgendwie ja schon Leute darin gewaltsam zu Tode kommen?

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Die Klagen von Henan

Posted in Alexandria with tags , on 7. Dezember 2009 by lady8jane
Die Klagen von Henan von Antonio Gómez Rufo

Die Klagen von Henan von Antonio Gómez Rufo

Wong Feng, Ackerbauer in der chinesischen Provinz Henan, hat nur einen Wunsch: einen Sohn. Die Geburtenregelung verbietet dem einfachen Mann jedoch ein drittes Kind. Zum ersten Mal in seinem Leben versucht Feng, sich des korrupten Staatsapparates zu bedienen. Ein ungeheurer Roman über den langsamen stetigen Fall des Herrn Feng, der dabei war, ein Mensch zu werden.

Ein spanischer Autor, der sich darin versucht aus der Sicht eines einfachen chinesischen Bauern zu erzählen? Ich war ein wenig kritisch, ob „Die Klagen von Henan“ auch nur ansatzweise gut sein kann. Und ich wurde angenehm überrascht: Das Buch ist klasse!

Antonio Gómez Rufo gelingt es mit erstaunlicher Empathie, tief in die Gedankenwelt seiner Charaktere einzutauchen. Wong Feng und seine Familie, sein Freund Sun Xao und die übrigen Bewohner des Dorfes sind so lebendig dargestellt, daß man oft meint, sie bildlich vor Augen zu haben. Außerdem sind seine Beschreibungen der landschaft ungeheuer poetisch. Ein wirklich wunderbar geschriebener Roman.

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Was für ein schöner Sonntag!

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. August 2009 by lady8jane
Was für ein schöner Sonntag! von Jorge Semprún

Was für ein schöner Sonntag! von Jorge Semprún

Ein Wintersonntag im Konzentrationslager Buchenwald, wenige Monate vor Kriegsende. Der Häftling mit der Nummer 44904 (S) steht in Gedanken versunken vor einer großen Buche. Wie kurz ist doch der Weg von diesem Ort des Schreckens zum Weimar Goethes, wie nah liegt der Ort der nationalsozialistischen Barbarei an der Wirkungsstätte der größten deutschen Dichter und Denker! Irgendwo hier, ganz in der Nähe, muß Goethe sein berührendes Gedicht „Wanderers Nachtlied“ geschrieben haben, unter Bäumen wie diesem muß er mit seinem Vertrauten Eckermann spazieren gegangen sein… So träumt sich der junge, belesene Häftling fort vom Ort des Grauens, bis ein SS-Mann ihn unsanft wieder in die grauenvolle Realität zurückstößt.

Der Roman „Was für ein schöner Sonntag!“ (1980) ist eine eindringliche Autobiographie Jorge Semprúns, die keinen unberührt läßt. In ihr beschreibt der spanische Schriftsteller den Alltag im Konzentrationslager, die Spannungen zwischen den Häftlingen, die Furcht vor der SS und die Versuche, trotz allem die persönliche Würde zu bewahren. Dabei weitet sich der Bericht zu einer umfassenden Lebensgeschichte des Autors aus, in der sich die Erinnerungen an die Kriegszeit mit denen an das Studium in Paris, an die Zeit als Widerstandskämpfer und an die heimlichen Reisen in den Ostblock nach Kriegsende zu einem faszinierenden Kaleidoskop politischem Lebens im zwanzigsten Jahrhundert zusammensetzen.

Jorge Semprúns Erinnerungen, sein autobiographischer Roman „Was für ein schöner Sonntag!“ ist weit mehr als ein Buch über das KZ. Semprún schreibt über sein Leben, von seinen politischen Anfängen im spanischen Bürgerkrieg, seiner Arbeit im französischen Widerstand, seine Inhaftierung in Buchenwald, seiner Arbeit (illegal und im Untergrund) für die spanische kommunistische Partei und schließlich seiner Abkehr vom Kommunismus. Gleichzeitig ist „Was für ein schöner Sonntag!“ ein Buch, das ganz und gar von den Erlebnissen im KZ durchdrungen ist (auch wenn der Autor selbst das vehement leugnet).

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Siesta mit Blanca

Posted in Alexandria with tags , on 7. August 2009 by lady8jane
Siesta mit Blanca von Antonio Muñoz Molina

Siesta mit Blanca von Antonio Muñoz Molina

Mario, geradlinig, einfach, Beamter in der andalusischen Stadt Jaén, vergöttert Blanca, den schwankenden Schmetterling, Tochter aus gutem Hause, künstlerisch begabt und intelligent. Für den Einzelgänger und die Femme fatale scheint die Ehe ein Fluchtpunkt, eine eigenwillige Idylle aus zerbrechlichen Gefühlen und unergründlicher Leidenschaft. Doch Lluis, Künstler mit Ambition und männlicher Ausstrahlung, bringt die feine Balance in Gefahr. Blanca hilft ihm bei der Vorbereitung einer Ausstellung, und Mario ahnt Verrat. Als er eines Tages zu spät zur Siesta nach Hause kommt, ist Blanca verschwunden. Und so füllt Mario die Leere in Haus und Herz, indem er sich Blanca neu erfindet – ein feines Gedankenspiel zwischen Schmerz, Sehnsucht und Hoffnung, das die Vermißte näher bringt, als sie ihm jemals war …

Der Klappentext zu „Siesta mit Blanca“ erfaßt wieder einmal nur rudimentär das Buch, so daß ich mich echt fragen muß, ob der Schreiberling, der ihn verbrochen hat, das Buch überhaupt gelesen hat oder nur eine Rezension davon. Denn sicher, man kann den Roman auf diese Art und Weise interpretieren. Man muß aber nicht.

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Der Club Dumas

Posted in Alexandria with tags , on 21. Mai 2007 by lady8jane
Der Club Dumas von Arturo Pérez-Reverte

Der Club Dumas von Arturo Pérez-Reverte

Was für ein tolles Buch! Ein Buch über Bücher, Bücherliebhaber und Büchermacher, mit vielen Bezügen zu wieder anderen Büchern, mit Zitaten und Querverweisen … das mußte mir ja einfach gefallen! Und darum geht es:

Wer Bücher liebt, lebt gefährlich: Diese Erfahrung muß jetzt jedenfalls Lucas Corso machen, der im Auftrag von Antiquaren, Buchhändlern und Sammlern nach prachtvollen Erstausgaben, skurrilen Sonderauflagen und wertvollen Wiegendrucken sucht. Zwei bibliophile Kostbarkeiten werden dem Bücherjäger zum Verhängnis: ein kostbarer okkulter Band, dessen Drucker vor Jahrhunderten auf dem Scheiterhaufen endete, und das Kapitel eines Originalmanuskripts von Alexandre Dumas. Sind beide wirklich echt? Manche Bücherschätze entzünden offensichtlich Leidenschaften, die geradewegs in den Wahnsinn führen …

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