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Der Feigenkaktus

Der Feigenkaktus von Sahar Khalifa
Der Feigenkaktus von Sahar Khalifa

Nach jahrelangem Aufenthalt in den Ölstaaten kehrt Usama, ein junger Palästinenser, in seine Heimat zurück. Schon beim Grenzübertritt wird ihm schmerzlich bewußt: dies ist nicht mehr das Land, das er sich in seinen Kindheitserinnerungen und Träumen ausgemalt hat.

Bald empfindet er eine tiefe Entfremdung zu den Menschen, mit denen er nun in Nablus zusammenlebt. Die Mutter vertraut in traditionellem Glauben auf Allah und will von Widerstand nichts wissen. Sein Vetter verkauft seine Arbeitskraft den Israelis, ermöglicht aber dadurch seiner Familie das Ausharren in der Heimat. Sein Onkel, einer der lokalen Notabeln, beherrscht die Familie als patriarchalischer Familienfürst und hält gleichzeitig vor ausländischen Journalisten flammende Pressekonferenzen ab.

Es wird klar: Usama hat einen militärischen Auftrag. Aber wie soll er ihn erfüllen, wenn er sich in seiner eignen Heimat nicht mehr orientieren kann?

Dieser Roman spielt in allen Sphären, die das Leben der Palästinenser prägen: im besetzten Westjordanland, wo die israelischen Patrouillen herrschen, auf Baustellen und Fabriken im hochindustrialisierten Israel, in den Gefängnissen, wo eine neue Generation des Widerstands heranwächst. Jenseits aller politischen Formeln stellt Sahar Khalifa die komplexe Wirklichkeit ihrer eigenen Gesellschaft dar, die sich behaupten und gleichzeitig neue Orientierungen finden muß.

Ich bin wirklich froh, daß ich in dern letzten Wochen so viele Bücher von orientalischen Autoren gelesen habe, denn ich konnte schon so manche Perle darunter entdecken, die uns hier im Westen sonst gerne entgeht. Sahar Khalifas „Der Feigenkaktus“ ist so eine Perle und das sogar in zweierlei Hinsicht.

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