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Tigerin und Leopard

Tigerin und Leopard herausgegeben von Ray-Güde Mertin
Tigerin und Leopard herausgegeben von Ray-Güde Mertin

Von der unersättlichen Forderung an den jungen Saxophonspieler, vom geheimnisvollen Liebhaber „Hippolyt“, dem Leoparden, über die mystisch verklärte Liebe der Schwester Maria in „Heidekraut“, die verlogene Moral der wohlsituierten brasilianischen Großstädter, die die „Tigerin“ zur Provokation reizt, bis zum symbolisch verklärten Aprikosenbaum: Diese Geschichten handeln von lustvollen Begegnungen, erträumten und wahrhaftigen.

Bevor man sich „Tigerin und Leopard“ zu Gemüte führt, sollte man das Nachwort von Ray-Güde Martin lesen. Durch das was sie über die subtile Ausdrucksweise der Autorinnen schreibt, kann man vielleicht einige der Geschichten besser verstehen. Mich haben die meisten der Stories trotzdem nicht vom Hocker gerissen.

Das liegt nicht daran, daß sie vielleicht irgendwie zu subtil wären. Ich mag subtile Geschichten (und bin intelligent genug, um sie trotzdem verstehen zu können). Was mich bei den meisten Erzählungen stört, ist, daß sie zu intellektuell sind. Klar, Erotik passiert (anders als Sex) auch vor allem und am besten im Kopf. Aber nur wenn ich meinen Phantasien nachgehe und nicht, wenn ich mir über Schuld oder mein Rollenverständnis oder Freiheiten oder sonstwas Gedanken mache und alles nochmal und nochmal und nochmal von allen Seiten beleuchte. Das ist vielleicht richtig und wichtig für die brasilianischen Frauen, aber erotisch ist es nicht.

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