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Das Wasserzeichen

Das Wasserzeichen von Naja Marie Aidt
Das Wasserzeichen von Naja Marie Aidt

In diesem Novellenzyklus von romanhafter Geschlossenheit zeigt sich Naja Marie Aidt als coole Stilistin. Sie erzählt von Alltagsneurosen, Traum- und Alptraumzuständen, Zuständen innerer Einsamkeit.

Einmal wieder amüsiere ich mich über einen Klappentext. Nicht weil er falsch wäre, sondern wegen dieses pseudo-intellektuellen Geschwafels darin. Man kann förmlich sehen, daß der Schreiber einen schwarzen Rollkragenpullover trägt (nichts gegen schwarze Rollkragenpullover, aber ihr wißt, was ich meine). „Novellenzyklus“, „romanhafte Geschlossenheit“ und „coole Stilistin“ … oh man!

Dabei ist „Das Wasserzeichen“ einfach nur eine Kurzgeschichtensammlung. Aber eine gute! Die Geschichten, die Naja Marie Aidt hier erzählt, haben alle irgendwie mit Sehnsucht zu tun, mit Träumen und deren Unerreichbarkeit. Sie berühren tief, weil sie nachvollziehbar sind und gleichzeitig ungeheuer extrem. Oft ertappt man sich beim Lesen bei einem „was wäre wenn“ und erschrickt über sich selbst.

Ihre Sprache ist dabei, wie die vieler nordischer Autoren, knapp und klar, von großer Schönheit. Umso erschreckender sind ihre Themen, die einem nichts ersparen und lange im Gedächtnis bleiben. Nicht für schwache Gemüter, aber ganz sicher lohnenswert!