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Mein Name sei Gantenbein

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. November 2010 by lady8jane
Mein Name sei Gantenbein von Max Frisch

Mein Name sei Gantenbein von Max Frisch

Ein Mann sitzt in seiner Wohnung allein. Die Teppiche sind gerollt, die Fensterläden geschlossen, die Möbel mit weißen Tüchern bedeckt. „Von den Personen, die hier einst gelebt haben, steht fest: eine männlich, eine weiblich.“ Um dem Ich dieses Mannes, der Gantenbein heißen soll, auf die Spur zu kommen, entwirft der Erzähler Varianten dessen – und gleichzeitig seines eigenen – Lebens. „Mein Name sei Gantenbein!“, beschließt er und erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich eines Tages eine Blindenbrille und ein schwarzes Stöckchen zulegt, um seine Umwelt glauben zu lassen, er sei blind. Gantenbein ist keine Gestalt der Wirklichkeit – ebensowenig wie Don Quichotte – sondern eine Rolle, die der Ich-Erzähler sich entwirft. Gantenbein als blinder Fremdenführer, Gantenbein als blinder Zeuge vor Gericht, vor allem aber Gantenbein als blinder Gatte, der mit Lila, indem sie ihn für blind hält, eine glückliche Ehe führt – bis er eines Tages aus seiner Rolle fällt.

Frischs Roman ist eine eindrucksvolle literarische Maskerade, ein faszinierendes Spiel mit Identitäten und nicht zuletzt ein beredtes Staunen über die Abgründe der Liebe.

Ich schätze die Bücher von Max Frisch sehr. Seit wir in der Schule im Deutschunterricht seinen „Stiller“ lesen mußten/konnten/sollten/durften, gefällt mir seine Art mit Realität umzugehen.

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