Archiv für Martin Walser

Ehen in Philippsburg

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Dezember 2008 by lady8jane
Ehen in Philippsburg von Martin Walser

Ehen in Philippsburg von Martin Walser

Ich bin der Süddeutschen Zeitung wirklich dankbar. Durch die SZ-Bibliothek lerne ich Bücher und Autoren kennen, die ich sonst nie angerührt hätte. Martin Walser ist so ein Fall. Denn auf den ersten Blick klingen seine „Ehen in Philippsburg“ ziemlich langweilig:

Der Krieg ist vorbei, die Wirtschaft kommt langsam wieder in Schwung, und in der Bundesrepublik macht sich so etwas wie Selbstgefälligkeit breit: Es geht aufwärts im Jahre 1957. Auch im privaten Leben kehrt Ruhe ein. Manchmal jedoch zu viel, wie Walsers Erstlingsroman zeigt: Gleichgültig leben hier die Ehepartner nebeneinander her, geradezu teilnahmslos betrügen sie sich gegenseitig. Wahre Leidenschaft wird zum Fremdwort in dieser Welt, in der allein Karriere, Geld und die Befriedigung eigener Wünsche eine Rolle spielen. Mittendrin in dieser zerrütteten, egoistischen Gesellschaft steht der aufstrebende Journalist Hans Beumann, der zu ihrem scharf beobachtenden Chronisten wird. In mehreren Portraits unterschiedlicher Beziehungen zeigt er die Verlogenheit, die um ihn regiert, gnadenlos auf. Es sind Geschichten von Eheschwüren, heimlichen Geliebten und Selbstmordgedanken – und von der Frage, ob inmitten dieser heuchlerischen Welt noch Platz ist für die wahre Liebe.

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