Schlagwort-Archive: Marokko

Kannibalen

Kannibalen von Mahi Binebine
Kannibalen von Mahi Binebine

Am Strand von Tanger wartet ein Grüppchen Flüchtlinge auf das Boot des Schleppers. Einer von ihnen ist der junge Azûz, der die Geschichten seiner Schicksalsgenossen mitfühlend und voll trauriger Komik aufleben läßt. Er erzählt aber auch, wie die vor Kälte und Angst zitternd auf das Zeichen zum Aufbruch warten und wie sie versuchen, die Lichter am Horizont zu deuten – künden sie vom gelobten Land, der Festung Europa, oder sind sie eine Falle für unerfahrene Schlepper? Die Nacht zieht sich quälend in die Länge.

„Kannibalen“ ist nicht nur ein sehr gut aussehendes (das Cover ist einfach hammergeil!), sondern auch ein sehr gut geschriebenes Buch. Dabei tritt die Handlung mit dem Schlepper immer wieder in den Hintergrund, wenn sich Azûz an sein Leben erinnert oder an die Geschichten, die ihm die anderen Mitglieder der Gruppe über sich erzählt haben.

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Die Zivilisation, Mutter!

Die Zivilisation, Mutter! von Driss Chraibi
Die Zivilisation, Mutter! von Driss Chraibi

Der Weg dieser marokkanischen Mutter führt aus einer archaischen Welt mitten in die Turbulenzen dieses Jahrhunderts. Mit dreizehn Jahren verheiratet, seither eingeschlossen im magischen Kreis ihres Hauses, und dann der große Einschnitt: Stolz und selbstbewußt erobert sie die Welt.

„Die Zivilisation, Mutter!“ ist ein ganz süßes und ungeheuer humorvolles Buch, eine Liebeserklärung des Autors an alle starken Frauen und Mütter. Ein interessanter und ganz anderer Blick auf eine islamische Frau.

Es sind die beiden halbwüchsigen Söhne, die der eigenen Mutter heimlich einen Schubs von der traditionellen Welt in die Moderne geben. Sie klemmen sie sich irgendwann einfach unter den Arm (und das ist fast wörtlich zu nehmen) und zwingen sie, mit ihnen das Haus zu verlassen. Seit ihrem 13. Lebensjahr hat die immer noch junge Frau das nicht mehr getan und entdeckt nun eine neue Welt.

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