Schlagwort-Archive: Mario González Suárez

Als Kind

Als Kind von Mario González Suárez
Als Kind von Mario González Suárez

Eine mexikanische Kindheit um 2000: Der Junge Francisco ist mit seiner Familie an den äußersten Rand der riesigen Stadt gezogen, in ein großes, düsteres Haus, Teil einer heruntergekommenen Siedlung. Sein Vater, ein glückloser Kleinkrimineller, hofft, auf diese Weise der Verfolgung durch Polizei und rivalisierende Mitglieder seines „Syndikats“ weniger ausgesetzt zu sein. Ansonsten ist der Vater verzweifelt auf der Suche nach der eigenen Mutter, die er nie kennen gelernt hat. Zur Begegnung mit ihr sollen alle möglichen Hexer und Hexerinnen verhelfen. Auch Franciscos Mutter nimmt Kontakt zu Schwarz- wie Weißmagiern auf, um die Zuneigung ihres Mannes wiederzugewinnen und seine Gewalttätigkeit in Grenzen zu halten. Dazwischen stehen Francisco und seine Geschwister, bald gezwungen, an den väterlichen Raubzügen teilzunehmen, bald seinen hemmungslosen Wutausbrüchen ausgeliefert, bald unterwegs mit Freunden in dem Ödland, das gleich hinter der Siedlung beginnt: Irgendwo dort wird Francisco schließlich den Eingang ins Reich der Toten entdecken, von dem er zu Beginn seines Berichtes noch einmal – als Kind? – zurückgekehrt war …

Wenn die Rede vom „magischen Realismus“ je Sinn gehabt hat, dann für diesen faszinierenden Roman. Franciscos Bericht führt in ein geheimnisvolles Zwischenreich, das, abgesehen von der stets zweifelhaften mystischen Erfahrung, so nur den Kindern und der Literatur zugänglich ist.

OK … ich habe keine Ahnung, was der Klappentextschreiber von „Als Kind“ da geraucht hat. Aber was auch immer es war, es hat ihn soweit verwirrt, daß er den Unterschied zwischen Klappentext und Interpretation nicht mehr so recht kapiert hat. Und auch daß Hexe die weibliche Form zu Hexer ist (bzw. Hexer die männliche von Hexe) muß ihm dann wohl entgangen sein.

Als Kind weiterlesen