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Die Verabredung

Die Verabredung von Margriet de Moor
Die Verabredung von Margriet de Moor

In ihrem neuen Roman erzählt Margriet de Moor eine ganz ungewöhnliche Dreiecksgeschichte. Sie verbindet darin zwei Themen: die Suche nach dem unbekannten, unerreichbaren Anderen und die Arglosigkeit, um nicht zu sagen Unschuld der Menschen gegenüber dem, was wir Schicksal nennen.

Naja, mit Margriet de Moor werde ich wohl nicht mehr so recht warm. Schon „Der Virtuose“ war nicht besonders toll, und auch „Die Verabredung“ ist bestenfalls mittelmäßig.

Auch hier wieder findet man alle Elemente, die mir schon bei „Der Virtuose“ nicht gefallen haben: Das beständige Springen von Gegenwarts- zu Vergangenheitsform (manchmal sogar innerhalb eines Absatzes!) ist einfach grausam. Genauso fröhlich wird auch wieder durch die Zeiten gesprungen: Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit, alles läuft irgendwie parallel. Dadurch kommt natürlich auch einfach keine Spannung auf. Denn kaum fragt man sich, ob diese beiden Leute wirklich ein Verhältnis miteinander anfangen, nur weil er zufällig ihren Terminkalender gefunden hat, in dem ein Termin mit ihm selbst (er ist Tierarzt) eingetragen ist. Und schon im nächsten Satz springt die Autorin zur Zukunft und verrät, ja, ja sie werden! Oh well …

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Der Virtuose

Der Virtuose von Margriet de Moor
Der Virtuose von Margriet de Moor

Süditalien, Anfang des 18. Jahrhunderts: Carlotta stammt aus verarmtem Adel, ihr Vater hat Ländereien und Vermögen verspielt. Sie liebt den Gesang, vor allem, wenn Gasparo Conti seine unvergleichliche Stimme erhebt. Schon als zehnjähriges Mädchen war sie verzaubert, wenn der Elfjährige in der Kirche hres Dorfes nicht weit von Neapel sang: „Überrascht lauschte ich dem leisen Einsatz, dem langen Ton und dem Crescendo, das sich wie ein straffes Seidenband spannte.“ Eines Tages ist Gasparo verschwunden. Jahre später taucht er als gefeierter Kastrat wieder auf. Carlotta, inzwischen gut verheiratet mit dem Herzog von Rocca d’Evandro, der ihr alle Freiheit läßt, hört ihn im neuen Teatro San Carlo in Neapel und ist nicht nur von seinem atemraubenden Können entzückt, sondern auch von seiner Schönheit: „Groß: eine hochgewachsene Gestalt. Kräftig: Die Jacke mit den bauschigen Ärmeln spannt an der Brust. Voll: Seine Lippen sind noch genauso mädchenhaft und dick, wie ich sie von ganz früher in Erinnerung habe.“ Sie verführt ihn, dessen ganze Leidenschaft zuerst der Musik und seiner Kunst gilt, und gewinnt ihn ganz. Töne und Berührungen, Kantilenen und Umarmungen, Koloraturen und Küsse gleiten untrennbar ineinander. Dazu die Pracht des amourösen Jahrhunderts: Reiche Gewänder, Essen und Trinken, bunt bemalte Kaleschen, Blicke aufs Meer, Liebeshändel. Im Zentrum aber stehen die Musik und die Liebe, die Oper und ihr strahlender Held, der Carlotta von der Magie des Singens erzählt, von seinen Reisen und von seinem Komponistenfreund Händel in London. Und Carlotta lockt Gasparo immer tiefer in die Geheimnisse des Liebens …

Ich habe „Der Virtuose“ kurz nachdem es herausgekommen ist, schon einmal gelesen und fand es nicht so toll. Nachdem es in dem Buch um Sex und Musik geht, dachte ich, eventuell konnte ich es mit 17 noch nicht ganz so würdigen und habe es im Rahmen der SZ-Bibliothek noch einmal gelesen.

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