Archiv für Kurt Tucholsky

Schloß Gripsholm

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2013 by lady8jane
Schloß Gripsholm von Kurt Tucholsky

Schloß Gripsholm von Kurt Tucholsky

Was gibt es Schöneres, als Ferien zu machen mit einer Frau, genannt „die Prinzessin“: „Sie hatte eine Altstimme und hieß Lydia.“ Außerdem spricht sie „Missingsch“, eine reizvolle Mischung aus Platt- und Hochdeutsch, die immer wieder zu allerlei überraschenden Pointen Anlaß gibt. Zuvor aber wünscht sich der großmächtige Verleger Ernst Rowohlt vom urlaubsfreudigen Autor Kurt Tucholsky, er möge doch eine kleine Liebesgeschichte schreiben, weil die Leute neben Politik und Aktuellem auch noch anderes haben wollen. Frohgemut fahren der Erzähler und Lydia nach Schweden, wollen in die Wipfel der Bäume schauen und sich ausruhen. Unbeschwert, locker und stets bereit zu allerlei Späßen gleiten die Tage auf Schloß Gripsholm dahin. Irgendwann gesellt sich Freund Karlchen zum Urlauberpaar, und dann taucht das Mädchen Billie auf, das die idyllische Zweisamkeit erotisch so irritiert, daß ein zartes Dreierspiel entsteht: „Billies Körper war braun, von Natur oder von der Sonne der See, woher sie gerade kam.“ Trotz aller Ferienseligkeit weiß Tucholsky natürlich, daß die Alltagssorgen damit nicht verschwunden sind. Und dann gibt es da noch ein Mädchen, das Heimweh hat und von einer tyrannischen Heimleiterin gequält wird. Lydia und der Erzähler greifen ein …

Wer „Schloß Gripsholm“ gelesen hat und immer noch behauptet, deutsche Literatur wäre irgendwie schwer oder tiefsinnig oder traurig, dem ist nicht mehr zu helfen. Kurt Tucholsky hat mit diesem Buch eine so leichte, beschwingte und bezaubernde Sommergeschichte geschrieben, daß es eine helle Freude ist.

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