Archiv für Island

Haus ohne Spuren

Posted in Alexandria with tags , on 7. März 2017 by lady8jane
Haus ohne Spuren von Viktor Arnar Ingólfsson

Haus ohne Spuren von Viktor Arnar Ingólfsson

Reykjavík, Anfang der 70er Jahre: Jacob Kieler junior wird tot in seiner Villa gefunden. Erschossen. Auf der Suche nach Mordwaffe, Täter und Motiv erfährt die Kripo Reykjavík, daß einige Jahrzehnte zuvor der Vater des Toten, der Ingenieur Jacob Kieler senior, auf exakt die gleiche Weise umgebracht wurde. Der Täter wurde nie gefunden. Es war der größte Wunsch des Vaters, auf Island ein Eisenbahnnetz verlegen zu lassen, doch sein vorzeitiger Tod setzte damals diesem Traum ein jähes Ende …

Eigentlich bin ich kein großer Krimifan. Trotzdem hat mir „Haus ohne Spuren“ ziemlich gut gefallen. Das mag daran liegen, daß Viktor Arnar Ingólfsson hier eigentlich vor allem eine große Familiensaga erzählt, gekonnt versteckt im Rahmen eines Kriminalfalls.

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Möwengelächter

Posted in Alexandria with tags , on 21. Mai 2010 by lady8jane
Möwengelächter von Kristín Marja Baldursdóttir

Möwengelächter von Kristín Marja Baldursdóttir

Die Rückkehr der kapriziösen Freyja aus Amerika wirbelt die Welt eines kleinen isländischen Fischerdorfes gründlich durcheinander. Freyjas rote Lippen und ihre Figur, die einer Coca-Cola-Flasche gleicht, bringen das Gleichgewicht der meisten Dorfbewohner – männlich wie weiblich – erheblich ins Wanken. Auch die respektlose Agge ist ihrer fremden Tante gegenüber voreingenommen. Als dann ein Mord geschieht, sieht sie alle ihre Mutmaßungen bestätigt.

Wenn man den Klappentext so durchliest, dann wird man wohl davon ausgehen, daß „Möwengelächter“ ein Krimi ist. Dachte ich auch, und ich habe mich auf das Buch gefreut, weil ich diese nordischen Krimis einfach mag.

Tatsächlich ist „Möwengelächter“ aber genau wie Einar Kárasons „Törichter Männer Rat“ eine Mischung aus Familiensaga und Entwicklungsroman. Unerwartet, aber keinesfalls unerfreulich. Das Buch ist nämlich ziemlich gut!

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Törichter Männer Rat

Posted in Alexandria with tags , on 21. Mai 2008 by lady8jane
Törichter Männer Rat von Einar Kárason

Törichter Männer Rat von Einar Kárason

Würde ich Island nicht sowieso schon lieben, spätestens nach der Lektüre dieses Buches wäre ich ein Fan des Landes. Dabei sind die Gestalten, die „Törichter Männer Rat“ von Einar Kárason bevölkern wahrlich keine Vorzeigeexemplare der Menschheit. Im Gegenteil! Säufer, Versager, Selbstmörder, Geisteskranke … sie alle scheinen sich unter der Mitternachtssonne der nördlichen Insel zuhauf zu tummeln.

Ebensowenig erzählt Kárason irgendwelche spektakulären Ereignisse. Nicht einmal allzuviel Spannung bietet das Buch. Und doch, es nimmt den Leser von der ersten Seite an gefangen, weiß der Autor doch, seine herrlich verschrobenen Protagonisten mit einem Leben und mit einer Liebe zu beschreiben, daß sie einem sofort ans Herz wachsen müssen. Dabei ist Kárason deutlich ein Autor der leisen Töne, schreibt zwar witzig, aber das doch eher mit hintergründigem und unaufdringlichem Humor.

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Gletschergrab

Posted in Alexandria with tags , on 21. April 2006 by lady8jane
Gletschergrab von Arnaldur Indriðason

Gletschergrab von Arnaldur Indriðason

Arnaldur Indriðason ist der isländische Kriminalautor und deshalb wollte ich unbedingt etwas von ihm lesen. „Gletschergrab“ klingt im Klappentext schon ziemlich interessant:

Schauplatz: Europas größter Gletscher

Die Eiskappe des Vatnajökull auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavík sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: Ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der „Operation Napoleon“ …

Und das Buch ist auch ziemlich spannend, da kann man nichts sagen. Es bietet alles auf, was ein Thriller braucht, die intelligente Heldin Kristín, die durch Zufall mitten in eine militärischen Geheimaktion stolpert, ein wenig sexuelle Spannung, Angst um den Bruder, wunderbar fiese Bösewichte und sogar die Nazis. Es liest sich wirklich gut, auch wenn die Beschreibungen etwas ausführlicher sein könnten, vor allem wenn es um die Charakterisierungen geht (die zudem deutlich subtiler hätten sein können).

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