Schlagwort-Archive: Iran

Samira und Samir

Samira und Samir von Siba Shakib
Samira und Samir von Siba Shakib

In der wilden Bergwelt des Hindukusch wird einem Kommandanten eine Tochter geboren. Um sein Gesicht nicht zu verlieren beschließt er, das Mädchen als Junge zu erziehen. So wird aus Samira Samir.

Die Lüge verschafft Samira Freiheiten, die am Hindukusch nur einem Mann zustehen. Gleichzeitig ist sie Gefangene dieser Lüge. Als junge Frau ist sie schließlich gezwungen ihr Geheimnis preiszugeben.

„Samira und Samir“ ist eines dieser Bücher, die man nicht wieder aus der Hand legen kann, wenn man sie einmal angefangen hat. Die Geschichte ist absolut faszinierend, nicht nur wegen der Handlung sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie erzählt wird.

Siba Shakib bedient sich einer sehr schlichten Sprache und schreibt zudem in der Gegenwart, etwas das ich eigentlich gar nicht mag. Hier aber wird so eine Nähe zu ihren Figuren und eine Intensität erzeugt, die einem mehr als einmal den Atem raubt. Auch vermeint man des öfteren, den Duktus und die Sprachmelodie eines traditionellen Geschichtenerzählers aus den Zeilen herauszuhören. Und schlußendlich spiegelt Shakib mit dieser schlichten Sprache das schlichte Leben der Nomaden im Hindukusch wieder. Großartig gemacht!

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Persepolis – Jugendjahre

Persepolis - Jugendjahre von Marjane Satrapi
Persepolis – Jugendjahre von Marjane Satrapi

Nachdem ich von Marjane Satrapis „Persepolis – Eine Kindheit im Iran“ schon so begeistert war, mußte ich unbedingt auch den zweiten Teil ihrer Comic-Biographie lesen. In „Persepolis – Jugendjahre“ zeichnet die Autorin ihr Exil in Wien auf, ihre verzweifelte Rückkehr in den Iran, nur um wieder auszureisen.

Ja, „Persepolis – Jugendjahre“ sind im Prinzip die Aufzeichnungen einer Heimatlosen. Einmal in Wien angekommen ist Satrapi zunächst noch nicht einmal der Sprache mächtig und als sie sie schließlich beherrscht, ringt sie immer wieder damit, daß niemand verstehen kann, was sie erlebt hat. Im friedlich-gemütlichen Österreich haben die Jugendlichen keine Ahnung davon, was Revolution, Krieg, Terror und Exil bedeuten. Sie scheitert (unweigerlich) und zerbricht fast an sich, an ihrer Einsamkeit und ihrem Heimweh.

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Persepolis – Eine Kindheit im Iran

Persepolis - Eine Kindheit im Iran von Marjane Satrapi
Persepolis - Eine Kindheit im Iran von Marjane Satrapi

Am nächsten Tag füllte ich einen Topf mit Erde aus dem Garten. Iranische Erde.

So endet „Persepolis – Eine Kindheit im Iran“. Die 14jährige Marji wird von ihren Eltern aus dem Iran nach Österreich geschickt, weil sie um das Leben ihres Kindes bangen.

Davor haben wir in vielen Episoden aus Marjis Sicht die Revolution im Iran erlebt und die anschließende Errichtung des religiösen Fundamentalismus. Neun Jahre ist Marji alt als die Revolution ausbricht und als Kind eines linksintellektuellen Haushalts hat sie Einblick in viele der Geschehnisse. Mit Marji lernt auch der Leser immer mehr über die politischen Zusammenhänge und bekommt gleichzeitig einen tiefen Einblick in die iranische Gesellschaft der Zeit.

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