Archiv für Indien

Asiatische Sagen

Posted in Alexandria with tags , on 7. Dezember 2012 by lady8jane
Asiatische Sagen

Asiatische Sagen

Warum dieses Buch „Asiatische Sagen“ heißt, ist mir nicht so ganz klar geworden. Enthalten sind insgesamt 31 Sagen, davon kommen ganze drei aus Indien, der gesamte Rest aus Japan. Hätte der Editor die drei indischen Sagen nicht einfach weglassen und Japanische Sagen auf den Titel schreiben können? Aber wenigstens bewegt sich das Lektorat auch ungefähr auf dem selben Niveau: Mir sind schon beim ersten Lesen einige Rechtschreibfehler aufgefalllen, die einem sorgfältigen Lektor sicher nicht entgangen wären (Vook für Volk z.B.).

Abgesehen von diesen beiden, die Lesefreude etwas trübenden Punkten, ist „Asiatische Sagen“ ein tolles Buch. Ich bin ja sowieso sehr japanophil und deshalb interessieren mich japanische Sagen und japanische Mythologie ungemein. Und hier bekommt man die gesamte Bandbreite geboten: Göttersagen, Heldensagen, Geistergeschichten, alle finden sich in diesem Büchlein versammelt. Besonders gut haben mir „Die spukenden Füchse im Moor“ (ich liebe Kitsune!) und „Die Vampirkatze“ gefallen. Gerade letztere Geschichte hat mich dabei sehr überrascht, ich hatte davor noch keine japanischen Vampirgeschichten gekannt. Hat Spaß gemacht, das zu lesen!

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Paradies und andere Geschichten

Posted in Alexandria with tags , on 21. Mai 2011 by lady8jane
Paradies und andere Geschichten von Khushwant Singh

Paradies und andere Geschichten von Khushwant Singh

Warum glauben wir an Wunder? Garantiert ein Horoskop die perfekte Ehefrau? Ist das Kamasutra die richtige Gebrauchsanweisung für Frischverheiratete? Diese und andere Fragen stellt der bekannteste indische Schriftsteller in Paradies und andere Geschichten.

Die Amerikanerin Margaret Bloom kommt in einen Ashram ins indische Haridwar, um Erlösung für ihre Seele zu suchen, aber bald muß sie entdecken, daß auch am Ufer des Heiligen Ganges Versuchungen lauern. Madan Mohan Pandey, Amateurastrologe und Student alter Hindiskripte, findet zu seinem großen Entsetzen heraus, daß seine sittsame Braut ganz anders als erwartet ist.

Khushwant Singh zeigt sich im vorliegenden Erzählband in Höchstform: provokant und witzig, zuweilen deftig und dann wieder zärtlich.

„Paradies und andere Geschichten“ enthält einige wirklich faszinierende Kurzgeschichten, die einen interessanten Einblick in das indische Leben jenseits von Bollywood gibt:

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Die Straße zum Bazar

Posted in Alexandria with tags , on 21. November 2009 by lady8jane
Die Straße zum Bazar von Ruskin Bond

Die Straße zum Bazar von Ruskin Bond

Von „Die Straße zum Bazar“ hatte ich eigentlich arabisches Flair erwartet, tatsächlich aber spielt die Geschichte in Indien. Der junge Engländer Rusty findet nach der Begegnung mit einigen jungen Indern endlich die Kraft, seinem Vormund zu trotzdem und aus dessen Haus abzuhauen. Rustys Erlebnisse mit dem fröhlichen Sikh Somi, dem schüchternen Ringer Ranbir, dem unsympathischen, überall herumschnüffelnden Suri und dem frechen Kishen, erzählt Ruskin Bond in seinem Erstlingswerk.

Dabei gelingt es dem Autor ganz wunderbar die bittersüße Stimmung einzufangen, die den Bazar und das Leben um und im Bazar beherrscht. Freundschaft, Liebe und Feindschaft, all das bestimmt Rustys Leben. Gleichzeitig gibt er sich ganz dem trägen Müßiggang unter der heißen indischen Sonne oder der Schwüle des Monsuns hin, beobachtet, riecht, fühlt, lebt vielleicht das erste Mal in seinem Leben intensiv. Und all das geschrieben in einer schlichten und gleichzeitig hochpoetischen Sprache. (Ein großes Kompliment an den Übersetzer Johannes Piron an dieser Stelle!)

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Ein Sommer in Kalkutta

Posted in Alexandria with tags , on 21. September 2007 by lady8jane
Ein Sommer in Kalkutta von Amit Chaudhuri

Ein Sommer in Kalkutta von Amit Chaudhuri

Einen Sommer lang besucht der Inder Joy mit seinem kleinen Sohn Bonny die Eltern in Kalkutta, um Abstand von seiner gescheiterten Ehe in Amerika zu gewinnen. Die Stadt seiner Kindheit ist ihm seltsam fremd geworden, doch in der Geborgenheit alter familiärer Bindungen kommt langsam Bewegung in seine erstarrten Gefühle … Ein poetischer und kluger Roman vom indischen Meister der kleinen Dinge.

„Ein Sommer in Kalkutta“ ist eines dieser Bücher, die ich absolut nicht verstehe. Vielleicht gefällt es ja irgendjemandem, gut geschrieben ist es sicher. Man kann sich alles genau vorstellen, die Sprache ist klar, die Charaktere lebendig gezeichnet, die Beschreibungen plastisch.

Nur … in diesem Buch passiert absolut überhaupt nichts. Der Mann und sein Sohn kommen in Kalkutta an, wohnen eine Weile bei den Eltern des Mannes, machen im Prinzip nichts außer ein paar Spaziergängen und dann fliegen sie wieder weg. Den ganzen Roman über wartet man darauf, daß sich irgendetwas tut, sich zumindest im Inneren der Protagonisten etwas bewegt, aber … nichts. Stattdessen werden über 220 Seiten lang kleinste und klitzekleinste Alltagsdinge minutiös berichtet. Das ist einfach nur noch langweilig.