Archiv für Günter Grass

Beim Häuten der Zwiebeln

Posted in Alexandria with tags , on 21. Juni 2009 by lady8jane
Beim Häuten der Zwiebeln von Günter Grass

Beim Häuten der Zwiebeln von Günter Grass

Nach all dem Medienhype in den letzten Wochen mußte ich als alter Grass-Fan doch auch „Beim Häuten der Zwiebel“, die neu erschienene Autobiographie von Günter Grass, lesen. Und natürlich merkt man gleich auf den ersten Seiten, warum Grass einen Nobelpreis für Literatur bekommen hat. Der Mann schreibt einfach gut!

Neben all den wirklich interessanten Lebenerinnerungen aus der Zeit vor, während und nach dem 2. Weltkrieg, die ja schon in den Feuilletons hinreichend besprochen wurden, ragen für mich vor allem zwei Dinge aus dem Text heraus:

Zum einen ist das die Tatsache, daß Grass eigentlich weniger seinen Werdegang und sein Leben als Schriftsteller schildert, sondern mehr sein Leben als bildender Künstler. Immer erlebt man ihn zeichnend oder bildhauend und seine visuelle künstlerische Wahrnehmung der Welt fließt oft in die Darstellung ein. Amüsant auch und vor allem seine Schilderungen des Betriebs an den verschiedenen Kunsthochschulen. So sind dann passenderweise die wunderschönen Zwiebel-illustrationen des Buches aus Grass‘ Feder.

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Katz und Maus

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Juni 2008 by lady8jane
Katz und Maus von Günter Grass

Katz und Maus von Günter Grass

Danzig im Zweiten Weltkrieg. Pilenz plagen Gewissensbisse. Es war nicht richtig, was er mit seinem Schulkameraden Joachim Mahlke gemacht hat. Dem wuchs in der Pubertät ein riesiger Adamsapfel, ein wie eine Maus zuckender Knorpel. Einer plötzlichen Eingebung folgend, setzte Pilenz eine umherstreifende Katze auf diese „Maus“ und gab Mahlke damit der Lächerlichkeit preis. Pilenz fühlt sich schuldig und beginnt, quasi als Geste der Widergutmachung, die Lebensgeschichte des Außenseiters nachzuerzählen. Dabei berichtet er von Mahlkes geradezu grotesken Versuchen, seinen Makel zu verbergen. In seiner Verzweiflung behängt dieser den Adamsapfel mit einem Schraubenzieher, mit einem Orden und anderen Dingen. Auf seiner Suche nach Anerkennung vollführt er die schwierigsten Turnübungen und bricht Tauchrekorde. Trotz allen Beifalls: Er bleibt ein Einsamer. Doch dann findet er in einem gestrandeten Minensuchboot ein persönliches Refugium, einen intimen Ort des Rückzugs.

„Katz und Maus“ ist der zweite Teil von Günter Grass‘ Danziger Trilogie, zu der die beiden Romane „Die Blechtrommel“ und „Hundejahre“ gehören. In ihr setzt sich Grass mit dem Zweiten Weltkrieg und seiner Heimatstadt Danzig auf literarisch anspruchsvolle, aber auch überaus unterhaltsame Art auseinander.

Genau wie Alfred Matzerath aus der „Blechtrommel“ ist auch Joachim Mahlke ein Außenseiter, grotesk und das auch körperlich. Vor allem aber ist er, vielleicht durch den Spott, den er oft ertragen mußte, erwachsener als seine Spielgefährten, und trotz der späteren Bewunderung, die sie für ihn empfinden, bleibt er vollkommen und absolut anders.

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