Schlagwort-Archive: Frankreich

Schattenmund

Schattenmund von Marie Cardinal
Schattenmund von Marie Cardinal

Marie Cardinal, 1929 geboren, wuchs in Algier auf und studierte in Paris Philosophie. 1953 heiratete sie und bekam in vier Jahren drei Kinder. 1953 bis 1960 lehrte sie an Auslandsgymnasien. In der Reihe „neue frau“ liegen bereits mehrere Veröffentlichungen der auch in Deutschland sehr erfolgreichen Autorin vor.

In „Schattenmund“ erzählt sie die abenteuerliche Geschichte ihrer Analyse, die sie mit Dreißig beginnt, als sie wegen ständiger Blutungen und Halluzinationen zu normalen Kontakten mit der Außenwelt nicht mehr fähig ist. Leidenschaftliche Anklagen brechen aus ihr heraus, gegen die scheinbar kaltherzige Mutter und eine erstarrte bürgerliche Gesellschaft. Nach sieben Jahren hat Marie Cardinal nicht nur ihre Krankheit überwunden, sondern auch zu sich selbst gefunden; aus dem menschlichen Wrack ist eine selbstbewußte, neugierige Frau geworden.

Nachdem mir „Die Reise nach Algerien“ von Marie Cardinal ja sehr gut gefallen hat, habe ich mich auf „Schattenmund“ sehr gefreut. Im Nachhinein muß ich allerdings sagen … vielleicht hätte ich es lieber doch nicht lesen sollen.

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Die drei Musketiere

Die drei Musketiere von Alexandre Dumas
Die drei Musketiere von Alexandre Dumas

„Einer für alle – alle für einen!“, so lautet der Wahlspruch der Musketiere, der ruhmreichen Leibgarde des französischen Königs Ludwigs XIII. Auch der junge Edelmann d’Artagnan zieht aus der Gascogne nach Paris, um als Musketier Rum und Ehre zu erringen. Er gerät mitten hinein in eine Welt höfischer Abenteuer und Intrigen. Gemeinsam mit seinen Freunden, den Musketieren Athos, Porthos und Aramis kämpft er gegen die Garde des Kardinals Richelieu und die Machenschaften der ebenso schönen wie skrupellosen Mylady.

Alexandre Dumas hat viele klassische Abenteuerromane geschrieben. „Die drei Musketiere“ ist ein Weltbestseller, der noch heute seine Leser fasziniert.

Ich habe ja schon bei „Der Club Dumas“ bekannt, ein großer Fan Alexandre Dumas‘ zu sein. Und „Die drei Musketiere“ waren für mich immer DAS Buch von ihm. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich es schon gelesen habe, und trotzdem macht es jedesmal wieder neu Spaß. Genauso wie all die Musketier-Filme, die ich immer noch und immer wieder gerne ansehe.

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In 80 Tagen um die Welt

In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne
In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne

Phileas Fogg schließt mit den Mitgliedern seines vornehmen Londoner Club eine abenteuerliche Wette: In 80 Tagen will er um die Welt reisen! Ein riskantes Unternehmen, vor allem, weil er dabei sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt- Mit seinem Diener Passepartout begibt er sich auf Weltreise, per Schiff, mit der Eisenbahn, aber auch auf dem Elefantenrücken. Sie retten in Indien der jungen Witwe Auda das Leben, kämpfen in Amerika gegen Indianer und müssen viele Gefahren meistern. Und dann ist da auch noch der Londoner Detektiv, Mister Fix. Er verfolgt Phileas Fogg hartnäckig, weil er ihn für einen raffinierten Bankräuber hält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Jules Verne, einer der Wegbereiter des modernen utopischen Romans, hat mit „In 80 Tagen um die Welt“ eines seiner spannendsten und vielseitigsten Bücher geschrieben.

Ich liebe Jules Verne! Schon immer habe ich seine Bücher verschlungen, und wahrscheinlich ist er „schuld“ an meinem Steampunk-Fimmel. Aber er schafft es auch einfach ganz genial, Science Fiction, spannende Geschichten, tolle Charaktere und Humor zu verbinden.

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Fisch aus Gold

Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio
Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Nachdem Jean-Marie Gustave Le Clézio den Literaturnobelpreis bekommen hat, habe ich „Fisch aus Gold“ auf meiner Leseliste ganz nach vorne geschoben. Und ich habe es nicht bereut! Darum geht es:

Laϊla heißt auf Arabisch die Nacht, und die dunklen Seiten der Welt erfährt die junge Afrikanerin ohne Wurzeln und Identität auf ihrer Odyssee durch Frankreich und Amerika. Le Clézio, der große französische Autor, erzählt die bewegende und aktuelle Geschichte Laϊlas, einer illegalen Einwanderin.

Ich muß ehrlich sagen, daß ich bei diesem Klappentext eine dieser arme-Frau-wird-mißhandelt-Jammergeschichten befürchtet hatte. Aber Le Clézio macht etwas völlig anderes aus dem Stoff. Das liegt vor allem daran, daß seine Protagonistin kein Opfer ist, oder zumindest nicht nur. Sie ist auch Täterin, ist ambivalent wie die meisten Charaktere in diesem Buch. Laϊla hat schwere Schicksalsschläge einzustecken, aber sie hat auch großes Glück. Immer wieder findet sie Menschen, die gut zu ihr sind, Menschen, die sie durchfüttern, bei sich wohnen lassen und sogar fördern. So bekommt sie eine umfangreiche Bildung, lernt Klavier spielen und singen. Immer wieder geht sie durch sehr tiefe Täler, aber sie wird durch diese Phasen der Katharsis stärker und geht schließlich ihren Weg.

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Eine Jugend

Eine Jugend von Patrick Modiano
Eine Jugend von Patrick Modiano

Odile, Mutter zweier Kinder, führt mit ihrem Gatten Louis ein Kinderheim in einem Chalet in den Bergen. Sie feiert mit Freunden ihren fünfunddreißigsten Geburtstag. Fünfzehn Jahre zuvor sah ihrer beider Leben ganz anders aus. Es war in den 60er Jahren in Paris, als an einem Dezembertag Odile und Louis sich zufällig begegnen: „Er half ihr aufzustehen und stützte sie am Arm. Als sie draußen die Treppe hinabstiegen, fühlte er den Druck ihrer Hand.“ Louis hat gerade den Militärdienst hinter sich, ist unschlüssig, was er tun soll, und leistet Botendienste für eher halbseidene Gestalten. Odile will Sängerin werden. Dabei trifft sie auf den 50jährigen Georges Bellune, den Talente-Scout für eine Plattenfirma, der ihr eine Karriere verspricht, sich aber plötzlich das Leben nimmt. Louis und Odile streifen nun durch die Stadt, lernen Leute kennen, die die beiden unter dem Deckmantel des Beschützens ausnutzen. Louis und Odile merken, daß sie in ein undurchsichtiges und gefährliches Milieu geraten sind, es gelingt ihnen dennoch, ihre Liebe zu bewahren. Einen letzten Auftrag nehmen sie an …

Ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung, wieso „Eine Jugend“ Teil der SZ-Bibliothek ist, die ja angeblich 100 große Romane des 20. Jahrhunderts präsentiert. Dieses Buch hier ist zwar gut geschrieben, keine Frage, aber es ist doch absolut nichts besonderes.

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Mitsou

Mitsou von Colette
Mitsou von Colette

Mitsou, 24 Jahre alt, ist Revuestar am Pariser Montmartre: „… keine Nase – oder so gut wie keine -, sehr große Augen, so schwarz wie das Haar, runde Wangen und ein kleiner, trotziger, frischer Mund.“ Sie scheint sich besser auszukennen mit Verehrern als ihre allzu rasch und oft verliebte Freundin Petite Chose und weiß sie zu nehmen, ohne sich etwas zu vergeben: „Gott sei Dank habe ich in den drei Jahren, seit ich mit Pierre beisammen bin, vergessen, was Unannehmlichkeiten sind.“ Aber dann schleppt Petite Chose zwei Leutnants in die Theatergarderobe. Einer ist blau gekleidet. Mit seinem Auftauchen und seinem Brief an Mitsou wird alles anders. Sie antwortet, ein Briefwechsel entsteht zwischen Mitsou und dem Leutnant und zeigt eine zarte, allmählich zwischen ihnen wachsende Liebe. Es kommt zur ersehnten und entscheidenden Begegnung, in der sich Enttäuschung und Hoffnung gleichermaßen bittersüß mischen und die Verliebten soviel voneinander erfahren, was sie zuvor nicht erahnten und erst recht nicht wußten …

„Mitsou“ ist ein extrem süßes kleines Buch. Colette schafft es wunderbar die Stimmung ihrer Charaktere einzufangen, ihre kleinen Eitelkeiten und ihre großen Sehnsüchte. Und man kann nicht anders als Mitleid zu haben mit Mitsou und ihrem Leutnant, die beide die große Liebe suchen und doch nicht finden.

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Mord im Sommerpalast

Mord im Sommerpalast von Taiping Shangdi
Mord im Sommerpalast von Taiping Shangdi

Und ich dachte nach „Das verbotene Lied“, es könne nicht mehr schlimmer kommen …

Ja, ich hatte wirklich die Hoffnung, nachdem die Protagonisten alle eingeführt und die Situation bei Hofe vorgestellt ist, daß nun endlich im zweiten Band der Reihe alles ein wenig in Schwung kommt. Dabei hätte ich mir eigentlich doch denken können, daß die Fortsetzung zwangsläufig nur schlechter werden kann, oder?

Worum es in „Mord im Sommerpalast“ geht ist eigentlich völlig nebensächlich, aber damit ich selbst nicht so viel zu diesem Machwerk schreiben muß, hier der Klappentext:

Die anmutige Konkubine Pfauenauge hatte sich den heiß ersehnten Aufenthalt im Sommerpalast nördlich von Peking anders vorgestellt. Statt den Intrigen und der Dekadenz der Verbotenen Stadt zu entkommen, gerät sie mit dem kaiserlichen Hofstaat in tödliche Gefahr. Ein junger Eunuch wird grausam ermordet in der Pagode des Himmlischen Frühlings gefunden. Und Pfauenauges Vertrauter, Kleiner Brillant, weiß zu viel …

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