Archiv für Frankreich

In 80 Tagen um die Welt

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. November 2017 by lady8jane
In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne

In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne

Phileas Fogg schließt mit den Mitgliedern seines vornehmen Londoner Club eine abenteuerliche Wette: In 80 Tagen will er um die Welt reisen! Ein riskantes Unternehmen, vor allem, weil er dabei sein gesamtes Vermögen aufs Spiel setzt- Mit seinem Diener Passepartout begibt er sich auf Weltreise, per Schiff, mit der Eisenbahn, aber auch auf dem Elefantenrücken. Sie retten in Indien der jungen Witwe Auda das Leben, kämpfen in Amerika gegen Indianer und müssen viele Gefahren meistern. Und dann ist da auch noch der Londoner Detektiv, Mister Fix. Er verfolgt Phileas Fogg hartnäckig, weil er ihn für einen raffinierten Bankräuber hält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Jules Verne, einer der Wegbereiter des modernen utopischen Romans, hat mit „In 80 Tagen um die Welt“ eines seiner spannendsten und vielseitigsten Bücher geschrieben.

Ich liebe Jules Verne! Schon immer habe ich seine Bücher verschlungen, und wahrscheinlich ist er „schuld“ an meinem Steampunk-Fimmel. Aber er schafft es auch einfach ganz genial, Science Fiction, spannende Geschichten, tolle Charaktere und Humor zu verbinden.

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Fisch aus Gold

Posted in Alexandria with tags , on 7. Oktober 2017 by lady8jane
Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Nachdem Jean-Marie Gustave Le Clézio den Literaturnobelpreis bekommen hat, habe ich „Fisch aus Gold“ auf meiner Leseliste ganz nach vorne geschoben. Und ich habe es nicht bereut! Darum geht es:

Laϊla heißt auf Arabisch die Nacht, und die dunklen Seiten der Welt erfährt die junge Afrikanerin ohne Wurzeln und Identität auf ihrer Odyssee durch Frankreich und Amerika. Le Clézio, der große französische Autor, erzählt die bewegende und aktuelle Geschichte Laϊlas, einer illegalen Einwanderin.

Ich muß ehrlich sagen, daß ich bei diesem Klappentext eine dieser arme-Frau-wird-mißhandelt-Jammergeschichten befürchtet hatte. Aber Le Clézio macht etwas völlig anderes aus dem Stoff. Das liegt vor allem daran, daß seine Protagonistin kein Opfer ist, oder zumindest nicht nur. Sie ist auch Täterin, ist ambivalent wie die meisten Charaktere in diesem Buch. Laϊla hat schwere Schicksalsschläge einzustecken, aber sie hat auch großes Glück. Immer wieder findet sie Menschen, die gut zu ihr sind, Menschen, die sie durchfüttern, bei sich wohnen lassen und sogar fördern. So bekommt sie eine umfangreiche Bildung, lernt Klavier spielen und singen. Immer wieder geht sie durch sehr tiefe Täler, aber sie wird durch diese Phasen der Katharsis stärker und geht schließlich ihren Weg.

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Mitsou

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. August 2013 by lady8jane
Mitsou von Colette

Mitsou von Colette

Mitsou, 24 Jahre alt, ist Revuestar am Pariser Montmartre: „… keine Nase – oder so gut wie keine -, sehr große Augen, so schwarz wie das Haar, runde Wangen und ein kleiner, trotziger, frischer Mund.“ Sie scheint sich besser auszukennen mit Verehrern als ihre allzu rasch und oft verliebte Freundin Petite Chose und weiß sie zu nehmen, ohne sich etwas zu vergeben: „Gott sei Dank habe ich in den drei Jahren, seit ich mit Pierre beisammen bin, vergessen, was Unannehmlichkeiten sind.“ Aber dann schleppt Petite Chose zwei Leutnants in die Theatergarderobe. Einer ist blau gekleidet. Mit seinem Auftauchen und seinem Brief an Mitsou wird alles anders. Sie antwortet, ein Briefwechsel entsteht zwischen Mitsou und dem Leutnant und zeigt eine zarte, allmählich zwischen ihnen wachsende Liebe. Es kommt zur ersehnten und entscheidenden Begegnung, in der sich Enttäuschung und Hoffnung gleichermaßen bittersüß mischen und die Verliebten soviel voneinander erfahren, was sie zuvor nicht erahnten und erst recht nicht wußten …

„Mitsou“ ist ein extrem süßes kleines Buch. Colette schafft es wunderbar die Stimmung ihrer Charaktere einzufangen, ihre kleinen Eitelkeiten und ihre großen Sehnsüchte. Und man kann nicht anders als Mitleid zu haben mit Mitsou und ihrem Leutnant, die beide die große Liebe suchen und doch nicht finden.

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Mord im Sommerpalast

Posted in Alexandria with tags , on 7. November 2012 by lady8jane
Mord im Sommerpalast von Taiping Shangdi

Mord im Sommerpalast von Taiping Shangdi

Und ich dachte nach „Das verbotene Lied“, es könne nicht mehr schlimmer kommen …

Ja, ich hatte wirklich die Hoffnung, nachdem die Protagonisten alle eingeführt und die Situation bei Hofe vorgestellt ist, daß nun endlich im zweiten Band der Reihe alles ein wenig in Schwung kommt. Dabei hätte ich mir eigentlich doch denken können, daß die Fortsetzung zwangsläufig nur schlechter werden kann, oder?

Worum es in „Mord im Sommerpalast“ geht ist eigentlich völlig nebensächlich, aber damit ich selbst nicht so viel zu diesem Machwerk schreiben muß, hier der Klappentext:

Die anmutige Konkubine Pfauenauge hatte sich den heiß ersehnten Aufenthalt im Sommerpalast nördlich von Peking anders vorgestellt. Statt den Intrigen und der Dekadenz der Verbotenen Stadt zu entkommen, gerät sie mit dem kaiserlichen Hofstaat in tödliche Gefahr. Ein junger Eunuch wird grausam ermordet in der Pagode des Himmlischen Frühlings gefunden. Und Pfauenauges Vertrauter, Kleiner Brillant, weiß zu viel …

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Der Liebhaber

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. April 2012 by lady8jane
Der Liebhaber von Marguerite Duras

Der Liebhaber von Marguerite Duras

Alt ist sie geworden, die französische Schriftstellerin. Zu viel Alkohol hat ihr Gesicht ruiniert. Dabei war sie früher einmal so wunderschön, so verführerisch. Wie war das damals gewesen, vor vielen Jahren, die exotische Affäre mit dem Asiaten? Sie träumt sich zurück nach Indochina, an die Ufer des Mekongs. Noch einmal erwacht alles vor ihrem inneren Auge: wie sie sich, damals noch beinahe ein Kind, bei der Überquerung des Flusses in einen fast doppelt so alten, reichen Chinesen verliebt. Wie er sie bald jeden Tag in seiner Limousine von ihrer Mädchenschule in Saigon abholt und jeden Tag auf ihr Verlangen hin tiefer in die Geheimnisse der Liebe und der Sexualität einweiht. Eine wilde, unbezähmbare, doch gesellschaftlich unmögliche amour fou entbrennt zwischen den beiden. Der Chinese verliebt sich in sie, doch sie will als Prostituierte behandelt werden, und ihre Familie, die das Geld dringend benötigt, schweigt. Erst auf der langen Rückfahrt nach Frankreich wird der jungen Frau bewußt, daß sie einen schweren Fehler begangen hat.

Duras‘ autobiographisch inspirierter Roman über ihre Jugend wurde 1984 ein Bestseller. Sie selbst bezeichnete das mit dem angesehenen „Prix Goncourt“ ausgezeichnete Werk als „das leichteste Buch, das ich jemals geschrieben habe“.

Wieder einmal ein Klappentext, der wirklich und absolut unmöglich ist! „Der Liebhaber“ ist vieles, aber ganz sicher keine geradelinige Geschichte. Und auch die Entscheidung, als Prostituierte behandelt zu werden, fällt nicht so bewußt, wie das hier dargestellt wird, noch trifft das Mädchen die Entscheidung nach Frankreich zurückzugehen. Aber vor allem und auf keinen Fall geht es in diesem Roman um Reue.

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Leviathan

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Oktober 2011 by lady8jane
Leviathan von Julien Green

Leviathan von Julien Green

Guéret wird enttäuscht in seiner Liebe zu Angèle, einem schon früh zur Prostitution gezwungenem Mädchen. Er rächt sich an ihr durch schwere Mißhandlungen und flieht. Doch auf der Flucht wird er zum Mörder. Er begegnet zwei Frauen, die mit ihm ihr Spiel treiben. Auf der einen Seite intrigiert die Gastwirtin Frau Londe, Angèles Zuhälterin. Auf der anderen Seite sucht die sadistische Frau Grosgeorge in einer Affäre mit Guéret den Ausweg aus ihrer langweiligen, großbürgerlichen Ehe. Doch als sie von Guérets Liebe zu Angèle erfährt, gerät der Mikrokosmos der Abhängigkeiten aus den Fugen.

Die Geschichte, die in „Leviathan“ erzählt wird, ist, obwohl im 20. Jahrhundert geschrieben, seltsam altmodisch und gleichzeitig irgendwie außerhalb jeder Zeit und auch irgendwie außerhalb jedes Raumes. Umso mehr kann sich Julien Green auf die Innenwelt seiner Charaktere konzentrieren. Und die Art, wie er über Gefühle schreibt ist schlicht großartig.

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Eine Liebe Swanns

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Juni 2011 by lady8jane
Eine Liebe Swanns von Marcel Proust

Eine Liebe Swanns von Marcel Proust

Swann ist hoffnungslos verliebt. Seit er festgestellt hat, daß die schöne Odette einer Figur in einem Gemälde Botticellis gleicht, kann er seine Augen nicht mehr von ihr abwenden. Seine Aufmerksamkeit schmeichelt ihr zunächst, und sie führt ihn in den Salon der Verdurins ein. Doch nach und nach verliert sie das Interesse an Swann – der ihr nur um so bedingungsloser verfällt. Als er eines Tages mit ihrer Untreue konfrontiert wird und feststellen muß, daß Odette eigentlich eine Dame aus der Halbwelt von zweifelhaftem Ruf ist, scheint er aus einem bösen Traum zu erwachen und erkennt mit einem Mal, daß er Jahre seines Lebens mit der Liebe zu einer Frau verbracht hat, die es nicht wert war, so vergöttert zu werden.

„Eine Liebe Swanns“ (1913) ist eine psychologische Studie, die Proust Meisterschaft verrät, feinste Nuancen des Seelenlebens in Worte zu fassen und intimste Gefühlsregungen literarisch erfahrbar zu machen. Vor den Augen des Lesers entsteht ein Kaleidoskop der Emotionen zwischen erwachender Liebe, brennender Leidenschaft und verzehrender Eifersucht. Zugleich portrait Proust satirisch das großbürgerliche und adlige Gesellschaftsleben in einer untergangenen Welt: dem Fin de siècle.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Marcel Proust gelesen, aber natürlich schon viel von ihm gehört. Nachdem ich jetzt mit „Eine Liebe Swanns“ zumindest einen seiner Romane kennengelernt habe, muß ich sagen, Proust ist gar nicht so schwer zu lesen wie alle immer tun. Gut, er ist kein großer Freund von Absätzen und seine Sätze oder besser Satzkonstrukte sind sehr lang. Aber wenn man einmal „Die Akazie“ gelesen hat, dann ist Proust noch vergleichsweise harmlos. Seine Sätze sind zumindest grammatikalisch richtig und ordentlich durch Interprunktion gegliedert.

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