Archiv für F. Scott Fitzgerald

Der große Gatsby

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2008 by lady8jane
Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald

Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald

„Der große Gatsby“ (1925) führt den Leser direkt ins New York der Goldenen Zwanziger. Jazzmusik, Wolkenkratzer, unerhörter Reichtum, finanzielle Leichtfertigkeit, Intrigen und grenzenlose Liebe – nichts fehlt in diesem meisterhaften Gesellschaftsportrait. Vor dem Hintergrund der lauten, wilden amerikanischen Moderne entfaltet der Roman die berührende Geschichte eines unheilbaren Romantikers. Früh schon erkennt der mittellose James Gatz, daß Erfolg eine Frage der Selbstdarstellung ist. Er beschließt, daß aus dem „armen Gatz“ der strahlende Jay Gatsby werden soll und spielt den Erfolgreichen, noch bevor er tatsächlich zu Reichtum kommt. Doch nicht alles läuft nach Plan. Während er als Offizier im Ersten Weltkrieg dient, verliert er Daisy Fay, eine Tochter aus reichem Haus, an einen Nebenbuhler. Aber so leicht gibt er nicht auf. Unweit ihres Hauses auf Long Island errichtet er eine traumhafte Villa, in der er rauschende Partys feiert in der Hoffnung, Daisy doch noch zurückzugewinnen. Eine Geschichte voller Intrigen, Betrügereien und Eifersucht beginnt.

Subtil und symbolhaft erzählt Fitzgerald hier vom großen amerikanischen Traum – und von dessem Scheitern. Für seinen Roman erntete er höchstes Lob von Autoren wie T.S. Eliot, Gertrude Stein und Ernest Hemingway. „Der große Gatsby“ wurde mehrfach verfilmt, unter anderem 1973 mit Robert Redford und Mia Farrow in den Hauptrollen.

Der Klappentext trifft den Kern des Buches leider nur halb. Sicher, wir lesen in „Der große Gatsby“ die Geschichte des armen Gatz, der zum reichen Jay Gatsby wird. Der typische amerikanische Traum, wahr geworden durch Eigeninitiative, Disziplin, Glück und dem richtigen Jota krimineller Energie. Dieser wahr gewordene amerikanische Traum macht Gatsby aber nicht glücklich, tatsächlich scheint mir in diesem Buch keiner der Protagonisten wirklich glücklich zu sein. Alle sind auf der Suche, betrügen sich, lügen, alle versuchen den schönen Schein aufrecht zu erhalten … und doch, irgendetwas fehlt ihnen … Gerade von Gatsby scheint immer eine gewisse unterschwellige Melancholie auszugehen, die mehr zwischen den Zeilen herüber kommt. Es ist nicht Scheitern aber auch nicht Gewinnen.

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