Archiv für Elias Canetti

Die Stimmen von Marrakesch

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags on 14. Oktober 2008 by lady8jane
Die Stimmen von Marrakesch von Elias Canetti

Die Stimmen von Marrakesch von Elias Canetti

Marrakesch – eine Stadt mit einem Namen wie eine Verheißung. Das singende Stimmengewirr der farbenprächtigen Märkte, orientalische Gerüche, Kameltreiber, Straßenverkäufer, aber auch Bettler und Blinde – all das findet Elias Canetti auf seiner Reise in die fremdartige, faszinierende Stadt. Dabei begleitet er in den Fünfzigerjahren eher aus Zufall ein Filmteam in diese Welt, die märchenhaft und rätselhaft zugleich wirkt. Er kehrt zurück nach London, doch die Erinnerung läßt ihn nicht mehr los. Schließlich beginnt er, in kurzen literarischen Skizzen die rätselhafte Stadt in ihrer ganzen Sinnlichkeit und Lebendigkeit zu beschwören. So erwachen vor dem Auge des Lesers die arabischen und jüdischen Viertel, die Kamelmärkte, die feilschenden Händler und die Prostituierten gleichsam zu neuem Leben.

Canettis Aufzeichnungen „Die Stimmen von Marrakesch“ (1968) sind kein Reisebericht im traditionellen Sinn. Vielmehr sind sie literarische Momentaufnahmen, die in immer neuen Versuchen den flüchtigen Charme Marrakeschs einfangen und am Ende ebenso viel über den bezauberten Schriftsteller verraten wie über die Stadt, die ihn in ihren Bann gezogen hat.

Anders als es der Klappentext andeutet, ist „Die Stimmen von Marrakesch“ (14 Jahre nach dem Aufenthalt in der Stadt entstanden) aber kein Reisebericht. Vielmehr sammelt Canetti hier Fragmente und Eindrücke aus einer ihm völlig fremden Welt. Manchmal märchenhaft, immer faszinierend, stets mit ein wenig Wehmut und oft amüsant bringt er uns so Marrakesch näher, seine Bewohner (ob menschlich oder tierisch), seine Straßen.

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