Archiv für Duong Thu Huong

Bitterer Reis

Posted in Alexandria with tags , on 21. Oktober 2017 by lady8jane
Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Mit Duong Thu Huong werde ich wohl einfach nicht so recht warm. Schon „Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ hat mich ja nicht begeistern können. „Bitterer Reis“ ist ein wenig besser, aber auch wirklich nur ein wenig. Darum geht es:

Bitterer Reis erzählt das Leben der Studentin Hàng, die seit Jahren glücklos ihr Dasein in den Dienst der Familie gestellt hat: zur Entlastung ihrer Mutter, die am Rande von Hanoi einen kleinen Laden betreibt, zur Unterstützung ihres Onkels Chinh, der sich auf Kosten der Familie im Aufbau des Kommunismus profiliert, und in der Freundschaft zu ihrer Tante Tàm, die ihr von dem verstorbenen Vater erzählt. Jahrelang ist Hàng auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, nach dem Vietnam, das nur noch in den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit fortlebt, das Land der endlosen grünen Reisfelder, Blumenhecken und Sternennächte, das Land der bunten und duftenden Märkte. All dies ist mit der Agrarreform zerstört worden. Doch eines Tages eröffnet sich Hàng die Möglichkeit, alle alten Bindungen zu lösen und sich aufzumachen, auf die Suche nach einem neuen, noch unbekannten Paradies.

Weiterlesen

Advertisements

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt

Posted in Alexandria with tags , on 7. August 2017 by lady8jane
Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Ein Paar läßt sich scheiden …

Vu Sinh, Militärkommandant, liebt eine junge Schauspielerin, auch seine Frau Luu fühlt sich zu einem anderen hingezogen.

Doch die Partei macht die Scheidung rückgängig …

„Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ ist vor allem eines nicht: eine Liebesgeschichte. Es geht darin nämlich nur bedingt um Liebe, sondern vielmehr um gesellschaftliche Zwänge. Daß Vu Sinh und Luu überhaupt erst heiraten, passiert nur, um ihre Kameraden nicht zu enttäuschen und/oder lächerlich zu machen, die eine Liebesgeschichte zwischen den beiden vermuten. Auch die Anfechtung der Scheidung unternimmt Luu nur, weil ihre Vorgesetzte sie dazu drängt und sie ihr nicht sagen will, daß sie längst mit einem anderen glücklich ist. Wieder nicht, weil sie sich schämt, sondern um die Frau, mit der sie befreundet ist und die sich so sehr um sie kümmert und für sie einsetzt, nicht vor den Kopf zu stoßen.

Dies alles wird in einem sehr nüchternen, fast schon protokollarischen Stil erzählt, der erst gar keine Romantik aufkommen läßt. Tatsächlich ist das Poetischste an diesem Buch wohl der Titel. Muß man nicht gelesen haben.