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Die Schrecken des Eises und der Finsternis

Die Schrecken des Eises und der Finsternis von Christoph Ransmayr
Die Schrecken des Eises und der Finsternis von Christoph Ransmayr

Dies ist die Geschichte der k.u.k. österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition 1872 bis 1874 unter der Führung von Carl Weyprecht, dem Kommandanten zu Wasser, und Julius Payer, dem Kommandanten zu Lande. Da gibt es einige Männer aus dem Süden, die von Triest nach Bremerhaven fahren und von dort über Spitzbergen in die Arktis. Sie bereiten sich vor, angefüllt mit ihren Vorstellungen vom Eismeer und seinen Schrecken. Erzählt wird auch, wie Carl Weyprecht allen Ungeheuerlichkeiten zum Trotz, als das Schiff zwei furchtbare Polarwinter lang im Packeis festsitzt, Fassung, Mut und Forschergeist in sich vereint und behält. Julius Payer verfällt dagegen seinen Obsessionen vom noch nie gesehenen paradiesischen Land und gibt auch den unwirtlichsten Stätten dieser Erde Namen, als sei er der Herr der Welt, weil er als erster jenes sturmumtoste, von Gletschern bedeckte Land aus schwarzen Steinen betreten hat, das nun dank ihm Franz-Joseph-Land heißen wird. Als ihr Schiff, die „Admiral Tegetthoff“ vom Eis nicht mehr freigegeben wird, bricht die Mannschaft zu Fuß auf in der verzweifelten Hoffnung, die Zivilisation doch noch erreichen zu können …

Es ist aber auch die Geschichte des Joseph Mazzini, der sich als Konstrukteur der Vergangenheit versteht: „Er denke sich Geschichten aus, erfinde Handlungsabläufe und Ereignisse, zeichne sie auf und prüfe am Ende, ob es in der fernen oder jüngsten Vergangenheit jemals wirkliche Vorläufer oder Entsprechungen für die Gestalten seiner Phantasie gegeben habe.“ Mazzini stößt auf die Dokumente der Nordpolexpedition, meint, daß er deren Wirklichkeit erfunden habe, und begibt sich als echter Nachfahre auf die Spuren der Eismeerfahrer …

„Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ ist genau mein Buch! Ich liebe diese Art von Abenteuerbüchern. Dazu kommt noch, daß es nicht 100%ig fiktiv ist. Die Payer-Weyprecht-Expedition gab es wirklich. Christoph Ransmayr, ursprünglich Journalist, hat den Weg der Expedition minutiös recherchiert. Sein Text ist auch halbdokumentarisch, denn an vielen Stellen zitiert er aus den (hochpoetischen) Aufzeichnungen der Expeditionsteilnehmer. Man kann hier also im Prinzip beobachten, wie sich ein Journalist zu einem Romanautoren entwickelt. Denn „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ ist Ransmayrs erster Roman.

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