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Blauer Hibiskus

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie
Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Eine Tochter aus gutem Hause entdeckt die Welt – das Haus liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen gerägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihre Familie auseinanderfiel, das Land im Terror versank und ihre Kindheit zuende ging.

Der Klappentext von „Blauer Hibiskus“ ist wieder ein wenig irreführend. Klar bekommt man einige Dinge von den politischen Vorgängen in Nigeria am Rande mit. Aber ganz und gar nicht im Detail, wie es die Autorin zum Beispiel in „Die Hälfte der Sonne“. Chimamanda Ngozi Adichie hat stattdessen fast schon so etwas wie ein Kammerstück geschrieben.

Sie erzählt hier die Geschichte einer Familie und beschränkt sich dabei tatsächlich fast ausschließlich auf die Familienmitglieder und auf nur zwei Plätze (das Haus der Familie und das Haus der Tante). Darin spielt sich ein Drama ab, das man beinahe nicht ertragen kann und das gleichzeitig ungeheuer faszinierend zu verfolgen ist.

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Die Hälfte der Sonne

Die Hälfte der Sonne von Chimamanda Ngozi Adichie
Die Hälfte der Sonne von Chimamanda Ngozi Adichie

Die Hungerkatastrophe in Biafra, war die erste Katastrophe dieser Art, die von den Medien mit Berichten und Bildern begleitet wurde, die erste, die quasi direkt in den Wohnzimmern des reichen Westens ankam. Diese Bilder müssen so erschreckend und beeindruckend gewesen sein, daß der Ausdruck „dünn wie ein Biafrakind“ auch heute noch im deutschen Sprachgebrauch verwendet wird. Für mich, die ich einige Jahre nach der Katastrophe geboren wurde, war Biafra immer synonym mit den schrecklichen Bildern aus Afrika von ausgehungerten Menschen und den dürren Kindern mit ihren dicken Bäuchen. Bilder, die mich Mitte der 80er Jahre im Grundschulalter haben begreifen lassen, daß es auf dieser Welt tatsächlich Menschen gibt, die sterben, weil sie nichts zu Essen haben (ein Gedanke, der mich auch heute noch manchmal vor Ehrfurcht erschauern läßt angesichts der Fülle in unseren Supermärkten und dem Gefühl wirklich und wahrhaftig priviligiert zu sein mit meinem warmen Bett und meinem vollen Kühlschrank).

Aber was „Biafra“ wirklich bedeutet, ob das jetzt ein Landstrich in Afrika ist oder ein Stamm oder sonstwas, das wußte ich nicht. Erst aus „Die Hälfte der Sonne“ habe ich gelernt, daß Biafra für eine kurze Zeit einmal ein Staat gewesen ist:

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