Schlagwort-Archive: Chile

Engel und Einsame

Engel und Einsame von Ramón Díaz Eterovic
Engel und Einsame von Ramón Díaz Eterovic

„Wer keinen Finger krumm macht, der hat nichts zu befürchten“, provoziert Heredias Kater Simenon den Privatdetektiv mit kritischem Blick, wenn dieser eigentlich nur noch Mahler und Chet Baker hören und jedenfalls von Giftgas, CIA und Geheimpolizisten nichts mehr wissen will. Doch eines steht fest: Wenn es einen seiner Freunde erwischt, ruht Heredia nicht, bis die Schuld eingefordert ist.

Eigentlich bin ich ja kein großer Krimifreund bzw. überkritisch was Krimis angeht. Denn immerhin sind davon so viele auf dem Markt, da kann man schon wählerisch sein. „Engel und Einsame“ hat mir trotzdem ganz gut gefallen.

Zum einen ist es eigentlich kein echter Krimi sondern ein Thriller, in dem es um internationalen Waffenschmuggel und Korruption geht. Dabei treten einige Figuren auf, die mir eigentlich zu übermächtig waren, vor allem Heredias Informationsquelle Stevens agiert schon fast als deus ex machina sobald der Plot wieder einmal hängt oder die Ermittlungen zu einem Stillstand gekommen sind.

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Der Dieb und die Tänzerin

Der Dieb und die Tänzerin von Antonio Skármeta
Der Dieb und die Tänzerin von Antonio Skármeta

Ángel träumt von der schönen Tänzerin Victoria, Vergara Grey von der Versöhnung mit seiner Familie. Aber noch teilen sie ein Geheimnis, das sie schicksalhaft miteinander verbindet: Nur sie kennen das Versteck des Schatzes von Pinochets Geheimpolizei. Dabei ahnen sie nicht, daß ihnen jemand folgt, der einen mörderischen Auftrag zu erfüllen hat. Antonio Skármeta erzählt eine abenteuerliche Geschichte um vergangene Verbrechen, zarte Liebe und wahre Freundschaft und entfaltet gleichzeitig den Zauber der wiedergeborenen Stadt Santiago de Chile.

„Der Dieb und die Tänzerin“ ist ein wunderbares, bittersüßes Buch. Antonio Skármeta schafft es ganz ausgezeichnet einerseits die Fröhlichkeit und den unverbesserlichen Optimismus seiner Protagonisten darzustellen, andererseits verschweigt er keineswegs die Härte und die Grausamkeit des chilenischen Lebens. So sind selbst im Milieu der Kleinkriminellen noch die Auswirkungen der Diktatur Pinochets zu spüren und man merkt, daß hier noch viel Versöhnungsarbeit zu leisten wäre.

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