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Traumpfade

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. April 2011 by lady8jane
Traumpfade von Bruce Chatwin

Traumpfade von Bruce Chatwin

Sein Leben lang träumte der zivilisationsmüde Bruce Chatwin von den Nomaden, in Alice Springs begegnet er endlich einem von ihnen. Der Russe Arkady Wolsckok ist allerdings Akademiker, stammt aber von nomadischen Kosaken ab und findet deshalb nirgends Ruhe. Durch Java, Indien, Afghanistan, Israel und die Länder Europas ist er gereist, doch jetzt hat er beschlossen, dem industrialisierten Westen endgültig zu entsagen und lieber die Weisheit der austraalischen Ureinwohner zu ergründen, der Aborigines. Dafür gibt er alles andere auf, Frau, Haus, Heimat, denn den Uraustraliern droht höchste Gefahr. Auch wenn sie bisher einigermaßen unbehelligt leben, so können es die Abgesandten der Zivilisation kaum erwarten, sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben, weil sie die Bodenschätze dort endlich ausbeuten wollen. Dabei drohen die „Songlines“ zerstört zu werden, die Traumpfade, auf denen schon ihre Vorfahren dahinzogen, um mit ihrem Gesang die Welt zu erschaffen. Immer wieder muß auf diesen labyrinthischen Pfaden gewandert, muß die Natur von neuem besungen werden, denn sonst, so lautet die Überlieferung, droht der Welt und ihrer Schönheit das Ende.

Bruce Chatwins „Traumpfade“ bilden eine einzigartige Enzyklopädie der Unstetigkeit. Sie fassen das ganze Glück, das ganze Unglück des Reisens.

„Traumpfade“ ist nicht so sehr ein Roman, als mehr eine Mischung aus Tagebuchaufzeichnungen und Notizen, die in eine erzählerische Form gegossen wurden. Bruce Chatwin erzählt schlicht aus seinem Leben, von seinen Erlebnissen, von seinen Reisen (und maaaan, ist der Typ gereist!).

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