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Berittener Bogenschütze

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Mai 2013 by lady8jane
Berittener Bogenschütze von Brigitte Kronauer

Berittener Bogenschütze von Brigitte Kronauer

Matthias Roth, Dozent der Literatur und Untermieter beim Ehepaar Bartels, beschäftigt sich intensiv mit dem Werk Joseph Conrads, den er „Dichter der Umarmungen“ oder besser „Dichter der einen Umarmung“ nennen will, denn: „Im lang ersehnten Moment fallen die Paare in Erstarrung, in Todesstarre sozusagen.“ Roth lebt aber selbst nach dem Prinzip, daß im Innersten der Leidenschaft „Leere, Stille, Einöde“ herrsche, also keine wirkliche Liebesbeziehung aufrecht erhalten werden kann. Er beobachtet und spiegelt sich in seiner Umwelt, in der Fürsorglichkeit von Frau Bartels mit ihrer weißen Schürze, die ihm Essen kocht und seine Frauenbekanntschaften kommentiert. Auch die Liebesbegegnungen mit der aparten Freundin Marianne können Roth nicht aus seiner Selbstbezogenheit befreien. Vielmehr wächst sich sein Leben in der Stadt als Dozent, Untermieter und Mann allmählich zur Krise aus, Matthias Roth gerät selbst in die Erstarrung. Erst eine Urlaubsreise ans Mittelmeer wird diese depressive Versteinerung auflockern. Die Wanderung in die Tiefen eines einsamen ligurischen Bergtals wird zur Begegnung mit dem Tod und mit sich selbst, die Roths so scheinbar festgefügtes Welt- und Selbstbild erschüttert. Zurückgekehrt vermag er diese Erfahrung nicht produktiv zu nutzen. Erst die Liebe zu Gisela, der Frau seines Freundes Hans, verändert den selbstsüchtigen Matthias Roth endgültig …

„Berittener Bogenschütze“ ist das erste Buch aus der SZ-Bibliothek, das ich nicht komplett durchgelesen habe. Selbst durch „Der Untergeher“ habe ich mich komplett gequält, obwohl ich es unerträglich fand und der Schreibstil mich unglaublich agressiv gemacht hat.

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