Archiv für Belgien

Der Mann, der den Zügen nachsah

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. März 2010 by lady8jane
Der Mann, der den Zügen nachsah von Georges Simenon

Der Mann, der den Zügen nachsah von Georges Simenon

Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr so, wie es war. Kees Popinga, der brave holländische Familienvater und Prokurist, verliert seinen Job. Seine Firma geht Pleite, der bewunderte Chef verschwindet mit der Firmenkasse. Für Popinga ist das nicht nur eine persönliche Enttäuschung, sondern auch eine finanzielle Katastrophe, da er an der Reederei beteiligt ist. Dazu kommt, daß die Umstände es nahelegen, er sei an dubiosen Machenschaften der Firma beteiligt. Popinga faßt einen Entschluß: Er nimmt den nächsten Zug nach Amsterdam und taucht ein in ein neues Leben. Wenn schon alles zusammenbricht, dann möchte er wenigstens einmal richtig frei sein, leben und lieben, wie es ihm gefällt. Für seinen Traum vom neuen Leben geht Popinga sogar über Leichen, und schon bald ist er auf der Flucht.

„Der Mann, der den Zügen nachsah“ ist einfach ein großartiges Buch. Georges Simenon ist ein überragender Schriftsteller, keine Frage. Vor allem leistet er in seinem Werk genau das, was Peter Handke in „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ auch versucht hat: Er zeigt dem Leser die faszinierende Innensicht eines zunehmend wahnsinnig werdenden Mannes. Aber Simenon schafft es, das auch noch spannend zu gestalten.

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Der Fangschuß

Posted in Alexandria, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Juni 2009 by lady8jane
Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar

Der Fangschuß von Marguerite Yourcenar

„Der Fangschuß“ von Marguerite Yourcenar und überhaupt das Werk von Marguerite Yourcenar ist etwas, das ich ohne die SZ-Bibliothek vielleicht nie entdeckt hätte. Und mein Leben wäre wesentlich ärmer gewesen, dieses Buch ist nämlich schlicht genial! Worum aber geht es?

1919 ist der Erste Weltkrieg zu Ende, doch im Baltikum dauert der Bürgerkrieg an. Während die Russische Revolution in vollem Gange ist, kommt der preußische Offizier Erich von Lhomond mit einem Trupp von Weißgardisten nach Kratovice. Dort begegnet er Konrad von Reval, einem Freund aus Jugendtagen, der mit seiner Schwester Sophie in einem verfallenen Schloß lebt. Zwischen den entwurzelten Protagonisten entwickelt sich eine ebenso heftige wie quälende Dreiecksbeziehung voller Erotik und unerfüllter Begierde. Immer wieder sieht sich Sophie von Erich zurückgewiesen, der sich anscheinend stärker zu ihrem Bruder hingezogen fühlt. Vor dem Hintergrund der Kriegswirren entsteht so eine fesselnde Geschichte von Hingabe und Enttäuschung, ein psychologisches Kammerstück voller Spannung über das Verlangen und die Liebe.

Marguerite Yourcenars „Der Fangschuß“ (1939) wurde 1976 von Volker Schlöndorff verfilmt und zählt zu den bekanntesten Romanen der Autorin.

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Tim und Struppi

Posted in Alexandria, BILD-Comic-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2006 by lady8jane
Tim und Struppi von Hergé

Tim und Struppi von Hergé

„Tim und Struppi“ ist leider erst der zweite Band der BILD-Comic-Bibliothek, der mir wirklich durchgehend gefallen hat. Naja, könnte natürlich auch einfach daran liegen, daß ich den pfiffigen Tim und seinen Köter Struppi sowieso verdammt gern mag. Klar, man muß den Humor mögen, aber ich mach mir schon fast in die Hose, wenn ich allein die Schimpfwörter von Käpt’n Haddock durchlese.

Mit „Die sieben Kristallkugeln“ und dem Fortsetzungsband „Der Sonnentempel“ startet das Buch gleich mit Mystery und einer Expedition in ein exotisches Land. Dazu kommt eine archäologische Expedition, ein geheimnisvoller Kult, der die ganze Welt zu umspannen scheint, und (wie immer) ein extrem tolpatschiger Käpt’n Haddock. Klasse! So klasse sogar, daß ich das ganze in ein Abenteuer für meine Rollenspielgruppe verwurschteln werde.

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Spirou und Fantasio

Posted in Alexandria, BILD-Comic-Bibliothek with tags , , on 14. April 2006 by lady8jane
Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg

Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg

Ich habe „Spirou und Fantasio“ immer gerne gelesen. Der pfiffige Hotelpage, der rasende Reporter, der verrückte Erfinder, das putzige Dschungeltier und vor allem das zynische Eichhörnchen haben mich ganz sicher nie schlecht unterhalten.

Zwei der in diesem Sammelband vertretenen Geschichten sind auch ziemlich klasse. „Der Plan des Zyklotrop“ spielt witzig mit Motiven aus „Dr. Mabuse“ und „James Bond“-Filmen sowieso mit jedem Klischee des verrückten Wissenschaftlers. „QRN ruft Bretzelburg“ ist eine bissige Parodie auf Deutschland, wobei sich sowohl Anklänge an das Dritte Reich als auch auf die DDR finden.

Wieso man sich aber entschieden hat, mit „Das Nest im Urwald“ den Sammelband zu eröffnen, ist mir schlicht schleierhaft. Nicht Spirou und sein Freund Fantasio sind die Hauptfiguren, sondern eine konkurierende Reporterin, die einen Film über die Lebensweise der Marsupilamis präsentiert. Das ganze ist sehr charmant erzählt und die Baby-Marsupilamis sind supersupersupersüß, sicher. Aber eine typische „Spirou und Fantasio“-Geschichte ist das leider nicht. Aber wahrscheinlich wollte BILD einfach den Niedlichkeitsfaktor nach oben treiben. Schade.

Lucky Luke

Posted in Alexandria, BILD-Comic-Bibliothek with tags , , on 14. Februar 2006 by lady8jane
Lucky Luke von Morris und René Goscinny

Lucky Luke von Morris und René Goscinny

Auf den ersten Blick ist „Lucky Luke“ aus der BILD-Comic-Bibliothek eine willkürliche Zusammenstellung von vier Heften der berühmten Comic-Reihe. Warum ausgerechnet diese vier Bände und nicht andere ausgewählt wurden, darauf wird nirgendwo eingegangen, überhaupt ist das Vorwort eher spärlich ausgefallen.

Klasse sind dann natürlich die Comic selbst, auch wenn sie in einem etwas kleineren Format als dem üblichen DIN A4 daher kommen. Enthalten sind die Einzelbände „Ma Dalton“, „Die Daltons und der Psycho-Doc“, „Der Kaiser von Amerika“ und „Goldrausch!“. Am besten sind wie immer die Hefte mit den Daltons, wobei mir das mit dem Psycho-Doc noch einen Tacken besser gefällt als die Dalton-Familienzusammenführung. Es sind einfach wunderbare Seitenhiebe enthalten. Am Schwächsten ist für mich „Goldrausch!“, das sich ein wenig zäh dahin zieht.

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