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Mit brennender Geduld

Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta
Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta

Skármetas Roman ist eine poetische Evokation, eine Hommage an den größten chilenischen Dichter unseres Jahrhunderts, Pablo Neruda, ein Stück zärtliche Erinnerung eines im deutschen Exil lebenden Schriftstellers an sein Land und sein Volk.

„Mit brennender Geduld“ erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Briefträger Mario Jiménez, dem Sohn eines Fischers in Isla Negra, und Pablo Neruda, dem Dichter. Mit Hilfe eines Gedichts, das Mario dem väterlichen Freund abringt, gewinnt er das Herz seiner Angebeteten: Die Macht des Wortes, die treffende Metapher, die Poesie wirkz Wunder. Als Neruda von der Regierung Allende als Botschafter nach Paris entsandt wird, vergißt er seinen Briefträger nicht. Er schreibt ihm, und dafür schickt ihm Mario auf Tonband die Glockentöne, das Meeresrauschen, die Laute der Tiere und Menschen ins ferne Freankreich. Todkrank kehrt der Dichter nach Chile zurück. Dann kommt der Putsch – und danach wird es dunkel: Neruda stirbt, Mario wird abgeholt, er und sein Volk haben – zunächst – ihren Kampf um Freiheit, Demokratie und Poesie verloren. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Erfüllung der Visionen Nerudas.

Schon bei „Der Dieb und die Tänzerin“ ist mir aufgefallen, daß Antonio Skármeta einen sehr lebendigen, prallen, ja deftigen Stil hat. Auch in „Mit brennender Geduld“ greift er ordentlich in die Vollen: Erotik, Sex, anzügliche Sprüche und sonstige „Nettigkeiten“ wo man auch hinsieht. Vor allem Marios Schwiegermutter ist immer wieder für eine spitze Bemerkung gut.

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Der Dieb und die Tänzerin

Der Dieb und die Tänzerin von Antonio Skármeta
Der Dieb und die Tänzerin von Antonio Skármeta

Ángel träumt von der schönen Tänzerin Victoria, Vergara Grey von der Versöhnung mit seiner Familie. Aber noch teilen sie ein Geheimnis, das sie schicksalhaft miteinander verbindet: Nur sie kennen das Versteck des Schatzes von Pinochets Geheimpolizei. Dabei ahnen sie nicht, daß ihnen jemand folgt, der einen mörderischen Auftrag zu erfüllen hat. Antonio Skármeta erzählt eine abenteuerliche Geschichte um vergangene Verbrechen, zarte Liebe und wahre Freundschaft und entfaltet gleichzeitig den Zauber der wiedergeborenen Stadt Santiago de Chile.

„Der Dieb und die Tänzerin“ ist ein wunderbares, bittersüßes Buch. Antonio Skármeta schafft es ganz ausgezeichnet einerseits die Fröhlichkeit und den unverbesserlichen Optimismus seiner Protagonisten darzustellen, andererseits verschweigt er keineswegs die Härte und die Grausamkeit des chilenischen Lebens. So sind selbst im Milieu der Kleinkriminellen noch die Auswirkungen der Diktatur Pinochets zu spüren und man merkt, daß hier noch viel Versöhnungsarbeit zu leisten wäre.

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