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Der Jakubijân-Bau

Posted in Alexandria with tags , on 7. Juli 2012 by lady8jane
Der Jakubijân-Bau von Alaa al-Aswani

Der Jakubijân-Bau von Alaa al-Aswani

Der Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig – und eigentlich nie in dieser Direktheit – gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muß, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt.

Das Buch hat für Aufregung gesorgt. Es ist in Ägypten, Frankreich und Italien zum Bestseller geworden, besonders nach seiner Verfilmung. Der Film wurde an den Festivals von Berlin, Cannes und New York gezeigt und an den Filmfestspielen in Zürich mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Und nicht von ungefähr hat „Der Jakubijân-Bau“ für Aufregung gesorgt! Das Buch ist gut, es ist sogar verdammt gut, und es behandelt die drei großen Tabus der ägyptischen (bzw. eigentlich jeder) Gesellschaft: Politik, Religion, Sex. Dabei geht es in jeder Hinsicht ordentlich zur Sache. Da werden Wahlstimmen gekauft genauso wie Frauen oder Männer, es wird deftig über Sex erzählt (und natürlich geht es auch im Bett oder auf dem Teppich oder sonstwo gut zur Sache), junge Frauen werden belästigt, Gefangene werden gefoltert, Hochzeiten werden arrangiert, eine Abtreibung erzwungen, es wird gestorben, geliebt, getötet, gefeilscht, gemordet.

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