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Die blaue Aubergine

Die blaue Aubergine von Miral al-Tahawi
Die blaue Aubergine von Miral al-Tahawi

Das Mädchen Nada kommt blau angelaufen zur Welt. Die Eltern nennen es zärtlich-spöttisch „blaue Aubergine“ und haben höchste Erwartungen: Eine Prinzessin wird aus ihr, meint die Mutter, eine Weltraumforscherin, glaubt der Vater. Irgendwann findet sich Nada an der Uni wieder und versteht die Welt und ihren Körper nicht mehr. Sie verhüllt sich, versteckt sich unterm Kopftuch und sucht Zuflucht bei den religiösen Parolen der Islamisten. Aber auf ihre drängenden Fragen zu Liebe und Politik, Gesellschaft und Erwachsenwerden findet sie weder in der Tradition noch in der Revolte eine Antwort.

„Die blaue Aubergine“ ist zwar nur 181 Seiten stark, fühlt sich aber an (und liest sich) wie ein viel dickeres Buch. Das liegt zum einen am Thema, das einfach sehr schwer ist. Die Stellung der Frau, ein Frauenleben in der arabischen Welt, dazu könnte man ganze Bibliotheken füllen.

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Der Jakubijân-Bau

Der Jakubijân-Bau von Alaa al-Aswani
Der Jakubijân-Bau von Alaa al-Aswani

Der Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig – und eigentlich nie in dieser Direktheit – gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, das für seine Familie sorgen muß, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt.

Das Buch hat für Aufregung gesorgt. Es ist in Ägypten, Frankreich und Italien zum Bestseller geworden, besonders nach seiner Verfilmung. Der Film wurde an den Festivals von Berlin, Cannes und New York gezeigt und an den Filmfestspielen in Zürich mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Und nicht von ungefähr hat „Der Jakubijân-Bau“ für Aufregung gesorgt! Das Buch ist gut, es ist sogar verdammt gut, und es behandelt die drei großen Tabus der ägyptischen (bzw. eigentlich jeder) Gesellschaft: Politik, Religion, Sex. Dabei geht es in jeder Hinsicht ordentlich zur Sache. Da werden Wahlstimmen gekauft genauso wie Frauen oder Männer, es wird deftig über Sex erzählt (und natürlich geht es auch im Bett oder auf dem Teppich oder sonstwo gut zur Sache), junge Frauen werden belästigt, Gefangene werden gefoltert, Hochzeiten werden arrangiert, eine Abtreibung erzwungen, es wird gestorben, geliebt, getötet, gefeilscht, gemordet.

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