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Der Krieg und die Liebe

Der Krieg und die Liebe von Atiq Rahimi
Der Krieg und die Liebe von Atiq Rahimi

Atiq Rahimi erweist sich auch in seinem neuen Roman als einer der wichtigsten Autoren der Gegenwart: Eine eindringliche Parabel über den Versuch, dem Schicksal zu entgehen, durch Flucht in den Wahnsinn, den Tod – und die Liebe.

Wie schon in „Erde und Asche“ schreibt Atiq Rahimi auch in „Der Krieg und die Liebe“ aus einer sehr personalen Erzählperspektive. Ja, im Vergleich zu seinem Erstlingswerk ist er dabei noch um einiges extremer geworden.

So ist dieses Buch ein bedrückendes Zeugnis von Krieg, aber vor allem von Unterdrückung. Denn es ist nur eine Kleinigkeit, durch die der junge Farhad in Konflikt mit dem Gesetz gerät. Er hat sich mit einem Freund zusammen betrunken und dadurch die Ausgangssperre vergessen. Was darauf folgt, ist erschreckend und verstörend. Aber es ist auch ein Zeugnis für den Mut, den Menschen trotz allem noch aufbringen können. Die Witwe Mahnas nimmt den jungen Mann bei sich auf und versucht alles, um ihm zu helfen.

Ob sie damit Erfolg hat, will ich hier nicht verraten. Das Buch ist auf alle Fälle faszinierend und lesenswert.

Erde und Asche

Erde und Asche von Atiq Rahimi
Erde und Asche von Atiq Rahimi

Mit seiner anrührenden und erschütternden Parabel hat Atiq Rahimi ein Werk von zeitloser Gültigkeit geschaffen. Denn in dem Schicksal eines afghanischen Großvaters, der mit seinem Enkel unterwegs ist, um dem Sohn vom Tod aller Verwandten zu berichten, spiegeln sich der Schmerz und das Leid all jener, die unter Gewalt und Verfolgung leiden.

„Erde und Asche“ ist tatsächlich eher eine Parabel oder eine Kurzgeschichte als ein Roman. Das Buch ist keine 100 Seiten stark, zudem in sehr großer Schrift gedruckt. Trotzdem ist es ziemlich beeindruckend.

Konsequent aus der Sicht Dagastirs, des afghanischen Großvaters, geschildert, vermittelt Atiq Rahimi eindringlich, was Krieg für die einfachen Menschen in Afghanistan (und der ganzen übrigen Welt natürlich auch) bedeutet. Das Leid dieses Mannes, dessen Leben von einem Tag auf den anderen völlig umgeworfen wurde, seine Sorge um seinen Enkel und seinen Sohn, all das bringt uns Rahimi durch seine konsequente Erzählweise nahe. Man versteht diesen Mann, der doch aus einer ganz anderen Kultur kommt, man leidet mit ihm.

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