Die Zeit der Sternschnuppen

Posted in Alexandria with tags , on 21. August 2017 by lady8jane
Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Der Himmel kennt viele Geheimnisse: die wahre Liebesgeschichte von Sonne und Mond, das Rätsel um das Kreuz des Südens oder die mutige Mission einer Sternschnuppe … Sergio Bambaren, der Millionen Leser mit seinen Büchern berührt, erzählt in diesem stimmungsvoll illustrierten Buch, wie eine Nacht im Himalaya sein Leben veränderte – und lehrt uns, an Wunder zu glauben.

„Die Zeit der Sternschnuppen“ ist also eines der Bücher, mit denen Sergio Bambaren Millionen von Leser berührt. Das müssen ganz schön schlichte Gemüter sein, aber ehrlich mal!

Was Bambaren da verzapft ist ein krudes Gemisch aus Möchtegernmärchen und Platitüden, gemischt mit ein paar „Lebensweisheiten“, die es eigentlich nicht wert sind, so genannt zu werden. Im Grunde sind es nämlich nicht weiter als etwas netter formulierte Bauernweisheiten oder die schlauen Sprüche, die man sich von Mutter und Oma anhören muß (und die einen ordentlich ankotzen).

Ich denke, Bambaren versucht irgendwie auf der Paolo Coelho Welle zu reiten (als Surfer weiß er ja, wie man das tut). Dazu mischt er noch ein wenig Antoine de Saint-Exupéry, verpackt das ganze in putzige kleine Märchen, die man mal schnell zwischendurch lesen kann.

Definitiv ein Autor, von dem ich nur abraten kann.

Advertisements

Huckleberry Finn

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. August 2017 by lady8jane
Huckleberry Finn von Mark Twain

Huckleberry Finn von Mark Twain

Früher führte Huckleberry Finn ein unbeschwertes Leben. Doch seit er mit seinem Freund Tom Sawyer einen Schatz gefunden hat, ist es damit vorbei. Denn nun taucht sein Vater auf, ein Landstreicher, der sich bisher wenig um Huck gekümmert hat. Jetzt aber versucht er, in den Besitz des Geldes zu gelangen. Für Huck gibt es nur eine Lösung: Er reißt aus. Auf seiner Flucht trifft er den entflohenen Sklaven Jim und gemeinsam brechen beide zu einer abenteuerlichen Floßfahrt auf, den Mississippi hinunter.

„Huckleberry Finn“ ist eines der wichtigsten Bücher des amerikanischen Bestseller-Autors Mark Twain und für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen spannend und lesenswert. Ein internationaler Klassiker und ein Glücksfall für die Weltliteratur!

„Huckleberry Finn“ ist tatsächlich nicht nur eines der wichtigsten Bücher von Mark Twain, sondern ein sehr wichtiges Buch für die amerikanische Literatur und die westliche Literatur allgemein. Denn es ist eines der ersten Bücher, die in Umgangssprache geschrieben sind. Dieser Schritt von einer hohen (und damit auch künstlichen) Schriftsprache zu einem Erzählen einfach so, wie das Volk eben spricht und handelt, ist so gewaltig und auch so gewagt, daß man Twain eigentlich gar nicht genug dankbar sein kann. Dabei ist es für uns heutige Leser eigentlich nicht mehr so recht nachzuvollziehen, teilweise bemerken wir den Unterschied gar nicht, da wir dieses Erzählen ja aus vielen modernen Romanen gewohnt ist.

Weiterlesen

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt

Posted in Alexandria with tags , on 7. August 2017 by lady8jane
Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt von Duong Thu Huong

Ein Paar läßt sich scheiden …

Vu Sinh, Militärkommandant, liebt eine junge Schauspielerin, auch seine Frau Luu fühlt sich zu einem anderen hingezogen.

Doch die Partei macht die Scheidung rückgängig …

„Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ ist vor allem eines nicht: eine Liebesgeschichte. Es geht darin nämlich nur bedingt um Liebe, sondern vielmehr um gesellschaftliche Zwänge. Daß Vu Sinh und Luu überhaupt erst heiraten, passiert nur, um ihre Kameraden nicht zu enttäuschen und/oder lächerlich zu machen, die eine Liebesgeschichte zwischen den beiden vermuten. Auch die Anfechtung der Scheidung unternimmt Luu nur, weil ihre Vorgesetzte sie dazu drängt und sie ihr nicht sagen will, daß sie längst mit einem anderen glücklich ist. Wieder nicht, weil sie sich schämt, sondern um die Frau, mit der sie befreundet ist und die sich so sehr um sie kümmert und für sie einsetzt, nicht vor den Kopf zu stoßen.

Dies alles wird in einem sehr nüchternen, fast schon protokollarischen Stil erzählt, der erst gar keine Romantik aufkommen läßt. Tatsächlich ist das Poetischste an diesem Buch wohl der Titel. Muß man nicht gelesen haben.

Belle de jour

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Juli 2017 by lady8jane
Belle de jour von Luis Buñuel

Belle de jour von Luis Buñuel

Séverine, die sehr zurückhaltende Frau von Pierre, wird von masochistischen Phantasien heimgesucht, die ihre sexuelle Frustration erkennen lassen. Von Neugier getrieben besucht sie heimlich ein Bordell und wird zur „Belle de Jour“, das dritte Mädchen in Madame Anaïs‘ diskretem Etablissement. Durch die Befriedigung der Wünsche ihrer Klienten scheint sie ihren inneren Frieden gefunden zu haben bis Marcel, ein regelmäßiger Besucher des Bordells, Séverine ganz für sich allein haben will …

Vielleicht braucht man einen Spanier, um einen guten französischen Film zu machen … Denn „Belle de jour“ von Luis Buñuel ist genau das, was man von einem intelligenten, anspruchsvollen, französischen Film erwartet. Er zeichnet seine Charaktere mit leichter Hand und doch sehr tief. Er provoziert (unter anderem mit den masochistischen Phantasien Séverines) und konfrontiert den Zuschauer mit seinen eigenen Wünschen.

Weiterlesen

Verirrte Seelen

Posted in Alexandria with tags , on 21. Juli 2017 by lady8jane
Verirrte Seelen von João Aguiar

Verirrte Seelen von João Aguiar

Der eine, Zé da Pinta, wäre so gerne Herr der Wolken. Der andere, Goncalo Nuno, ist froh, daß er endlich – im hohen Rentenalter – Herr über sich selbst ist. Keiner von beiden – weder der wissensdurstige Alte noch der spintisierende Junge – hätte je daran geglaubt, eines Tages Werwölfe zu orten, verwunschene Maurinnen zu befreien und anderen verirrten Seelen den Weg zu weisen.

Die Klagen von Henan von Antonio Gómez Rufo

Eine Buchreihe mit ...

Wieder einmal trifft es der Klappentext nicht ganz. Denn Goncalo Nuno versucht verzweifelt frei zu bleiben, obwohl seine Söhne ihn gerne in ein Altenheim stecken würden, und Zé da Pinta erfährt erst von dem alten Herren, daß es Geschichten über Gewitterlinge, die Herren der Gewitter(-wolken), gibt. „Verirrte Seelen“ ist vor allem eine Geschichte über zwei Außenseiter, die mit der Gesellschaft nicht (mehr) zurechtkommen und sich deshalb zusammen tun.

Weiterlesen

Black Beauty

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2017 by lady8jane
Black Beauty von Anna Sewell

Black Beauty von Anna Sewell

Das Hengstfohlen Black Beauty wächst auf einer grünen Weide heran, liebevoll umsorgt von seiner Mutter. Doch dann muß der tierliebe und verständnisvolle Besitzer den jungen Hengst verkaufen und damit beginnt eine Zeit voller Entbehrungen. Denn nun erfährt Black Beauty am eigenen Leibe, wie sehr Pferde unter der Unwissenheit und Gedankenlosigkeit, dem Egoismus und der Gewinnsucht der Menschen leiden.

Anna Sewell hat Black Beautys Geschichte vor über 100 Jahren erzählt und damit die erste moderne Pferdegeschichte verfaßt. Ihr leidenschaftlicher Appell für eine tiergerechte, sanfte Pferdehaltung hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Man merkt „Black Beauty“ deutlich an, daß Anna Sewell damit eigentlich eine Art Lehrbuch zur tiergerechten Pferdehaltung schreiben wollte. Sie beschreibt die Pflege der Pferde oder eben auch die Mißhandlungen oder schlichte Unachtsamkeiten in so viel Details, daß es der Geschichte einfach nur abträglich ist.

Weiterlesen

Chronik eines angekündigten Todes

Posted in Alexandria with tags , on 7. Juli 2017 by lady8jane
Chronik eines angekündigten Todes von Gabriel García Márquez

Chronik eines angekündigten Todes von Gabriel García Márquez

Ein Mädchen wird in der Hochzeitsnacht nach Hause geschickt, weil es nicht mehr unberührt war. Seine Brüder beschließen den angeblichen Verführer zu töten. Ein Dorf sieht zu.

So kurz der Klappentext zu „Chronik eines angekündigten Todes“ auch ist, er verrät doch zu viel. Gabriel García Márquez hat seine Erzählung nämlich ungeheuer raffiniert konstruiert. Zunächst erfährt der Leser nämlich nur, daß Santiago Nasar getötet werden soll, nicht warum und auch nicht von wem. Stattdessen folgt man ihn, wie er seinen Tag beginnt.

Nach und nach erst erfährt man die Hintergründe, die der Erzähler nach einigen Jahrzehnten noch einmal zu rekonstruieren versucht. Insofern ist die Geschichte immer wieder durch Zitate der Augenzeugen angereichert, in denen sie ihre Meinungen und Beobachtungen frei von der Leber weg erzählen.

Weiterlesen