Die Ballade von Johnny Sosa

Posted in Alexandria with tags , on 7. Mai 2017 by lady8jane
Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

Die Ballade von Johnny Sosa von Mario Delgado Aparaín

„Die Ballade von Johnny Sosa“ ist ein großes kleines Buch über den Traum vom Ruhm, über die Menschenwürde, den Blues und die Schwierigkeit, im richtigen Moment nein zu sagen.

Endlich einmal ein Klappentext, der genau ins Schwarze trifft! Dieses raffinierte kleine Buch (tatsächlich nicht viel länger als eine Ballade) macht einfach nur Spaß. Mario Delgado Aparaíns trockener Humor, gepaart mit seinen farbigen Beschreibungen und Johnny Sosas herrlichem Englisch … großartig!

Dabei ist das Thema eigentlich so ernst wie es ernster nicht geht. Die Diktatur in Uruguay war wohl eine der grausamsten des lateinamerikanischen Kontinents, das Land als „Folterkammer Südamerikas“ bekannt.

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Pickpocket

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. April 2017 by lady8jane
Pickpocket von Robert Bresson

Pickpocket von Robert Bresson

Michel begeht als Hobby Taschendiebstähle und wird umgehend verhaftet. Dies gibt ihm die Möglichkeit, über die Sittlichkeit von Kriminalität nachzudenken. Nach seiner Entlassung stirbt jedoch seine Mutter. Er lehnt die Unterstützung seiner Freunde Jeanne und Jacques ab und fängt, nachdem er Unterricht bei einem Fachmann erhalten hat, wieder mit dem Taschendiebstahl an, denn dies ist für ihn der einzige Weg sich auszudrücken …

Es gibt sehr gute französische Filme, ich habe schon einige gesehen, die mich einfach nur umgehauen haben. Aber die, für die sich die SZ-Redaktion entschieden hat, sind irgendwie alle … blöd. Auch „Pickpocket“ ist da keine Ausnahme.

Gut, er ist nicht so grauenhaft wie „Die Verachtung“, man kann ihn sich anschauen, ohne daß man körperliche Schmerzen erleidet. Aber er ist auch nicht überragend. Tatsächlich ist er irgendwie völlig belanglos. Es passiert nichts auch nur ansatzweise überraschendes oder interessantes. Man könnte es sich also auch sparen den Film anzusehen. Völlig und total sparen.

Die Tränen Luzifers

Posted in Alexandria with tags , on 21. April 2017 by lady8jane
Die Tränen Luzifers von Rosa Lobato de Faria

Die Tränen Luzifers von Rosa Lobato de Faria

Der Schausteller Bernardo ist verliebt in das Revuegirl Maria-Antonia. Um die Frau für sich zu gewinnen, schließt er einen Pakt mit dem Teufel. Er kriegt die Dame seines Herzens, wenn er Luzifer für eine Träne seine männlichen Nachkommen verspricht.

Wieder eine Folge von „Bescheuerte Klappentexte“ … Wer „Die Tränen Luzifers“ nach dieser Beschreibung liest, wird ganz sicher nicht das bekommen, was er beim Kauf des Buches erwartet hat. Mal ganz davon abgesehen, daß er schlicht falsch ist. Bernardo verspricht tatsächlich irgendwie in einem Traum dem Teufel seine männlichen Nachkommen, aber mit den Tränen Luzifers hat es etwas ganz anderes auf sich. Die „Tränen Luzifers“ (oder „Tränen Shivas“) sind eine Flüssigkeit, die einen Menschen in die Lage versetzen, eine Woche lang in einem todesähnlichen Zustand zu verbringen. Und Bernardo hat einen kleinen Vorrat dieser Flüssigkeit aus Indien mitgebracht (und verwendet sie für eine Nummer in seiner Show).

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Till Eulenspiegel

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. April 2017 by lady8jane
Till Eulenspiegel von Gisela Geisler

Till Eulenspiegel von Gisela Geisler

Till Eulenspiegel zieht von Ort zu Ort, und überall hält er die Leute zum Narren. In Braunschweig backt er Eulen und Meerkatzen statt Brötchen, in Erfurt lehrt er einen Esel lesen und in Leipzig führt er die Kürschner mit einer Hasenkatze hinters Licht.

Der Wortwitz und der hintergründige Humor von Eulenspiegel sind mittlerweile legendär. Seine Streiche spielt er mit Vorliebe den Reichen und Mächtigen, aber auch Heuchler, Aufschneider und Betrüger werden von ihm bloßgestellt.

Kein Wunder, daß diese Geschichten nicht nur Erwachsene zum Lachen bringen. Auch Kinder mögen den Schalk Eulenspiegel, weil er die Dinge beim Namen nennt und sich von den Großen nicht alles gefallen läßt. So ist Eulenspiegel, dessen Streiche erstmals vor 500 Jahren aufgezeichnet wurden, eine der berühmtesten Figuren der deutschen Literatur geworden.

Eigentlich mag ich die Geschichten um „Till Eulenspiegel“. Allerdings haben sie mir in dieser geballten Form nicht so recht Spaß gemacht.

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Mein Franz von Assisi

Posted in Alexandria with tags , on 7. April 2017 by lady8jane
Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

Mein Franz von Assisi von Nikos Kazantzakis

„Alexis Sorbas“ hat mich begeistert, insofern war ich auf „Mein Franz von Assisi“ sehr gespannt:

Nikos Kazantzakis (1883-1957) gehört zu den großen griechischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein „Alexis Sorbas“ begründete seinen Weltruhm.

„Mein Franz von Assisi“ bezeichnete Kazantzakis als „ein kämpferisches Werk, das den christlichen Mythos in eine ‚unsichtbare Gegenwart‘ trägt. Als ich in die engen Gassen von Assisi einbog, fühlte ich eine unsagbare Seligkeit in mir.“

Es ist keine wirkliche Biographie, die Nikos Kazantzakis hier über Franz von Assisi schreibt. Vielmehr ist es eine freie Nacherzählung, bei der einiges weggelassen und einiges hinzuerfunden wurde.

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Arsen und Spitzenhäubchen

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. März 2017 by lady8jane
Arsen und Spitzenhäubchen von Frank Capra

Arsen und Spitzenhäubchen von Frank Capra

Zwei scheinbar harmlos-liebenswürdige alte Damen frönen einem seltsamen Hobby: Sie vergiften ältere Herren, die dann von ihrem Bruder im Keller mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Durch Zufall entdeckt der Neffe Mortimer (Cary Grant) das makabre Treiben – aber kann man zwei alte Tanten verraten?

„Arsen und Spitzenhäubchen“ ist ein echter Knaller! Den Film kann ich immer mit Vergnügen ansehen, was nicht zuletzt auch an Cary Grant liegt, der hier einmal nicht als Charmeur und Liebhaber brilliert, sondern zeigt, daß in ihm auch ein großer Komödiant steckt.

Aber er wird hier auch in eine Situation geworfen, die so absurd wie komisch ist. Dabei fängt alles so harmlos an, die Tanten sind süß, der Onkel zwar eindeutig verrückt, aber doch friedlich und „pflegeleicht“. Und dann platzen nach und nach immer heftigere Bomben …

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Bufo und Spallanzani

Posted in Alexandria with tags , on 21. März 2017 by lady8jane
Bufo und Spallanzani von Rubem Fonseca

Bufo und Spallanzani von Rubem Fonseca

Gustavo Flávio, der natürlich nicht wirklich so heißt wie Gustave Flaubert, ist ein friedfertiger Mensch und ein berühmter Schriftsteller. Er hat Erfolg bei den Frauen und ein Geheimnis. Als seine Geliebte, die schöne Delfina Delamare, ermordet aufgefunden wird, ist ihr Ehemann racheglühend hinter ihm her. Flávio flüchtet sich in ein Luxushotel mitten in den Urwald. Bei feinstem Essen, inmitten spleeniger Gäste und seltsamer Gespräche – als wär es ein Zauberberg im Dschungel – geschieht noch ein Mord.

Rubem Fonseca hat quasi im Alleingang die brasilianische urbane Literatur erfunden. Kein Wunder, daß „Bufo und Spallanzani“ in der metro-Reihe des Unionsverlags erschienen ist. Wobei ich beim Lesen eher nicht auf die Idee gekommen wäre, das Buch als Krimi zu definieren. Gut, es geschehen zwei Morde und es wird auch ermittelt (der Kommissar ist übrigens eine meiner Lieblingsfiguren), aber irgendwie … hat der Roman nicht die richtige Krimi-Stimmung.

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