Das Land der Töchter

Posted in Alexandria with tags , on 21. April 2018 by lady8jane
Das Land der Töchter von Yang Erche Namu

Das Land der Töchter von Yang Erche Namu

Im Südwesten Chinas, nahe dem Himalaja, liegt das Gebiet der Moso: „Das Land der Töchter“ nennen es die Chinesen. Denn dort haben die Frauen das Sagen. Sie besitzen die alleinige Kontrolle – über die Familie, den Besitz und die Liebe. Die chinesische Popsängerin Yang Erche Namu erzählt von ihrer bewegten Kindheit in dieser faszinierenden Welt der Frauen.

Das erste Mal habe ich über die Moso in meinem Studium gehört. Ich wollte schon immer mehr über diesen Volksstamm hören, und habe deshalb bei „Das Land der Töchter“ sofort zugegriffen. Yang Erche Namu, bei uns wohl eher als Model und weniger als Popsängerin bekannt, erzählt darin von ihrem Leben in und ihre Flucht aus dieser ungewöhnlichen Gesellschaft. Wobei ich betonen möchte, daß sie nicht wegen der Traditionen der Moso von zuhause weggelaufen ist, sondern eigentlich aus den Gründen, die schon seit Jahrhunderten junge Menschen von zuhause weglaufen lassen: Um herauszukommen aus der Enge und Abgeschiedenheit des Dorfes, und um in der großen Stadt ihr Glück zu machen.

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Der kleine Lord

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. April 2018 by lady8jane
Der kleine Lord von Frances Hodgson Burnett

Der kleine Lord von Frances Hodgson Burnett

Der siebenjährige Cedric lebt mit seiner Mutter in Amerika, sein Vater ist früh gestorben. Doch Cedric hat viele Freunde: Dick, den Schuhputzerjungen, zum Beispiel oder den Lebensmittelhändler Mr. Hobbs.

Doch eines Tages ändert sich alles: Cedrics Großvater, der reiche und mächtige Graf Dorincourt, möchte den Jungen nach England holen, um ihn dort zu erziehen und später zu seinem Nachfolger zu machen. Dem „kleinen Lord“ steht eine aufregende Reise in eine andere Welt bevor …

In ihrem internationalen Kinderbuchklassiker zeigt Frances Hodgson Burnett, daß Natürlichkeit und Menschlichkeit wichtiger sind als starre Regeln. Einfühlsam schildert sie die Annäherung zwischen dem strengen Großvater und seinem liebenswerten Enkel.

Wenn schon „Der geheime Garten“ ein wenig kitschig war, so ist „Der kleine Lord“ absolut unerträglich süßlich. Allein schon die Beschreibungen des kleinen Cedric sind so süß und perfekt, daß es einem regelrecht schlecht wird. Und dann verhält sich dieses putzige kleine Kind auch noch wie ein Rauschgoldengelchen, es ist nicht zu ertragen.

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Anacaona

Posted in Alexandria with tags , on 7. April 2018 by lady8jane
Anacaona von Alicia Castro

Anacaona von Alicia Castro

Kuba, 1932: Elf Schwestern, jung, schön und leidenschaftlich, gründen das Orchester „Anacaona“. Allabendlich treten sie in den Straßencafés von Havanna auf und begeistern das Publikum mit Son und Jazz. Mit Auftritten in New York und Paris gelingt dem Frauenorchester der internationale Durchbruch. Alicia Castro, Saxophonistin, Bassistin und spätere Leiterin des Orchesters, blickt zurück auf ihr bewegtes Leben. Mitreißend erzählt sie von Erfolgen und Tiefschlägen, Verehrern, der Liebe und ihrem Kuba. Ein Buch voller Musik.

„Anacaona“ ist sicher ein ganz interessantes Buch, aber mitreißend erzählt ist es nicht. Wie schon Walli Nagel in „Das darfst du nicht!“, erzählt auch Alicia Castro wie eben alte Damen erzählen: Sie spricht über Leute und Situationen, als ob man selbst dabei gewesen wäre und sich mit ihr zusammen an sie erinnern würde. Daß man viele und vieles davon aber gar nicht kennt und somit auch nicht nachvollziehen oder nachempfinden kann, langweilt man sich an einigen Stellen eben.

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Point Blank

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. März 2018 by lady8jane
Point Blank von John Boorman

Point Blank von John Boorman

Reese (John Vernon) hat seinen Freund Walker (Lee Marvin) betrogen – er läßt ihn nach einem Schusswechsel tot liegen und nimmt dessen 93.000 Dollar vom Raubüberfall an sich. Doch er hat einen Fehler gemacht, er hat den Job nicht zu Ende gebracht. Walker will Rache und sein Geld …

„Point Blank“ ist wieder einer dieser Filme, die ich wahrscheinlich einfach nicht verstehe. Gut, ich habe sowieso Probleme mit Filmen aus den 1950er und 1960er Jahren. Die Komödien sind mir einfach zu dämlich und die Thriller … tja …

Ich habe mir den Streifen extra zweimal angesehen, um sicher zu gehen, daß ich nichts übersehen habe. Aber nein, in diesem Film geht es um einen Rachefeldzug eines häßlichen Typen, der absolut uncharmant ist, Frauen ausnutzt und kaum den Mund aufmacht. Klar, die Story ist nicht schlecht, aber die Umsetzung? Vielleicht war das in den 1960ern ja irgendwie cool. Mittlerweile hat uns Quentin Tarantino mit „Kill Bill Vol. 1+2“ gezeigt, wie man ein Racheepos wirklich inszeniert. Und ja, ich bin verdammt froh im 21. Jahrhundert zu leben!

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Posted in Alexandria with tags , on 21. März 2018 by lady8jane
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid

Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

„Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ ist eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es ist ein ungeheuer intelligenter Kommentar auf die aktuelle politische Weltlage und gleichzeitig wunderbar leicht und unterhaltsam zu lesen.

Dabei ist es nicht die Lebensgeschichte, die man nach dem Klappentext erwartet, die der junge Pakistani hier erzählt. Im Gegenteil. Changez studiert in Princeton, bekommt einen gut bezahlten Job in den USA und sogar irgendwie eine Freundin aus gutem Hause. Dann kommt 09/11 und langsam beginnt sich alles zu verändern …

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Eine Weihnachtsgeschichte

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. März 2018 by lady8jane
Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens

Eine Weihnachts- geschichte von Charles Dickens

Ebenezer Scrooge ist ein herzloser, egoistischer Geizhals. Seine Mitmenschen sind ihm egal, das Einzige, was für ihn zählt, sind Geld und Erfolg. Kein Wunder, daß Scrooge auch am Weihnachtsabend allein ist.

Doch dann bekommt er Besuch aus dem Jenseits, von seinem verstorbenen Geschäftspartner Marley. Mithilfe dreier Geister zeigt der ihm sein früheres, sein gegenwärtiges und sein zukünftiges Leben. Und Scrooge erkennt voll Schrecken, daß er sein Verhalten ändern muß.

Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ ist eines der berühmtesten Plädoyers für Menschlichkeit und Nächstenliebe. Der Kern seiner Weihnachtsbotschaft gilt damals wie heute.

Kaum ein Buch wurde wohl so oft verfilmt, vertont, im Radio produziert oder am Theater gespielt wie „Eine Weihnachtsgeschichte“. Es ist aber auch eine wirklich schöne Erzählung, ja, ein wunderbares Weihnachtsmärchen, das Charles Dickens hier erzählt.

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Blauer Hibiskus

Posted in Alexandria with tags , on 7. März 2018 by lady8jane
Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Eine Tochter aus gutem Hause entdeckt die Welt – das Haus liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen gerägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihre Familie auseinanderfiel, das Land im Terror versank und ihre Kindheit zuende ging.

Der Klappentext von „Blauer Hibiskus“ ist wieder ein wenig irreführend. Klar bekommt man einige Dinge von den politischen Vorgängen in Nigeria am Rande mit. Aber ganz und gar nicht im Detail, wie es die Autorin zum Beispiel in „Die Hälfte der Sonne“. Chimamanda Ngozi Adichie hat stattdessen fast schon so etwas wie ein Kammerstück geschrieben.

Sie erzählt hier die Geschichte einer Familie und beschränkt sich dabei tatsächlich fast ausschließlich auf die Familienmitglieder und auf nur zwei Plätze (das Haus der Familie und das Haus der Tante). Darin spielt sich ein Drama ab, das man beinahe nicht ertragen kann und das gleichzeitig ungeheuer faszinierend zu verfolgen ist.

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