Archiv der Kategorie: SZ-Cinemathek

Die SZ-Cinemathek – Mein Fazit

Die SZ-Cinemathek
Die SZ-Cinemathek

Anders als bei der „SZ-Bibliothek“ hat die SZ-Redaktion bei der „SZ-Cinemathek“ gar nicht erst versucht, die 100 besten Filme zusammenzustellen (das wurde ja auch schon oft genug gemacht). Stattdessen hat man die „Lieblingsfilme der SZ-Kinoredaktion“ herausgebracht. Und das ist natürlich ein sehr kluger Kunstgriff, über Geschmack läßt sich ja bekanntermaßen nur bedingt streiten.

Folgerichtig gibt es bei jedem der 100 Filme im DVD-Cover eine ausführliche Besprechung des jeweiligen Redakteurs, in der er darlegt, warum ausgerechnet dieser Film sein Lieblingsfilm ist. Das war oft sehr faszinierend zu lesen, genauso wie das kurze Making of, das immer einige interessante Details zur Filmproduktion verrät.

Die SZ-Cinemathek – Mein Fazit weiterlesen

Der große Diktator

Der große Diktator von Charles Chaplin
Der große Diktator von Charles Chaplin

Die USA waren noch nicht in den Zweiten Weltkrieg eingetreten, als Chaplin sich bereits mit seiner Comedy-Munition auf den „Führer“ einschoß: In einer Doppelrolle spielt er sowohl den an Hitler angelehnten Adenoid Hynkel als auch einen jüdischen Friseur, der dem irren Tyrannen wie ein Zwilling gleicht. Mit Wortspielen, optischen Gags und Slapstick nimmt Chaplin den Faschismus aufs Korn, stellt aber seinen Attacken auch ergreifende Szenen im von Sturmtruppen terrorisierten Ghetto gegenüber. Zu den unvergeßlichen Momenten zählen Hynkels machttrunkener Tanz mit dem Globus, der Kopfüber-Flug sowie Hynkel und Jack Oakie als Mussolini-Alter-Ego, die beide wie wahnsinnig ihre Friseurstühle höher kurbeln. Der große Diktator vereint großartige Komik mit der Leidenschaft eines hervorragenden Filmemachers.

Ich war schon immer ein großer Fan von Charlie Chaplin, und „Der große Diktator“ ist einer seiner besten Filme. Er ist schreiend komisch und gleichzeitig ungeheuer anrührend. Anders als die Filme, für die Chaplin vor allem bekannt geworden ist, wie zum Beispiel „Der Tramp“, ist dieser hier kein Stummfilm.

Der große Diktator weiterlesen

In the Mood for Love

In the Mood for Love von Wong Kar-Wai
In the Mood for Love von Wong Kar-Wai

Hongkong 1962. Der Zeitungsredakteur Chow und seine Frau beziehen zeitgleich mit der wunderschönen Li-zhen und ihrem Mann ein Haus der Shanghai-Community. Während ihre Ehepartner so gut wie nie zu Hause sind, begegnen sich Chow und Li-zhen von nun an fast täglich. Schnell werden sie zu Freunden, aber eines Tages sind die zwei gezwungen, der Realität ins Auge zu sehen: ihre Ehepartner haben eine Affäre miteinander! Aus Rache und Einsamkeit werden Chow und Li-zhen selbst zu Liebenden. Doch aufgrund ihrer Schuldgefühle können sie ihre Liebe nicht genießen. Es entwickelt sich ein gefährliches und verwirrendes Spiel, das zwischen Erotik, Liebe und Sehnsucht schwebt …

„In the Mood for Love“ ist einer der schönsten Filme, die ich jemals gesehen habe. Bei einem so zarten und eleganten Liebesfilm wundert es einen fast schon, daß Wong Kar-Wai ein männlicher Regisseur ist. Ein solch großes Verständnis für Gefühle, das traut man traditionell nur einer Frau zu.

In the Mood for Love weiterlesen

M – Eine Stadt sucht einen Mörder

M - Eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang
M – Eine Stadt sucht einen Mörder von Fritz Lang

Eine Großstadt wird monatelang von einem pathologischen Kindesmörder terrorisiert. Die ganze Stadt spricht von den bestialischen Untaten des Triebverbrechers. Immer größer wird die Nervosität der Polizei, und die Bevölkerung sieht in jedem Verdächtigen den Kindermörder. Doch die Methoden des Verbrechers verletzen jede Ganovenehre, und so nimmt auch die Unterwelt den Kampf gegen die Bestie in Menschengestalt auf. Ein mörderischer Wettlauf beginnt …

„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist tatsächlich einer der ganz großen Filme. Nicht von ungefähr war er also auch schon Bestandteil der „Großen deutschen Film-Klassiker“ von DeAgostini. Und in diesem Zusammenhang habe ich ihn auch schon rezensiert.

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht, daß die Aufmachung der SZ bedeutend schicker ist.

In den Wind geschrieben

In den Wind geschrieben von Douglas Sirk
In den Wind geschrieben von Douglas Sirk

Die Hadleys sind eine der reichsten und mächtigsten Familien in Texas. Doch hinter den Kulissen der Öldynastie herrschen Neid, Alkohol und Intrigen. Der neurotische Playboy Kyle (Robert Stack) trinkt exzessiv und sein Frau Lucy (Lauren Bacall) leidet darunter. Kyles bester Freund Mitch (Rock Hudson) versucht wie immer, alles zu regeln. Doch als sich Kyles Schwester (Dorothy Malone) einmischt, nimmt eine Katastrophe ihren Lauf …

„In den Wind geschrieben“ ist eine dieser extrem klassischen Tragödien aus den 1950ern. Das fängt natürlich schon damit an, daß Rock Hudson mitspielt. (Weil, irgendwie spielt er in allen Filmen in den 1950ern, oder?)  Aber auch die schiere Größe des Films ist irgendwie typisch.

Was meine ich mit Größe? Eine gewisse Überzeichnung der Charaktere, der Handlung, des Dramas. Und auch der filmischen Mittel. Die Einstellungen sind bombastisch, die Filmmusik, die großzügige Verwendung von Weichzeichner … Im Prinzip also same old, same old.

In den Wind geschrieben weiterlesen

Top Hat

Top Hat von Mark Sandrich
Top Hat von Mark Sandrich

Dale Tremont (Ginger Rogers) lernt in einem Londoner Hotel durch Zufall den amerikanischen Tänzer Jerry Travers (Fred Astaire) kennen. Jerry verliebt sich unsterblich in sie und folgt ihr nach Venedig. Ein Mißverständnis führt dazu, daß Dale ihn für den Ehemann ihrer besten Freundin hält …

„Top Hat“ ist einer dieser Filme, die man nicht gesehen haben muß. Es gibt einige wirklich süße Filme mit Ginger Rogers und Fred Astaire. Aber der hier ist einfach nur doof. Klar, die Musiknummern sind super. Der Tanz, absolut astrein. Wenn es eine Revueshow wäre, dann würde ich dafür sogar Geld bezahlen um rein zu gehen.

Aber diese dämliche Rahmenhandlung, echt. Verwechslungskomödien mag ich einfach nicht, weder in Filmen noch in der Operette noch sonst irgendwie. Wie alle immer so albern rummachen, da könnte ich schlicht kotzen.

Manhattan

Manhattan von Woody Allen
Manhattan von Woody Allen

Der 42-jährige Isaac Davis (Allen) hat einen Job, den er haßt, eine Freundin (Mariel Hemingway), die er als zu jung empfindet und eine lesbische Exfrau namens Jill (Meryl Streep), die gerade ein Enthüllungsbuch über ihre Ehe schreibt … und die er am liebsten erwürgen würde. Dann aber verliebt er sich Hals über Kopf in Mary (Diane Keaton), die attraktive, intellektuelle neue Flamme seines besten Freundes. Isaac verläßt die blutjunge Tracy, wirbt um Mary, wirft seinen Job hin und beginnt seine Suche nach Romantik und Erfüllung in einer Stadt, in der Sex so intim ist wie ein Handschlag – und der Weg zur wahren Liebe durch eine Drehtür führt.

Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der Welt, der vorher noch nie einen Film von Woody Allen gesehen hat. „Manhattan“ ist also mein erster Woody Allen Film und ich muß sagen, jetzt wo ich ihn gesehen habe, verstehe ich, wieso alle Leute so einen Wirbeln um ihn machen. Der Streifen ist brillant!

Manhattan weiterlesen