Archive for the SZ-Cinemathek Category

Die Dinge des Lebens

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Februar 2016 by lady8jane
Die Dinge des Lebens von Claude Sautet

Die Dinge des Lebens von Claude Sautet

Pierre wird in einen schweren Autounfall verwickelt und sieht, tödlich verletzt, sein Leben vor seinen Augen vorbeiziehen. Erst jetzt versteht er die Bedeutung aller Details seiner Existenz – die Freude und das Leid, die zusammen das Glück des Lebens ergeben.

Ich bin ja kein großer Fan von französischen Filmen, vor allem nachdem ich letztes Jahr „Die Verachtung“ gesehen habe. „Die Dinge des Lebens“ ist vom Thema her ähnlich, aber doch deutlich erträglicher.

Das mag daran liegen, daß Claude Sautet hier nicht einen Film der großen Gesten und lauten Streits, sondern der kleinen aber feinen Szenen gedreht hat. Wenn Pierre die seltsamen elektronischen Gebilde betrachtet, die sein Sohn gebaut hat, dann ist das wunderbar poetisch. Und wenn sich Pierres Frau dazu entschließt, den Brief zu zerreißen, den ihr Mann vor seinem Tod an seine Geliebte geschrieben hat, um mit ihr Schluß zu machen, dann werden diese kleinen Szenen auf einmal ganz groß.

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Doktor Schiwago

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Januar 2016 by lady8jane
Doktor Schiwago von David Lean

Doktor Schiwago von David Lean

„Doktor Schiwago“, der größte Kassenerfolg der 60er Jahre, avancierte zum Klassiker der Filmgeschichte. Es ist die dramatische Geschichte eines Dichters und Arztes vor dem Hintergrund der russischen Revolution und der unbändigen Liebe zu seiner Frau. Regisseur David Lean („Die Brücke am Kwai“) inszenierte in faszinierenden, monumentalen Stimmungsbildern ein Kinodrama voller dramatischer Momente, das Millionen Menschen zu Tränen rührte und zu dem Robert Bolt („Lawrence von Arabien“) das Drehbuch verfaßte. Omar Sharif, Julie Christie, Geraldine Chaplin und Alec Guiness sind in den Hauptrollen ebenso unvergessen wie die sensationelle Musik von Maurice Jarre.

Ich habe es bei „Der Leopard“ schon einmal gesagt und ich sage es wieder: Solche Filme werden heute nicht mehr gemacht. David Lean nimmt sich so viel Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere, es ist einfach nur herrlich. Die Poesie der Aufnahmen, die grandiose Musik … wunderbar!

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Die Sehnsucht der Veronika Voss

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Dezember 2015 by lady8jane
Die Sehnsucht der Veronika Voss von Rainer Werner Fassbinder

Die Sehnsucht der Veronika Voss von Rainer Werner Fassbinder

München, 1955: Die Film-Diva Veronika Voss, ein großer Star der UFA-Zeit, einst angebliche Geliebte von Goebbels, hat ihre besten Zeiten hinter sich. In der BRD der Nachkriegszeit beginnt ihr Stern zu sinken, die Rollen bleiben aus. Einsam und drogenabhängig lebt sie im Sanatorium der Ärztin Dr. Katz. Doch die vermeintliche Wohltäterin ist ein Todesengel: Dr. Katz hält ihre Patientin gezielt Morphium-abhängig, um sie sich gefügig zu machen und an das Vermögen der Diva zu kommen. Als der Sportjournalist Robert Krohn Veronika kennen und lieben lernt, beschließt er, sie aus den Fängen Dr. Katz‘ und ihrer Helferinnen zu befreien. Doch will sich Veronika retten lassen?

Ich bin von „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ nicht allzusehr begeistert. Die Geschichte ist doch recht … wie soll ich sagen … herkömmlich und schon sehr oft dagewesen. Auch Rainer Werner Fassbinders Anspruch einen Krimi zu erzählen, der nicht die amerikanische Formensprache verwendet, ist irgendwie nicht so recht gelungen. Ich kann nichts nicht-amerikanisches oder typisch-deutsches dabei erkennen.

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Vierzig Gewehre

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. November 2015 by lady8jane
Vierzig Gewehre von Samuel Fuller

Vierzig Gewehre von Samuel Fuller

In diesem legendären Western-Klassiker spielt Barbara Stanwyck die mächtige Großgrundbesitzerin Jessica Drummond, die ein strenges Regime führt, um ihre Herrschaft über eine Stadt in Arizona zu verteidigen. Die Situation gerät außer Kontrolle, als Jessica einem Mann des Gesetzes verfällt, der im Auftrag der US-Regierung einen Viehdiebstahl aufklären soll. Denn seine Spur führt Marshal Griff Bonnell (Barry Sullivan) direkt zu den Vierzig Gewehren, der privaten Leibgarde Jessicas.

„Vierzig Gewehre“ ist ein ungewöhnlicher und vielleicht deshalb auch ungewöhnlich guter Western. Man erlebt hier schon den Niedergang der „guten alten Westernzeit“, die meisten Leute sind seßhaft, die Gebiete gesichert, und Revolverhelden werden nicht mehr gebraucht.

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Rumble Fish

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Oktober 2015 by lady8jane
Rumble Fish von Francis Ford Coppola

Rumble Fish von Francis Ford Coppola

Rusty James (Dillon) ist ein problembeladener junger Kleinkrimineller, dessen einziges Ziel es ist, dem legendären Ruf seines älteren Bruders Motorcycle Boy (Rourke) nachzueifern. Als Rusty und seine Freunde Smokey (Cage), Steve (Spano) und B.J. (Penn) eines Abends einen Bandenkrieg ausfechten, kehrt Motorcycle Boy nach zweimonatiger Abwesenheit aus Kalifornien zurück. Nachdem Motorcycle Boy seinem Bruder ein paar wohl gehütete Familiengeheimnisse über ihre Mutter verraten hat, beschließen die Brüder, noch einmal ganz von vorn anzufangen – und wenn sie den Versuch mit dem Leben bezahlen müssen …

„Kampffische“ war eines meiner Lieblingsbücher als ich jung war, insofern war ich neugierig, wie Francis Ford Coppola den Stoff umgesetzt hat. Zumal Susan E. Hinton ja das Drehbuch für „Rumble Fish“ selbst geschrieben hat.

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Breaking the Waves

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. September 2015 by lady8jane
Breaking the Waves von Lars von Trier

Breaking the Waves von Lars von Trier

Ein schottisches Küstendorf in den 70er Jahren: Die unerfahrene Bess (Emily Watson) heiratet Jan (Stellan Skarsgård), einen Arbeiter von der Bohrinsel. Das junge Paar erlebt grenzenlose Liebe und Leidenschaft. Doch nach einem Unfall ist Jan für immer ans Bett gefesselt. Er animiert seine Frau, mit anderen Männern zu schlafen und ihm davon zu erzählen. Im Glauben, Jan damit zu retten, läuft Bess in ihr Verderben …

Lars von Trier ist einer meiner allerliebsten Lieblingsregisseure. Der Mann ist einfach genial! Und „Breaking the Waves“ ist vielleicht sein Meisterwerk.

Der Film ist fast schon unerträglich schön, schrecklich, alles zusammen. Die Aufnahmen sind großartig, vor allem die Kapitelanfänge und die Landschaftsaufnahmen. Die Musik … göttlich! Und dann ist da Bess. Bess ist einfach … einer der wunderbarsten Charaktere, die es jemals im Film gegeben hat. Sie ist so süß, liebevoll und naiv, daß man sie einfach nur in den Arm nehmen und beschützen möchte. Emily Watson spielt sie mit einer Hingabe und Leidenschaft, die einfach nur atemberaubend ist. Daß sie 1997 dafür nicht den Oscar bekommen hat ist eine Schande, so gut ich Frances McDormand in „Fargo“ auch fand.

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Playtime

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. August 2015 by lady8jane
Playtime von Jacques Tati

Playtime von Jacques Tati

Tati und die Tücken der Technik: Parallel mit Monsieur Hulot fällt eine amerikanische Touristengruppe ins futuristische Paris ein, das vor lauter Stahl, Glas und Beton sein Gesicht verloren hat. Hier hat Monsieur Hulot einen wichtigen Termin, doch sein Gesprächspartner ist unauffindbar. Nach einem ganzen Tag voller Warten begegnet er einem alten Freund aus der Militärzeit. Atmosphäre und Flair kommen zurück, als sich ein neuerbautes, aber völlig unzweckmäßiges Nobelrestaurant wieder in seine Bestandteile auflöst.

Eigentlich mochte ich Jacques Tati bisher. Sein berühmter Film „Die Ferien des Monsieur Hulot“ ist sehr charmant und komisch. „Playtime“ dagegen ist einfach nur nervig.

Völlig sinnlose und zusammenhanglose Szenen reihen sich aneinander. Es gibt keine Dialoge sondern nur Gesprächsfetzen, die man mal hört, mal auch wieder nicht. Klar, manche Szenen sind herrlich absurd, aber generell ist der Film völlig ohne Bedeutung und Sinn. Denn ganz ehrlich, wenn ich das seltsame Verhalten von Großstädtern in der modernen Zeit beobachten möchte, dann setze ich mich irgendwo in Frankfurt auf eine Bank. Das ist irgendwie billiger und, ich muß das leider so sagen, auch wesentlich interessanter.