Archive for the SZ-Cinemathek Category

Die Millionen eines Gehetzten

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. September 2017 by lady8jane
Die Millionen eines Gehetzten von Jean-Pierre Melville

Die Millionen eines Gehetzten von Jean-Pierre Melville

Ein polizeilich gesuchter Bankier flieht von Paris in die USA, wo er sein Privatvermögen in Banksafes deponiert hat. Ein erfolgloser junger Boxer begleitet ihn als Sekretär. Als sie in New York nicht mehr bleiben können, flieht das ungleiche Paar mit dem Auto nach New Orleans. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Vater-Sohn-Beziehung, die gleichzeitig ein permanenter Kampf um die Anerkennung des Anderen ist. Beide sind Getriebene, besessen von der Gier nach Macht und Geld, die stetig einen Keil zwischen sie treibt …

„Die Millionen eines Gehetzten“ ist wieder so ein Film wo ich extrem zwiegespalten bin. Er hat tolle Ansätze, das Spiel der beiden Protagonisten Charles Vanel (als Bankier) und Jean-Paul Belmondo (als sein Privatsekretär) ist ungeheuer subtil und vielschichtig. Ihre Unterhaltungen sind faszinierend, ihr Verhältnis zueinander verändert sich ständig, es herrscht immer eine unterschwellige Spannung, die eine düstere Explosion verspricht.

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Sirene in blond

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. August 2017 by lady8jane
Sirene in blond von Frank Tashlin

Sirene in blond von Frank Tashlin

Um seine Karriere in einer Werbeagentur zu retten, will Rockwell Hunter das Sexsymbol Rita Marlowe für eine Lippenstift-Kampagne gewinnen. Im Gegenzug soll Rockwell in der Öffentlichkeit ihren neuen Liebhaber spielen. Darüber ist allerdings seine Verlobte Jenny nicht besonders glücklich …

„Sirene in blond“ klingt wie eines dieser albernen kleinen Schmonzettchen. Und der Film ist es auch über weite Strecken. Aber mit voller Absicht und das wird von vornherein klar. Allein schon die Werbestrecke zu Beginn macht deutlich, daß wir es mit einer Satire zu tun haben und zwar mit einer bitterbösen.

Hier wird einfach alles durch den Kakao gezogen: Die Werbebranche, die Sensationspresse, männliche wie weibliche Filmstars, schleimende Angestellte, Fans … alles. Gerade die Sache mit den Fans hat mich sehr amüsiert. Da meint man immer, daß kreischende Mädchen und hysterische Ausbrüche beim Anblick eines Stars ein Phänomen unserer Zeit wären. Weit gefehlt, wie man hier sehen kann!

Alles in allem ein wirklich unterhaltsamer Film, dem man sein Alter allerdings schon deutlich ansieht. Der Humor war damals einfach ein wenig … anders. Aber für einen Regentag zwischendurch mal, sehr nett.

Belle de jour

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Juli 2017 by lady8jane
Belle de jour von Luis Buñuel

Belle de jour von Luis Buñuel

Séverine, die sehr zurückhaltende Frau von Pierre, wird von masochistischen Phantasien heimgesucht, die ihre sexuelle Frustration erkennen lassen. Von Neugier getrieben besucht sie heimlich ein Bordell und wird zur „Belle de Jour“, das dritte Mädchen in Madame Anaïs‘ diskretem Etablissement. Durch die Befriedigung der Wünsche ihrer Klienten scheint sie ihren inneren Frieden gefunden zu haben bis Marcel, ein regelmäßiger Besucher des Bordells, Séverine ganz für sich allein haben will …

Vielleicht braucht man einen Spanier, um einen guten französischen Film zu machen … Denn „Belle de jour“ von Luis Buñuel ist genau das, was man von einem intelligenten, anspruchsvollen, französischen Film erwartet. Er zeichnet seine Charaktere mit leichter Hand und doch sehr tief. Er provoziert (unter anderem mit den masochistischen Phantasien Séverines) und konfrontiert den Zuschauer mit seinen eigenen Wünschen.

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The Deer Hunter

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Juni 2017 by lady8jane
The Deer Hunter von Michael Cimino

The Deer Hunter von Michael Cimino

Eine schäbige Industriestadt in Pennsylvania. Nick und Michael feiern die Hochzeit ihres Freundes Steven und genießen ihre Freiheit: Ein letztes Mal geht es in die Berge auf die Jagd … Schon am nächsten Tag werden die drei zum Kriegsdienst nach Vietnam eingezogen. Dort erwartet sie die Hölle. Nach erbarmungslosem Kampf werden die drei im Dschungel gefangengenommen. Ihre Aufseher spielen mit den Gefangenen ein sadistisches Spiel: Russisches Roulette. Michael sieht nur eine Fluchtmöglichkeit. Er schlägt den Vietkong eine noch tödlichere Variante vor …

„The Deer Hunter“ ist einer der Filme, bei denen ich nicht so recht weiß, was ich mit ihnen anfangen soll. Denn irgendwie ist er nichts Halbes und nichts Ganzes.

Ich denke, irgendwie soll darin gezeigt werden, wie der Krieg die drei Männer verändert und größtenteils zugrunde richtet. Dafür wird aber die Brutalität des Krieges irgendwie nicht krass genug dargestellt. Michael Cimino ver(sch)wendet sehr viel Zeit auf die Vorstellung der drei Männer und der Gemeinschaft in der sie leben. Dann sind sie kurz im Krieg und schon zeigt er die Folgen. Das ist alles ein wenig schnell, und das obwohl der Film mit ca. 175 Minuten doch recht lang ist.

Wenn das ein (Anti-)Kriegsfilm sein soll, dann habe ich das schon besser gesehen …

Leben!

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Mai 2017 by lady8jane
Leben! von Zhang Yimou

Leben! von Zhang Yimou

Fugui und Jiazhen überstehen turbulente Ereignisse in China, wobei sie von reichen Landbesitzern zum einfachen Landvolk absteigen. Der Spielsucht verfallen, verliert Fugui alles. In den folgenden Jahren wird er sowohl in die nationale als auch die kommunistische Armee gezwungen, während Jiazhen niedere Dienste verrichten muß. Sie gründen eine Familie und schaffen es, von den 40er bis in die 70er Jahre zu überleben …

Von Zhang Yimou kannte ich bisher nur die oppulenten Martial Arts Streifen „Hero“ und „House of Flying Daggers“, die beide ziemlich gut sind. „Leben!“ ist da ganz anders. Und trotzdem nicht weniger gut. Zhang Yimou scheint einfach ein Händchen für ausgezeichnete Filme zu haben.

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Pickpocket

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. April 2017 by lady8jane
Pickpocket von Robert Bresson

Pickpocket von Robert Bresson

Michel begeht als Hobby Taschendiebstähle und wird umgehend verhaftet. Dies gibt ihm die Möglichkeit, über die Sittlichkeit von Kriminalität nachzudenken. Nach seiner Entlassung stirbt jedoch seine Mutter. Er lehnt die Unterstützung seiner Freunde Jeanne und Jacques ab und fängt, nachdem er Unterricht bei einem Fachmann erhalten hat, wieder mit dem Taschendiebstahl an, denn dies ist für ihn der einzige Weg sich auszudrücken …

Es gibt sehr gute französische Filme, ich habe schon einige gesehen, die mich einfach nur umgehauen haben. Aber die, für die sich die SZ-Redaktion entschieden hat, sind irgendwie alle … blöd. Auch „Pickpocket“ ist da keine Ausnahme.

Gut, er ist nicht so grauenhaft wie „Die Verachtung“, man kann ihn sich anschauen, ohne daß man körperliche Schmerzen erleidet. Aber er ist auch nicht überragend. Tatsächlich ist er irgendwie völlig belanglos. Es passiert nichts auch nur ansatzweise überraschendes oder interessantes. Man könnte es sich also auch sparen den Film anzusehen. Völlig und total sparen.

Arsen und Spitzenhäubchen

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. März 2017 by lady8jane
Arsen und Spitzenhäubchen von Frank Capra

Arsen und Spitzenhäubchen von Frank Capra

Zwei scheinbar harmlos-liebenswürdige alte Damen frönen einem seltsamen Hobby: Sie vergiften ältere Herren, die dann von ihrem Bruder im Keller mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Durch Zufall entdeckt der Neffe Mortimer (Cary Grant) das makabre Treiben – aber kann man zwei alte Tanten verraten?

„Arsen und Spitzenhäubchen“ ist ein echter Knaller! Den Film kann ich immer mit Vergnügen ansehen, was nicht zuletzt auch an Cary Grant liegt, der hier einmal nicht als Charmeur und Liebhaber brilliert, sondern zeigt, daß in ihm auch ein großer Komödiant steckt.

Aber er wird hier auch in eine Situation geworfen, die so absurd wie komisch ist. Dabei fängt alles so harmlos an, die Tanten sind süß, der Onkel zwar eindeutig verrückt, aber doch friedlich und „pflegeleicht“. Und dann platzen nach und nach immer heftigere Bomben …

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