Archiv der Kategorie: deAgostini Film-Klassiker

Paradies der Junggesellen

Paradies der Junggesellen von Kurt Hoffmann
Paradies der Junggesellen von Kurt Hoffmann

Ein Kameradschaftstreffen der ehemaligen Besatzung des U-Boots „Victoria“ führt die Freunde Hugo Bartels, Dr. Balduin Hannemann und Cäsar Spreckelsen wieder zusammen. Balduin und Cäsar sind Junggesellen, der Standesbeamte Hugo ist gerade von seiner zweiten Ehefrau geschieden worden. Die Männer beschließen, ihr Leben fortan ohne Frauen zu genießen – und ziehen in eine gemeinsame Wohnung. Bald aber stellt sich heraus, daß es nicht so einfach ist, der Liebe zu entsagen.

Daß „Paradies der Junggesellen“ so ein charmanter Film ist, liegt nicht so sehr an seinem Hauptdarsteller Heinz Rühmann als Standesbeamter Hugo. In ähnlichen Rollen (Womanizer, aber etwas vertrottelt) hat man den Rühmann schon oft gesehen und ganz ehrlich, irgendwann wird es langweilig. Schade eigentlich, denn daß er auch ganz anders kann hat er ja mehrfach bewiesen. Aber wahrscheinlich hat man im Dritten Reich (der Film ist von 1939) keinen allzugroßen Wert auf Charakterrollen gelegt.

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Der Kaiser von Kalifornien

Der Kaiser von Kalifornien von Luis Trenker
Der Kaiser von Kalifornien von Luis Trenker

Von Schuldnern bedrängt, flieht der Schweizer Buchdrucker Johann August Suter in den 1830er-Jahren nach Amerika, zunächst ohne seine Familie. Nach einer abenteuerlichen Reise gelingt es Suter, mitten im „Wilden Westen“ Kaliforniens Land zu pachten. Bald nennt er ein riesiges Agrarimperium im Sacramento-Tal sein eigen. Auf dem Gipfel des Erfolgs läßt Suter Frau und Kinder nachkommen. Als auf seinem Land Gold entdeckt wird, bahnt sich eine Katastrophe an.

„Der Kaiser von Kalifornien“ ist ein ganz erstaunlicher Film. 1935 wurde die deutsche Produktion zum größten Teil in den USA gedreht und mit den allergeringsten Mitteln finanziert. Trotzdem (und dank Luis Trenkers einnehmenden Wesen und Improvisationstalent) sind dabei äußerst sehenswerte Aufnahmen entstanden.

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Amphitryon

Amphitryon von Reinhold Schünzel
Amphitryon von Reinhold Schünzel

Amphitryon, Feldherr der Thebaner, kämpft seit langem gegen die Truppen aus Böotien. Inbrünstig betet seine Gemahlin Alkmene zum obersten der Götter, Jupiter: Er möge Theben den Sieg in dem zermürbenden Krieg schenken. Jupiter gefällt die schöne Frau, daher steigt er noch vor Amphitryons Rückkehr aus der Schlacht auf die Erde hinab und nimmt dessen Gestalt an, um Alkmene zu verführen. Merkur begleitet ihn – verwandelt in Amphitryons häßlichen Diener Sosias. Als der wahre Amphitryon heimkehrt, ist die Verwirrung groß.

„Amphitryon“ ist bisher der schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Das heißt, er ist so schlecht, daß ich es nicht ertragen konnte, ihn zu Ende anzuschauen. Ich denke, es reicht zu sagen, daß es ein Sandalenfilm aus der Nazizeit ist, in denen die Leute in Dialekt und gereimt sprechen, alberne Strohhüte(!!!) tragen und generell und überhaupt bescheuert sind …

’nough said!

Der Jugendrichter

Der Jugendrichter von Paul Verhoeven
Der Jugendrichter von Paul Verhoeven

Jugendrichter Dr. Ferdinand Bluhmes Urteile zeugen von Einfühlungsvermögen und Verständnis. Die junge Inge Schumann, die ihrem Freund Kurt bei einem Erpressungsversuch half, verdonnert Bluhme jedoch zu acht Monaten Jugendarrest um sie Kurts Einfluß zu entziehen. Als Inge mit Selbstmord droht, setzt er die Strafe zur Bewährung aus. Zugleich bringt er sie fern ihres bisherigen kriminellen Milieus in der Pension unter, in der er selbst wohnt. Das aber führt zu neuen Verwicklungen.

„Der Jugendrichter“ ist ein ganz netter kleiner Film. Heinz Rühmann als Jugendrichter ist ein wunderbar menschlicher Charakter, der in bester humanistischer Tradition sich um seine Fälle mehr kümmert als er müßte.

Natürlich spürt man immer wieder den gehobenen moralischen Zeigefinger. Belehren genauso wie unterhalten ist bei diesem Film ganz deutlich das Ziel. Trotzdem kann man ihn sich ganz gut ansehen und sogar ab und zu ein wenig schmunzeln. Alles in allem käme man aber auch ganz gut ohne den Film aus.

Titanic

Titanic von Herbert Selpin und Werner Klingler
Titanic von Herbert Selpin und Werner Klingler

Um das „Blaue Band“, die Auszeichnung für das schnellste Transatlantikschiff, zu gewinnen und damit den Bankrott seiner Schifffahrtslinie White Star abzuwenden, befiehlt der Präsident des Unternehmens, Sir Ismay, dem Kapitän des Luxuliners „Titanic“, auf dessen Jungfernfahrt bei Rekordgeschwindigkeit den gefährlichen Kurs durch das Nordmeer zu steuern. Dort rammt das Schiff einen Eisberg und beginnt zu sinken. Angesichts der Todesgefahr zeigt jedermann sein wahres Gesicht.

„Titanic“ wäre eigentlich gar kein schlechter Film. Denn er hat alles, was ein guter Film braucht: Intrigen, Romantik, Humor, sympathische Helden und düstere Schurken. Die Tricks sind für die damalige Zeit gut gemacht, so gut sogar, daß man sie auch heute noch ansehen kann, ohne darüber schmunzeln zu müssen.

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Hauptsache glücklich

Hauptsache glücklich von Theo Lingen
Hauptsache glücklich von Theo Lingen

Axel Roth arbeitet als Spesenkontrolleur in einem großen Unternehmen. Ihm ist jedoch eher am privaten Glück als an der Karriere gelegen. Seine ehrgeizige Frau Uschi dagegen sähe ihn gern in einer gehobenen Stellung. Sie manipuliert daher eine Einladung zum Fest im Haus von Generaldirektor Arndt, um diesem ihren Axel als ambitionierten Mitarbeiter zu präsentieren. Doch der Plan schlägt fehl. Als sie dort noch dazu eine geliehene teure Brosche verliert, dessen Duplikat Axel nun abzahlen muß, ist das eine harte Prüfung für die junge Ehe.

„Hauptsache glücklich“ ist ein belangloser kleiner Film, der irgendwie versucht witzig zu sein und Humor daraus zu schlagen, daß zwei erwachsene Menschen sich gegenseitig nicht zuhören. Am Ende geht natürlich alles gut aus, alle freuen sich und erfolgreich sind sie auch noch. Toller Film, echt mal.

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Freddy, die Gitarre und das Meer

Freddy, die Gitarre und das Meer von Wolfgang Schleif
Freddy, die Gitarre und das Meer von Wolfgang Schleif

Seemann Freddy wurde in Genua betrunken in eine Messerstecherei verwickelt – nun sucht ihn die Polizei. Als blinder Passagier flüchtet Freddy nach Hamburg und liest im Hafen den aus dem Waisenhaus ausgerissenen kleinen Stefan auf. Um ihn und sich über Wasser zu halten, singt Freddy auf St. Pauli zur Gitarre. Dabei begegnet er der reizenden Kellnerin Susi. Doch gerade, als sich eine zarte Romanze anzubahnen scheint, taucht Matrose Jan auf, der Freddy aus Genua kennt und verraten könnte.

Genau wie „Freddy und die Melodie der Nacht“ ist auch „Freddy, die Gitarre und das Meer“ längst nicht so schlecht, wie man das dem Titel nach vermuten könnte. Wieder spielt die Geschichte in den unteren Schichten der Gesellschaft. Matrosen, Kneipenwirte und Waisenkinder sind ihre sympatischen Hauptfiguren. Der Staat und seine Organe werden nicht so ganz ernst genommen oder sogar gefürchtet (ist doch Freddy zumindest am Anfang des Films auf der Flucht vor der Polizei), die Helden des Streifens sind arm, müssen sich bescheiden, ja sind teilweise sogar obdachlos. Alles in allem recht sehenswert.

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Karneval der Liebe

Karneval der Liebe von Paul Martin
Karneval der Liebe von Paul Martin

Der beliebte Sänger Peter Hansen steht kurz vor seiner zweiten Hochzeit, als er bei den Proben zu einer neuen Revue seiner ersten Ehefrau Marina wiederbegegnet, die seine Bühnenpartnerin darstellt. Peter liebt Marina immer noch und versucht, die Ehe mit seiner Geliebten hinauszuzögern. Marina glaubt, Peter sei bereits wieder verheiratet und will ihn ihrerseits eifersüchtig machen, indem sie ihm einen vermeintlichen neuen Ehemann präsentiert. Doch der Schwindel fliegt auf.

Heute präsentieren wir Ihnen in der Reihe „Schmonzetten, die die Welt nicht braucht“ das besondere Schmuckstück „Karneval der Liebe“. In diesem Streifen vereinigen sich eine dümmliche Story, laue Lieder, bescheuerte Revuenummern und alberne Dialoge zu einer Mischung, die man einfach nicht ertragen kann.

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Zu neuen Ufern

Zu neuen Ufern von Klaus Detlef Sierck
Zu neuen Ufern von Klaus Detlef Sierck

Die Karriere der in London gefeierten Sängerin Gloria Vane endet jäh, als sie sich einer Wechselfälschung für schuldig bekennt, um den wahren Betrüger, ihren Geliebten Sir Albert Finsbury, zu schützen. Sie wird zu Zwangsarbeit in Australien verurteilt und kommt dort nur frei, weil sie einen Australier ehelicht. Doch schon bald verläßt sie ihren Gatten, um Albert in Sydney zu suchen, der inzwischen dort lebt – verlobt mit der Tochter des Gouverneurs. In dem Nachtclub, in dem Gloria auftritt, sehen sich die beiden wieder.

Eigentlich mag ich ja Tragödien. Aber „Zu neuen Ufern“ ist einfach … zu viel. Zarah Leander ist eine gute Sängerin, keine Frage. Als Schauspielerin ist sie … nicht ganz so begabt.

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SOS Eisberg

SOS Eisberg von Arnold Fanck
SOS Eisberg von Arnold Fanck

Als der junge Naturwissenschaftler Dr. Johannes Krafft erfährt, daß ein verschollen geglaubtes Mitglied seiner vorherigen Grönland-Expedition, Prof. Karl Lorenz, vielleicht noch lebt, startet er sofort eine Suchaktion. Bald finden sich Hinweise darauf, daß Lorenz versucht hat, ein entferntes Eskimodorf zu erreichen. Krafft und seine Begleiter folgen seiner Spur, geraten in Not und retten sich auf einen riesigen Eisberg – auf dem sie Lorenz entdecken. Ein Hilferuf über Funk ist ihre letzte Hoffnung.

Wenn man sich den DVD-Covertext so durchliest, dann erwartet man einen spannenden Film. Den bekommt man auch, aber die Handlung ist in „SOS Eisberg“ eigentlich zweitrangig. Was diesen Film so großartig macht, vor allem wenn man das Produktionsjahr 1932 in Betracht zieht, sind die spektakulären Natur- und Flugaufnahmen.

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