Archiv der Kategorie: deAgostini Film-Klassiker

Die großen deutschen Film-Klassiker – Mein Fazit

Die großen deutschen Film-Klassiker
Die großen deutschen Film-Klassiker

Nachdem die Reihe „Die großen deutschen Film-Klassiker“ mit einigen wirklichen Knallern losgelegt hatte, hatte ich mich dazu entschlossen, sie zu abonnieren. Wenn dann wirklich nur, wie geplant, 30 Ausgaben erschienen wären, wäre mein Urteil wohl ganz positiv ausgefallen. Sicher, einige Schmonzetten waren auch darunter, aber alles in allem konnte man die neben den wirklich großen Filmen verschmerzen.

Als man sich dann aber bei deAgostini dazu entschlossen hat, die Reihe wegen ihres Erfolgs erst auf 50 und schließlich sogar auf 60 Ausgaben auszuweiten, war es vorbei mit der Qualität. Schlechte Streifen aus der Nazi-Zeit, die vor Propaganda nur so triefen, und alberne Komödien aus den 60er-Jahren, die man eigentlich nur als Gehirntoter ertragen kann … Das will doch kein Mensch sehen!

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Hallo Janine

Hallo Janine von Carl Boese
Hallo Janine von Carl Boese

Janine, die begabteste Tänzerin des Pariser „Moulin Bleu“, möchte ein Star werden. Eines Tages lernt sie den vermeintlichen Grafen René kennen, der in einem großen Musikverlag arbeitet. Tatsächlich aber ist René der arme Komponist Pierre, der mit dem Grafen die Rolle getauscht hat, damit dieser das Pariser Nachtleben genießen kann. Als der Verlag Pierres neueste Revue annimmt und sie mit Janine in der Hauptrolle im „Moulin Bleu“ aufgeführt werden soll, scheint ihr Traum wahr zu werden.

Im ersten Jahr der Reihe (2005) überraschte deAgostini die Abonnenten mit einer Weihnachts-Edition (die man nichtsdestotrotz bezahlen mußte). Im Nachhinein werden sich die Macher der großen deutschen Film-Klassiker ziemlich geärgert haben, „Hallo Janine“ ist nämlich wesentlich besser als die wirklich schlechten Streifen, die sie nachschieben mußten, nachdem sie die Reihe auf 60 Ausgaben aufgeblasen hatten.

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Die Konferenz der Tiere

Die Konferenz der Tiere von Kurt Hoffmann
Die Konferenz der Tiere von Kurt Hoffmann

Unter der Führung des Löwen kommen im Hochhaus der Tiere Vertreter aller Gattungen zusammen, um zu beratschlagen, wie sie zum Wohle ihrer Freunde, der Kinder, der Kriegslust der Menschen ein Ende setzen könnten. Als die Menschen den Appell der Tiere, endlich miteinander Frieden zu schließen, ignorieren und ihre Armeen gegen sie richten, beschließen die Tiere, alle Kinder der Welt zu entführen – bis die Menschen zur Vernunft gekommen sind.

Nachdem ich das Buch von Erich Kästner, auf dem der Zeichentrick „Die Konferenz der Tiere“ basiert, ziemlich gut fand (wie alles von Kästner), war ich natürlich auf den Film gespannt. Der ist … ganz OK, aber ganz sicher kein überragendes Glanzstück der Zeichentrickgeschichte.

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Zwei blaue Vergißmeinnicht

Zwei blaue Vergißmeinnicht von Helmuth M. Backhaus
Zwei blaue Vergißmeinnicht von Helmuth M. Backhaus

Auf Geheiß ihres Chefs sollen der Londoner Privatdetektiv Charly Biff und seine Assistentin Ingrid sich auf einer Kreuzfahrt entlang der Adriaküste entspannen. Noch bevor das Schiff ablegt, kommt Charly im Hafen von Portoroz Rauschgiftschmugglern auf die Spur. Er findet bald heraus, dass diese „Schnee“ auf dem Urlaubsdampfer nach Italien transportieren und dort verkaufen wollen. Und während die übrigen Passagiere sich amüsieren – und manche sogar die Liebe entdecken – heftet sich Charly an die Fersen der Ganoven.

Wieder ein Film aus den 60ern und wieder ein ziemlich schlechter. „Zwei blaue Vergißmeinnicht“ ist eine „schwungvolle Krimikomödie voller 60er-Jahre Schlager“. Na vielen Dank auch! Ganz ehrlich, wenn ich noch einmal einen solchen Film sehen muß, dann kotze ich (und das ist nicht metaphorisch gemeint). Was bin ich froh, daß Rex Gildo tot ist!

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So liebt und küßt man in Tirol

So liebt und küßt man in Tirol von Franz Marischka
So liebt und küßt man in Tirol von Franz Marischka

Thesi, die junge Besitzerin der Hotelpension „Alpenblick“ im schönen Zillertal, plagen Sorgen: Der Kramerwirt, der auf ihrem Grundstück ein Sanatorium bauen will, und sein grantiger Hausdiener Alois vergraulen potenziellen Gästen die Fahrt mit der Seilbahn hinauf zum „Alpenblick“. Zum Glück weiß Thesis Freundin, die muntere Studentin Petra, Rat: Mit der zugkräftigen Anzeige „So liebt und küßt man in Tirol“ und der flotten Jazzband ihrer Freunde bringt sie neuen Schwung ins Gasthaus!

OK … „So liebt und küßt man in Tirol“ war jetzt nicht ganz so schlecht wie die letzten beiden Filme der Reihe, aber so langsam frage ich mich doch, ob in den 1960ern überhaupt irgendwelche guten deutschen Filme produziert wurden.

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Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn

Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn von Franz Marischka
Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn von Franz Marischka

Albert und Corinna verbringen die Ferien in ihrem Haus an der dalmatischen Küste. Doch während Albert sich beim Angeln entspannt, langweilt sich seine temperamentvolle Gattin sehr. Kurzerhand lädt Corinna ihre Münchner Freundin Georgie – und viele andere liebe Menschen – zu einem Campingurlaub in Dalmatien ein. Georgie läßt sich nicht zweimal bitten und reist zu Corinnas Freude mit buntem Gefolge an. Albert aber fühlt sich in seiner Ruhe erheblich gestört.

„Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn“ ist ein extrem dämlicher Film. Leute sind miteinander verlobt oder haben sich scheiden lassen, dann machen sie mit irgendjemand anderem rum und alle finden es irgendwie gut. Dazu wird ständig gesungen und zwar ziemlich bescheuerte Schlager …

Aber was mich an diesem Film am meisten stört ist dieser Brachialhumor der 50er/60er-Jahre, über den ich einfach so gar nicht lachen kann. Diese gezwungen humorigen Dialoge und Wortspiele, die so lustig überhaupt nicht sind. Ich kanns einfach nicht ertragen!

Allotria in Zell am See

Allotria in Zell am See von Franz Marischka
Allotria in Zell am See von Franz Marischka

Ausgerechnet im beschaulichen Zell am See müssen die Playboys Mark Fürberg und Pit Tanner ihr Sportflugzeug notlanden. Die Freunde quartieren sich im Grand-Hotel ein – und werden sofort von Klatschjournalisten als berüchtigte Herzensbrecher erkannt und verfolgt. Das gefällt Mark gar nicht: Er will seine Affäre mit Millionärsgattin Dolly, die sich gerade sehr lukrativ scheiden läßt, geheim halten und engagiert die Studentin Sylvia, seine Verlobte zu spielen. Doch die Liebe macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

„Allotria in Zell am See“ vereint alle „Vorzüge“ von Heimatfilmen, Verwechslungskomödien und dümmlichen Revuefilmen. Mit anderen Worten: Diese Form des 60er-Jahre Humors sollte man sich auf alle Fälle ersparen.

Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Hubert von Meyerinck einmal mehr einen militärischen Charakter spielen und als solcher in Kriegserinnerungen schwelgen zu sehen. Harald Juhnke ein dämliches (und so überhaupt nicht gestelltes sondern wirklich total spontanes) Liedchen trällern zu hören. Oder aber Hannelore Elsner in einer so bescheuerten Rolle sehen zu müssen.

„Die großen deutschen Film-Klassiker“, daß ich nicht lache!

Freddy und das Lied der Südsee

Freddy und das Lied der Südsee von Werner Jacobs
Freddy und das Lied der Südsee von Werner Jacobs

Der junge Seeman Freddy Petersen läßt sich im Hafen von Atuana eine „Wunderflasche“ aufschwatzen, die dem Besitzer einen großen Wunsch erfüllen soll. Freddy träumt schon lange von einem eigenen Haus – und tatsächlich erbt er bald darauf von einem Onkel eine Villa auf einer Südseeinsel. Mit seinen Freunden Hein und Hannes nimmt er das Anwesen in Augenschein und erfährt, sein Onkel habe dort ein Vermögen versteckt. Dem jagt jedoch auch der Bösewicht Siebzehnstern nach.

Nachdem mir die ersten beiden Filme mit Freddy Quinn ganz gut gefallen haben, bin ich von „Freddy und das Lied der Südsee“ ziemlich enttäuscht. Anders als in „Freddy und die Melodie der Nacht“ und „Freddy, die Gitarre und das Meer“, in denen Freddy Quinn nur zwei bis drei Lieder gesungen hat, ist dieser Film über weite Strecken nur Kulisse für schmalzige Lieder. Wer (wie ich) der Meinung ist, daß schon in Disneyfilmen zu viel gesungen wird, der sollte um diesen Streifen auf alle Fälle einen großen Bogen machen.

Dazu kommt, daß die Eingeborenen wahlweise Hawaiianer, Afrikaner oder Chinesen sind, die aber allesamt irgendwie zum selben Stamm gehören. Die Kulisse ist zwar wunderschön, aber das kann es einem dann doch verleiden. Zumal die Story einfach nur noch flach und Freddy Quinn immer noch kein besserer Schauspieler ist.

Also einfach: abschalten!

Lady Windermeres Fächer

Lady Windermeres Fächer von Heinz Hilpert
Lady Windermeres Fächer von Heinz Hilpert

Von der feinen Londoner Gesellschaft wurde Mrs Erlynne einst verstoßen – nun kehrt sie nach Jahren in Amerika in die britische Hauptstadt zurück und versucht erneut, in deren vornehmen Kreisen Fuß zu fassen. Ihre Tochter, derweil Lady Windermere, erkennt die Mutter nicht. Mrs Erlynne offenbart sich dem Schwiegersohn, der seiner Gattin gegenüber aber schweigt, um diese zu schonen: Die Verwandtschaft mit Mrs Erlynne öffentlichlich zu machen würde einen Skandal provozieren.

Was den Film „Lady Windermeres Fächer“ angeht, bin ich ziemlich zwiegespalten. Einerseits ist er, für sich alleine betrachtet, sehr gut gemacht. Gerade die Schnittechnik und Regieführung ist großartig. Zum Beispiel werden zu Beginn der Tagesanfang von Lady Windermere und der von Mrs Erlynne gegeneinander geschnitten, so daß der Kontrast zwischen den beiden Frauen und ihren Lebenswelten deutlich dargestellt wird. Auch die Schauspieler brauchen sich nicht verstecken, man merkt ihnen ihre Spielfreude an, die Dialoge sind pointiert, der Ausdruck immer treffend.

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Fridericus – Der Alte Fritz

Fridericus - Der Alte Fritz von Johannes Meyer
Fridericus - Der Alte Fritz von Johannes Meyer

Anfang der 1760er-Jahre steht der Siebenjährige Krieg, in dem Preußen gegen die europäischen Großmächte Österreich, Frankreich und Russland kämpft, kurz vor der Entscheidung. Die preußische Armee hat verheerende Niederlagen erlitten; Friedrich der Große entgeht in Brandenburg nur knapp der Gefangennahme durch österreichische Verschwörer. Mit allen verfügbaren Truppen sowie General Zietens Husaren kann Friedrich dann aber Berlin den Russen entreißen und den Sieg erringen.

„Fridericus – Der Alte Fritz“ ist ohne Zweifel ein künstlerisch sehr gut gemachter Film. Schnitt, Beleuchtung, Musik, die schauspielerische Leistung, alles ist topp. Gerade durch den Kunstgriff, nicht linear zu erzählen, sondern einzelne Szenen aneinanderzureihen, quasi schlaglichtartig verschiedenste Begebenheiten und Begegnungen aus den Leben Friedrichs II. zu beleuchten, entsteht eine ganz eigene Dynamik und Spannung.

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