Archiv der Kategorie: Hollywood

Das geheime Leben der Worte

Das geheime Leben der Worte von Isabel Coixet
Das geheime Leben der Worte von Isabel Coixet

Das neue Meisterwerk von „Mein Leben ohne mich“-Regisseurin Isabel Coixet! Ein einsamer rauer Fleck, irgendwo im Graublau des Atlantiks. Eine Ölbohrinsel, auf der ein schwerer Unfall passiert ist. Eine mysteriöse Frau kommt hierher, wo sonst nur Männer arbeiten.

Hanna (Sarah Polley) ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat als Krankenschwester angeheuert, soll einen Verletzten versorgen. Josef (Tim Robbins) hat bei der Explosion schwerste Verbrennungen erlitten. Er ist vorübergehend erblindet. Während er das Gespräch sucht, bringt sie kaum ein Wort über die Lippen. Und doch entwickelt sich eine einzigartige Intimität zwischen den beiden, eine Verbindung voller Geheimnisse, Sehnsüchte, Trauer, Schmerz und Freude. Eine Begegnung, die beider Leben verändern wird.

Ich bin bei „Das geheime Leben der Worte“ ein wenig zwiegespalten. Und ich kann auch ganz genau sagen, warum.

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Son of Rambow

Son of Rambow von Garth Jennings
Son of Rambow von Garth Jennings

Wer glaubt, die richtig harten Jungs schon alle zu kennen, der hat sich schwer getäuscht.

Ein langer, heißer englischer Sommer und zwei grundverschiedene Jungs, die zu Freunden werden. Der elfjährige Will (Bill Milner), streng gläubig erzogen, wächst in einer Welt auf, in der Filme und Musik verboten sind. Eines Tages tritt der Schulrabauke Lee Carter (Will Poulter) in sein Leben und verändert mit einer Raubkopie von „Rambo“ für immer alles. Mit einer Videokamera und Will in der Hauptrolle drehen sie ihre ganz eigene Fassung des Films. Mit wilden Stunts und grenzenloser Fantasie, bedacht darauf, daß ihnen Lehrer und Eltern nicht auf die Schliche kommen, geben sie alles für ihren großen Traum.

Warum sind es immer die Engländer, denen charmante, kleine Meisterwerke der Filmkunst gelingen? „Son of Rambow“ ist der vielleicht bezauberndste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe. Die schiere Kreativität und der sorglose Ungestüm der beiden Protagonisten ist einfach herzerwärmend.

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Das Waisenhaus

Das Waisenhaus von Juan Antonio Bayona
Das Waisenhaus von Juan Antonio Bayona

Laura (Belén Rueda) kehrt mit ihrem siebenjährigen Sohn Símon (Roger Princep) an den Ort zurück, an dem sie aufgewachsen ist: Ein verlassenes Waisenhaus, das sie nun wieder zu neuem Leben erwecken will.

Aber die vertraute Umgebung wird ihr unheimlich, als ihr Símon von seinen neuen Freunden erzählt, die er gar nicht kennen kann: Ihre alten Waisenhausgefährten! Und als Símon plötzlich spurlos verschwindet, weiß Laura, daß diese unsichtbaren „Freunde“ dafür verantwortlich sind. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem geliebten Sohn und entdeckt dabei eine schreckliche Wahrheit …

Auf den ersten Blick kommt „Das Waisenhaus“ daher wie ein etwas altmodischer, subtiler Horrorfilm. Der dezente Einsatz von Musik und vor allem von Stille, die sanften, fahlen Farben der Aufnahmen, die genretypischen Requisiten wie Puppen und Masken … Alles das erschafft eine Atmosphäre, die verstört und aufwühlt.

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Gefahr und Begierde

Gefahr und Begierde von Ang Lee
Gefahr und Begierde von Ang Lee

Spionagethriller voll knisternder Erotik!
Das neue Meisterwerk vom zweifachen Oscar-Preisträger Ang Lee!

Shanghai 1941, zur Zeit der japanischen Besatzung. Die junge Studentin Wang Jiazhi (Tang Wei) kommt in Kontakt mit der chinesischen Widerstandsbewegung und wird für eine gefährliche Mission auserwählt. Sie soll die Gunst des skrupellosen Regierungsbeamten Yi (Tony Leung) erlangen, eines Kollaborateurs der verhaßten japanischen Besatzer, und ihn in eine tödliche Falle locken. Wang schlüpft in die Rolle einer ebenso mondänen wie verführerischen Dame und macht so die Bekanntschaft mit dem Ehepaar Yi. Schon bald kann der sonst eher zurückhaltende und überaus mißtrauische Yi kaum mehr seine Augen von der attraktiven Wang abwenden. Es beginnt eine geheime, leidenschaftliche Affäre, in dem auch Wang sich immer mehr zu verlieren droht …

In „Gefahr und Begierde“ kommen gleich zwei Künstler zusammen, die ich sehr schätze: Regisseur Ang Lee und Schauspieler Tony Leung, den ich für einen der besten asiatischen Schauspieler überhaupt halte. Umso erstaunlicher auf den ersten Blick, daß man Tang Wei an seine Seite gecastet hat, die noch nie vorher in einem Film mitgespielt hat. Es ist atemberaubend, mit welcher Leichtigkeit sie auf dem Niveau von Leung mitspielt, einfach atemberaubend.

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Bang Boom Bang

Bang Boom Bang von Peter Thorwarth
Bang Boom Bang von Peter Thorwarth

Gelegenheitsgauner Keek ist im Streß: Er hat den Großteil der Beute aus einem Bankraub verpraßt, obwohl das Geld eigentlich seinem inhaftierten Kumpel Kalle gehört.

Nicht einmal den goldenen Mercedes, der er Kalle kaufen soll, kann er mehr bezahlen. Deshalb linkt Keek eine Autohehlerbande mit Falschgeld. Und dann steht plötzlich der leibhaftige Kalle vor Keeks Tür – zwei Jahre vor seiner Entlassung! Kalle ist ausgebrochen und verlangt sein Geld. Sofort! Keek bleibt nichts anderes übrig, als gemeinsam mit seinem besten Freund Andy, dem durchgeknallten Schlucke und dem brutalen Ratte in die Spedition des halbseidenen Geschäftsmannes Kampmann einzubrechen. Doch das scheinbar todsicheres Ding artet zum Fiasko aus …

„Bang Boom Bang“ ist wirklich eine Überraschung: Eine deutsche Gangsterkomödie, die tatsächlich funktioniert! Peter Thorwarth erreicht zwar lange nicht „Pulp Fiction“ oder „The Big Lebowski“ mit denen er in einigen Rezensionen verglichen wird, aber unterhaltsam ist der Film allemal.

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Tödliche Versprechen – Eastern Promises

Tödliche Versprechen - Eastern Promises von David Cronenberg
Tödliche Versprechen – Eastern Promises von David Cronenberg

Mord, Gewalt, Sex, Menschenhandel – der neue Thriller von Kultregisseur von David Cronenberg über die gefährlichen Machenschaften der Russenmafia in London!

Die Londoner Hebamme Anna (Naomi Watts), muß miterleben, wie eine namenlose osteuropäische Prostituierte bei der Geburt ihres Babys stirbt. Anna setzt alles daran, die Angehörigen des verwaisten Säuglings zu finden. Ihre einzigen Hinweise sind ein russisches Tagebuch und ein Streichholzbriefchen eines russischen Restaurants. Anna folgt der Spur und trifft dabei auf den attraktiven Nikolai (Viggo Mortensen). Der arbeitet für den ebenso einflussreichen wie zwielichtigen Restaurant-Besitzer und Patriarchen Semyon (Armin Mueller-Stahl). Als Anna entdeckt, daß das Tagebuch Beweise enthält, die Semyon und seinen Sohn Kirill (Vincent Cassel) für viele Jahre hinter Gitter bringen könnten, schwebt sie schon längst in höchster Gefahr …

Die Kombination von David Cronenberg und Viggo Mortensen ist generell genial. In „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“ kommen dazu auch noch Armin Mueller-Stahl und Vincent Cassel. Um es kurz zu machen: Der Film ist großartig und man sollte ihn unbedingt gesehen haben!

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Wolke 9

Wolke 9 von Andreas Dresen
Wolke 9 von Andreas Dresen

Inge geht auf die 70 zu, aber fühlt sich wie 17.
Sie hat sich verliebt. Karl wird bald 80.
Es ist Leidenschaft. Es ist Sex.
Daß ihr das noch einmal passiert, hätte sie nicht gedacht.
Inge ist mit Werner verheiratet. Seit 30 Jahren.
Sie liebt ihren Mann. Er war immer gut zu ihr.
Liebe braucht Zeit. Die haben alle drei nicht mehr …

Ein Film über ältere Leute. Das gesellschaftliche Klischee meint, da passiert nicht mehr viel. Andreas Dresen erzählt in „Wolke 9“ radikal und mit viel Zärtlichkeit über ihre Sehnsüchte, Liebe und Sexualität.

Um es gleich am Anfang auf den Tisch und auch wieder vom Tisch zu bekommen: Ja, in „Wolke 9“ geht es auch um Sex zwischen alten Menschen. Und ja, dieser Sex wird gezeigt. Explizit. Wer damit nicht zurechtkommt, der soll am besten gar nicht erst weiter lesen und die Finger von dem Film lassen.

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Die fetten Jahre sind vorbei

Die fetten Jahre sind vorbei von Hans Weingartner
Die fetten Jahre sind vorbei von Hans Weingartner

Daß die Güter dieser Welt ungerecht verteilt sind, ist allen klar, wie das zu ändern ist, hingegen nicht so ganz. Die Freunde Jan (Daniel Brühl) und Peter (Stipe Erceg) haben ihren eigenen Weg gefunden: Nachts brechen sie in Villen ein, nicht um zu klauen, sondern um das Mobiliar auf den Kopf zu stellen. Die Botschaften, die sie hinterlassen, lauten: „Die fetten Jahre sind vorbei“ oder „Sie haben zu viel Geld“ – unterzeichnet mit „Die Erziehungsberechtigten“. Doch plötzlich wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt: Peters Freundin Jule (Julia Jentsch) und Jan verlieben sich ineinander. Im Überschwang der Gefühle steigen die beiden in eine Villa ein und werden dabei vom Besitzer überrascht. Dafür haben die selbsternannten Erziehungsberechtigten keinen Plan – und plötzlich werden sie zu Entführern wider Willen …

Ich vermeide neuere deutsche Filme normalerweise, vor allem, wenn sie so oft „verwendete“ Schauspieler im Cast haben wie Daniel Brühl. Weil, ganz ehrlich, die meisten sind scheiße. „Die fetten Jahre sind vorbei“ ist da eine rühmliche Ausnahme, vielleicht auch, weil der Regisseur Hans Weingartner Österreicher ist.

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Brokeback Mountain

Brokeback Mountain von Ang Lee
Brokeback Mountain von Ang Lee

Als „Brokeback Mountain“ herausgekommen ist, war der Film in aller Munde. Das liegt natürlich vor allem damit zu tun, daß wir es hier mit einem Western mit schwulen Cowboys zu tun haben:

Oscar-Preisträger Ang Lee entwirft ein zutiefst bewegendes Portrait einer tragischen Liebe.

Wyoming 1963: Der Rancher Ennis del Mar (Heath Ledger) und der Rodeoreiter Jack Twist (Jake Gyllenhaal) werden auf Brokeback Mountain angeheuert, den Sommer über eine Herde Schafe vor Wilderern und Raubtieren zu schützen. In der harten und rauhen Einsamkeit der Berge entwickelt sich zwischen den beiden bald mehr als bloße Kameradschaft – sie verlieben sich ineinander. Doch angesichts der engstirnigen Moralvorstellungen in der konservativen US-Provinz bleiben ihnen nur getrennte Wege. Die Cowboys heiraten, gründen Familien – und kommen doch nicht voneinander los. Nur heimlich können sie über die Jahre bei ihren seltenen Treffen in der Wildnis ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Bis Jack einen letzten verzweifelten Versuch unternimmt für ihre Zukunft zu kämpfen …

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Unsere Erde

Unsere Erde von Alastair Fothergill und Mark Linfield
Unsere Erde von Alastair Fothergill und Mark Linfield

„Unsere Erde“ ist ein Film über die Schönheit, Magie und Faszination unseres Planeten. Er nimmt die Zuschauer mit auf eine unvergeßliche und berührende Reise rund um den Globus.

Dank modernster, zum Teil speziell entwickelter Technik können Landschaften und Tiere in freier Wildbahn in sensationeller Qualität und aus einer Perspektive beobachtet werden, die der Mensch mit eigenen Augen größtenteils so nicht sehen könnte.
„Unsere Erde“ von Alastair Fothergill und Mark Linfield ist die bisher aufwendigste und teuerste Naturdokumentation aller Zeiten. Der Film entstand in fünf Jahren Produktionszeit. Über 40 Kamerateams drehten 1.000 Stunden Filmmaterial in 26 Ländern an über 200 Drehorten. Das Ergebnis, der Film „Unsere Erde“, begeisterte Kritiker und über 3,7 Millionen Kinozuschauer gleichermaßen.

BBC-Dokumentationen sind immer genial. Und gerade die Naturdokumentationen sind unglaublich gut. 2006 hat die BBC die Serie „Planet Earth“ produziert, die sich in 11 Episoden mit verschiedenen Lebensräumen unserer Erde beschäftigt. Die Serie allein ist schon sehenswert und ich kann sie nur jedem empfehlen.

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