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Die BILD-Comic-Bibliothek – Mein Fazit

Die BILD-Comic-Bibliothek
Die BILD-Comic-Bibliothek

Ich hatte von Anfang an nicht allzu hohe Erwartungen was die „BILD-Comic-Bibliothek“ anging. Und leider wurde ich in meiner Haltung voll bestätigt. Es gibt zwei Gründe, warum diese Comic-Sammlung nicht eine der besten ist.

Zum einen ist die Auswahl der Comics … Nun ja, sagen wir einfach, daß man nicht sehr viel Ahnung von Comics haben muß, um diese 12 auszuwählen. Ein bißchen Disney, die großen Franzosen und Amerikaner, was Deutsches, an das man sich von seiner Kindheit und Jugend noch erinnert oder das man mal im Fernsehen gesehen hat, und ein Manga, weil die Jugendlichen das heutzutage doch so mögen … Und das war es! Wirklich, tolle Auswahl! Was ist mit Superman, den Peanuts, Prinz Eisenherz oder vielleicht sogar Fritz the Cat? Da wäre ich mit der Reihe „Klassiker der Comic-Literatur“ von der F.A.Z. wahrscheinlich besser bedient gewesen. Die haben sogar Blueberry …

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Popeye

Popeye von Hy Eisman
Popeye von Hy Eisman

Hier in Europa vergißt man manchmal ganz gerne, daß es neben Disney noch weitere große amerikanische Mainstream-Comics gibt. „Popeye“ zum Beispiel, der mir allemal lieber ist, als alles, das jemals von Disney gezeichnet wurde. Ich mag einfach den etwas fieseren Humor, der die „Popeye“ Comics auszeichnet, den spöttischen Unterton, und die Art, wie die Charaktere immer wieder sich selbst auf die Schippe nehmen.

Ja, „Popeye“ ist ein gutes Stück erwachsener als seine Kollegen Micky und Donald. Vielleicht hatte er es deshalb bislang nicht nötig, sich „liften“ zu lassen. Noch immer wird dieser Comic in herrlich altmodischer Weise gezeichnet, noch immer sehen Popeye, Olivia, Brutus und Wimpy so aus wie sie immer ausgesehen haben. So, wie sie damals in den 20er Jahren der Zeichner Elzie Crisler Segar das erste Mal gezeichnet hat.

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Fix und Foxi

Fix und Foxi von Rolf Kauka
Fix und Foxi von Rolf Kauka

„Fix und Foxi“ ist der zweite Band der BILD-Comic-Bibliothek, an dem ich so gut wie nichts auszusetzen habe. Daß das nicht unbedingt das Verdienst der BILD-Redakteure ist, wird am Ende des Buches klar, wo wir Alexandra Kaukas Nachwort lesen können. Rolf Kaukas Witwe verwaltet seinen Nachlaß immer noch mit scharfem Blick und war den BILD-Leuten sicher bei der Auswahl behilflich (wenn sie und ihr Team nicht gleich alles selbst zusammengestellt haben).

Dadurch bekommen wir auch einen schönen Überblick über die Entwicklung der Figuren seit dem Jahre 1963. Wobei eine wirkliche Entwicklung unter Rolf Kaukas Regie eigentlich nicht festzustellen ist. Fuxholzen ist eben ein Überbleibsel aus den bedächtig-biederen 50ern, und das ist ja auch gut so. Für mich war es Nostalgie pur, wieder einmal bei Fix, Foxi und vor allem meinem Liebling Lupo zu Gast zu sein. Und wie immer habe ich mich in den meisten Geschichten darüber geärgert, daß Lupo so schlecht wegkommt. Der Wolf ist doch soooo knuffig und dann sind diese fiesen vorwitzigen Füchse immer ganz garstig zu ihm. Gemein!

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Werner

Werner von Brösel
Werner von Brösel

Als Band 10 der Comic-Bibliothek der BILD ist „Werner“ erschienen. Auch wenn ich Brösels doch oft sehr deftigen Humor ab und zu recht gerne mag und mich vor allem über seine Wortspiele kranklachen könnte, muß ich sagen, daß dieses Buch ganz und gar nicht gelungen ist.

Zunächst ist wie schon bei den anderen Bänden der Begleittext mehr als mager. Besonders ärgerlich aber ist die Auswahl der präsentierten Comics. So sind zum einen mit „Werner fährt in Urlaub“ (und landet im Krankenhaus) und „Lehrjahre sind keine Herrenjahre II“ zwei Episoden enthalten, die aus dem ersten Werner-Film schon hinreichend bekannt sind. Vor allem aber findet sich „Knallhart verrissen“, der dritte Teil von „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ im Buch weit vor dem zweiten Teil.

Wie kann so etwas vorkommen? Hat der Editor nicht aufgepaßt? War es ihm schlicht egal? Schade ist es auf alle Fälle und es verleidet einem sogar das Vergnügen an „Werner“.

Tim und Struppi

Tim und Struppi von Hergé
Tim und Struppi von Hergé

„Tim und Struppi“ ist leider erst der zweite Band der BILD-Comic-Bibliothek, der mir wirklich durchgehend gefallen hat. Naja, könnte natürlich auch einfach daran liegen, daß ich den pfiffigen Tim und seinen Köter Struppi sowieso verdammt gern mag. Klar, man muß den Humor mögen, aber ich mach mir schon fast in die Hose, wenn ich allein die Schimpfwörter von Käpt’n Haddock durchlese.

Mit „Die sieben Kristallkugeln“ und dem Fortsetzungsband „Der Sonnentempel“ startet das Buch gleich mit Mystery und einer Expedition in ein exotisches Land. Dazu kommt eine archäologische Expedition, ein geheimnisvoller Kult, der die ganze Welt zu umspannen scheint, und (wie immer) ein extrem tolpatschiger Käpt’n Haddock. Klasse! So klasse sogar, daß ich das ganze in ein Abenteuer für meine Rollenspielgruppe verwurschteln werde.

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Nick Knatterton

Nick Knatterton von Manfred Schmidt
Nick Knatterton von Manfred Schmidt

Mit den Geschichten um „Nick Knatterton“ konnte ich nicht allzuviel anfangen. Das liegt wohl vor allem daran, daß mir der Brachialhumor der 50er- und 60er-Jahre nicht liegt. Ich finde (wenn man einmal von einigen wenigen Gedichten absieht) Heinz Erhardt doof und kann mich auch sonst nicht über die Komödien dieser Zeit amüsieren. Mir ist zu viel Sex und zu wenig Crime in den Geschichten, der Held ist zu omnipotent und zu cool und die Gangster sind zu dämlich.

Der Zeichenstil von Manfred Schmidt allerdings hat mir ausgezeichnet gefallen. Besonders hervorzuheben sind dabei die Riß- und Planzeichnungen, mit denen er immer wieder Situationen oder Gimmicks erleutert. Darüber konnte ich schmunzeln! Das Querformat der Comicstrips ist zudem angenehm ungewöhnlich. Auch der ironische Unterton der Erzählweise ist teilweise durchaus witzig. Trotzdem … Nick Knatterton ist nichts für mich.

Detektiv Conan

Detektiv Conan von Aoyama Gosho
Detektiv Conan von Aoyama Gosho

Mangas sind im Moment sehr beliebt bei der Jugend und irgendwie haben das auch die BILD-Redakteure mitbekommen. Deshalb ist der sechste Band der BILD-Comic-Bibliothek auch ein japanischer Comic, der natürlich (immerhin sind die Jungs von BILD ja hip und kewl) von hinten nach vorne gelesen wird: „Detektiv Conan“ von Aoyama Gosho.

Ich persönlich kann den wenigsten Mangas etwas abgewinnen und war deshalb recht skeptisch als ich den Band begonnen habe. Tatsächlich ist aber „Detektiv Conan“ gar nicht so schlecht. Der Geschichte, die darin erzählt wird, läßt erkennen, daß Gosho ein großer Fan von klassischen Detektivgeschichten ist und wahrscheinlich so gut wie alle gelesen hat. Die Fälle, die sie ihren (durch ein experimentelles Gift zu Grundschulalter verjüngten) Detektiv lösen läßt, sind allesamt interessant und angenehm „britisch“. Mit anderen Worten, der Leser kann mitraten und es ist manchmal gar nicht so leicht, auf die richtige Lösung des Falls zu kommen. Außerdem konnte in diesem Fall auch die BILD-Redaktion nichts durch die Edition verderben, immerhin erzählt „Detektiv Conan“ eine fortlaufende Geschichte und da ist es natürlich naheliegend einfach die ersten beiden Folgen abzudrucken.

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Spirou und Fantasio

Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg
Spirou und Fantasio von André Franquin und Greg

Ich habe „Spirou und Fantasio“ immer gerne gelesen. Der pfiffige Hotelpage, der rasende Reporter, der verrückte Erfinder, das putzige Dschungeltier und vor allem das zynische Eichhörnchen haben mich ganz sicher nie schlecht unterhalten.

Zwei der in diesem Sammelband vertretenen Geschichten sind auch ziemlich klasse. „Der Plan des Zyklotrop“ spielt witzig mit Motiven aus „Dr. Mabuse“ und „James Bond“-Filmen sowieso mit jedem Klischee des verrückten Wissenschaftlers. „QRN ruft Bretzelburg“ ist eine bissige Parodie auf Deutschland, wobei sich sowohl Anklänge an das Dritte Reich als auch auf die DDR finden.

Wieso man sich aber entschieden hat, mit „Das Nest im Urwald“ den Sammelband zu eröffnen, ist mir schlicht schleierhaft. Nicht Spirou und sein Freund Fantasio sind die Hauptfiguren, sondern eine konkurierende Reporterin, die einen Film über die Lebensweise der Marsupilamis präsentiert. Das ganze ist sehr charmant erzählt und die Baby-Marsupilamis sind supersupersupersüß, sicher. Aber eine typische „Spirou und Fantasio“-Geschichte ist das leider nicht. Aber wahrscheinlich wollte BILD einfach den Niedlichkeitsfaktor nach oben treiben. Schade.

Micky Maus

Micky Maus von Walt Disney
Micky Maus von Walt Disney

Tja, was soll ich sagen … „Micky Maus“ merkt man sein Alter deutlich an. Die Comics, die hier im 4. Band der BILD-Comic-Bibliothek versammelt sind, sind zum größten Teil reichlich bieder und einfach viel viel zu nett. Wenn man bedenkt, daß Disney neben süßlichen Zeichentrickfilmen und Comics mittlerweile auch die ganzen Pixar-Filme und Streifen wie „Fluch der Karibik“ produziert, dann kommen einem die brave Maus und ihre putzigen Freunde gleich noch einmal doppelt verstaubt vor.

Dabei finde ich diese Comics aus rein wissenschaftlichem Standpunkt gar nicht einmal so uninteressant. „Micky Maus“ IST immerhin ein Klassiker des Genres und es wäre äußerst interessant zu beobachten, wie sich Zeichenstil (und Zeichner), Texte, Stories und Figuren im Laufe der Zeit verändert haben, wenn … Ja, wenn die Redakteure der BILD daran gedacht hätten, die Comics zeitlich einzuordnen. Eine kleine Jahreszahl unten oder oben links oder rechts, das hätte schon genügt. Aber nein … Chance verpaßt!

Lucky Luke

Lucky Luke von Morris und René Goscinny
Lucky Luke von Morris und René Goscinny

Auf den ersten Blick ist „Lucky Luke“ aus der BILD-Comic-Bibliothek eine willkürliche Zusammenstellung von vier Heften der berühmten Comic-Reihe. Warum ausgerechnet diese vier Bände und nicht andere ausgewählt wurden, darauf wird nirgendwo eingegangen, überhaupt ist das Vorwort eher spärlich ausgefallen.

Klasse sind dann natürlich die Comic selbst, auch wenn sie in einem etwas kleineren Format als dem üblichen DIN A4 daher kommen. Enthalten sind die Einzelbände „Ma Dalton“, „Die Daltons und der Psycho-Doc“, „Der Kaiser von Amerika“ und „Goldrausch!“. Am besten sind wie immer die Hefte mit den Daltons, wobei mir das mit dem Psycho-Doc noch einen Tacken besser gefällt als die Dalton-Familienzusammenführung. Es sind einfach wunderbare Seitenhiebe enthalten. Am Schwächsten ist für mich „Goldrausch!“, das sich ein wenig zäh dahin zieht.

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