Archive for the Bibliothek Suhrkamp Category

Das Dschungelbuch

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Dezember 2016 by lady8jane
Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling

Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling

Es ist eine fremde, abenteuerliche und gefährliche Welt, die der kleine Mowgli im indischen Dschungel erlebt, nachdem ihn der Tiger Shir Khan aus dem Dorf seiner Eltern geraubt hat. Er wächst bei einer Wolfsfamilie auf und schließt Freundschaft mit den Tieren der Wildnis, dem Bären Baloo und dem Panter Bagheera.

Aber auch das ungebundene Leben in der Natur, fernab von der menschlichen Zivilisation, kommt nicht aus ohne feste Regeln und Gesetze. Mowgli und die Tiere des Dschungels müssen ihnen gehorchen, wenn sie überleben wollen.

Rudyard Kiplings Erzählungen faszinieren heute wie damals Leser aller Altersgruppen. Sie zählen zur Weltliteratur.

Wer bei Rudyard Kiplings „Das Dschungelbuch“ an den Film von Disney denkt, wird vielleicht ein wenig enttäuscht werden. Denn das Buch hat nicht sehr viel mit dem Film zu tun, eigentlich fast nur die Namen und das Grundkonzept. Nicht nur die Charaktere sind anders (die Python Kaa zum Beispiel ist männlich und mit Mowgli verbündet), auch die Stimmung ist dem fröhlichen Disneyfilm so ziemlich entgegengesetzt.

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Ich habe den englischen König bedient

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp with tags , on 21. Januar 2013 by lady8jane
Ich habe den englischen König bedient von Bohumil Hrabal

Ich habe den englischen König bedient von Bohumil Hrabal

„Ich habe den englischen König bedient“ ist ein herrlich deftiger, bösartiger und so witzig wie melancholischer Schelmenroman. Der Ich-Erzähler beginnt ganz klein als Pikkolo in einem Hotel, steigt auf, wechselt die Hotels, eifert dem großen Hoteliers und Oberkellnern nach (von denen einer angeblich den englischen König bedient hat), bedient schließlich selbst den abessinischen Kaiser, verliebt sich während der Besatzungszeit in eine Deutsche, heiratet mit Ariernachweis, zeugt ein schwachsinniges Kind (und das in einem Lebensbornheim), steigt schließlich selbst zum Millionär und Hotelbesitzer auf, verliert alles und lebt schließlich zufrieden in der Einöde.

Die wunderbar naive und dabei gleichzeitig so weise Weltsicht des Protagonisten ist es, was „Ich habe den englischen König bedient“ zu einem wirklich lesenswerten Werk machen. Er stolpert durch sein Leben, getrieben von primitiven Instinkten, dem Wunsch nach Geld und Frauen, dem Bestreben von den Reichen und Mächtigen anerkannt zu werden. Bis er irgendwann an den Punkt kommt, an dem ihm das alles unwichtig wird. Schon vorher durchzieht immer wieder eine feine Melancholie das Werk, zum Beispiel wenn unser Kellner die deutschen Offiziere und ihre Frauen beobachtet, die sich zum letzten Mal sehen, bevor die Männer an die Front müssen. Am Ende des Buches herrschen aber durchweg die ernsteren Töne vor, gleichzeitig ist alles von einer heiteren Gelassenheit umwoben.

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Die folgende Geschichte

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp with tags , on 7. Januar 2013 by lady8jane
Die folgende Geschichte von Cees Nooteboom

Die folgende Geschichte von Cees Nooteboom

Schon von Cees Nootebooms „Allerseelen“ war ich begeistert. „Die folgende Geschichte“ ist noch besser, geradezu atemberaubend!

Wie immer ist Nootebooms Sprache ganz wunderbar, man kann dieses Buch an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und Sätze von purer Schönheit lesen. Egal, ob er Menschen beschreibt oder Situationen, ob er Schauplätze, Teile einer Stadt schildert, Erinnerungsfetzen heraufbeschwört oder über Literatur nachdenkt, immer geschieht das in einer ungeheuer poetischen und dabei so kargen, fast knappen Sprache. Einfach grandios!

Die Geschichte, die er uns dabei erzählt, ist mehr als mysteriös und jedesmal, wenn wir denken, wir haben begriffen, was da geschildert wird, passiert wieder etwas, das alles umwirft. Ein Mann wacht eines Morgens in einem Hotelzimmer in Lissabon auf, obwohl er sich genau daran erinnert, am Abend davor in seiner Wohnung in Amsterdam ins Bett gegangen zu sein. Wir erfahren nach und nach, daß er schon älter ist und nicht gerade hübsch, ein ehemaliger Lateinlehrer, der mittlerweile Reiseführer verfaßt. In seiner aktiven Lehrzeit hatte er ein Verhältnis mit einer Biologielehrerin, deren Mann seinerseits ein Verhältnis mit einer Schülerin hatte. Wie alle diese Geschichten, geht auch dieses Mehrecksverhältnis schlecht aus, sogar fatal, denn die Schülerin stirbt bei einem Unfall. In Lissabon erinnert er sich an einige Tage, die er mit seiner Geliebten hier verbracht hat, besucht noch einmal die Stätten, die er auch mit ihr besucht hat, und besteigt schließlich ein Schiff, das ihn zusammen mit einigen Mitreisenden nach Südamerika bringt.

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Lügen in Zeiten des Krieges

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. November 2012 by lady8jane
Lügen in Zeiten des Krieges von Louis Begley

Lügen in Zeiten des Krieges von Louis Begley

Louis Begley erzählt die Geschichte von der Hölle der Todesangst und dem Überleben in ihr: Der Knabe Maciek aus T. in Polen, Sohn eines angesehenen jüdischen Arztes, erfährt, wie sich seine anfangs so wohl behütete, idyllische Kindheitswelt verfinstert bis ins Nachtschwarze mörderischer Ausweglosigkeit. Doch zuerst scheint alles im Lot, Maciek genießt seine Kindheit mit dem imposanten Großvater, der weichen Großmutter, der schönen Tante Tanja und dem sorgsamen Vater. Und seine Furcht vor dem Riesen in der Nacht wird beruhigt von Zosia, dem polnischen Kindermädchen. Doch mit dem „Anschluß“ Österreichs setzen Nervosität, Unruhe und Angst ein, der Kriegsausbruch im September 1939 verändert dieses Leben total. Die Deutschen kommen, Maciek und seine Familie müssen wie alle Juden ihr Haus verlassen. Was folgt, sind täglich Demütigung, Elend, Razzien, Todesfurcht und Tod, aber auch Knabenspiele, erwachende Pubertät. Tante Tanja befreundet sich mit dem Deutschen Reinhard, er hilft Macieks Familie mit falschen Papieren. Als die Deportation unmittelbar bevorsteht, warnt Reinhard die Familie und versteckt Tanja und Maciek in einer Wohnung in Lwów. Doch Gefahr und Verderben nehmen zu, Reinhard und die Großmutter werden von der Gestapo in T. entdeckt, er erschießt sich und die alte Frau und gewinnt Zeit für Tanja und Maciek durch diese Tat. Mit neuen Not- und Rettungslügen taumeln Tanja und Maciek, unter dem steigenden Druck, endgültig entdeckt zu werden, weiter durch das Inferno des Krieges …

„Lügen in Zeiten des Krieges“ ist ein verstörendes Dokument des Überlebens. Es beginnt langsam, fast langweilig, harmlos. Doch nach und nach steigert sich die Erzählung, verdichtet sich bis zu den beklemmend geschilderten letzten Kriegstagen.

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Der Liebhaber

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. April 2012 by lady8jane
Der Liebhaber von Marguerite Duras

Der Liebhaber von Marguerite Duras

Alt ist sie geworden, die französische Schriftstellerin. Zu viel Alkohol hat ihr Gesicht ruiniert. Dabei war sie früher einmal so wunderschön, so verführerisch. Wie war das damals gewesen, vor vielen Jahren, die exotische Affäre mit dem Asiaten? Sie träumt sich zurück nach Indochina, an die Ufer des Mekongs. Noch einmal erwacht alles vor ihrem inneren Auge: wie sie sich, damals noch beinahe ein Kind, bei der Überquerung des Flusses in einen fast doppelt so alten, reichen Chinesen verliebt. Wie er sie bald jeden Tag in seiner Limousine von ihrer Mädchenschule in Saigon abholt und jeden Tag auf ihr Verlangen hin tiefer in die Geheimnisse der Liebe und der Sexualität einweiht. Eine wilde, unbezähmbare, doch gesellschaftlich unmögliche amour fou entbrennt zwischen den beiden. Der Chinese verliebt sich in sie, doch sie will als Prostituierte behandelt werden, und ihre Familie, die das Geld dringend benötigt, schweigt. Erst auf der langen Rückfahrt nach Frankreich wird der jungen Frau bewußt, daß sie einen schweren Fehler begangen hat.

Duras‘ autobiographisch inspirierter Roman über ihre Jugend wurde 1984 ein Bestseller. Sie selbst bezeichnete das mit dem angesehenen „Prix Goncourt“ ausgezeichnete Werk als „das leichteste Buch, das ich jemals geschrieben habe“.

Wieder einmal ein Klappentext, der wirklich und absolut unmöglich ist! „Der Liebhaber“ ist vieles, aber ganz sicher keine geradelinige Geschichte. Und auch die Entscheidung, als Prostituierte behandelt zu werden, fällt nicht so bewußt, wie das hier dargestellt wird, noch trifft das Mädchen die Entscheidung nach Frankreich zurückzugehen. Aber vor allem und auf keinen Fall geht es in diesem Roman um Reue.

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Unterm Rad

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Januar 2012 by lady8jane
Unterm Rad von Hermann Hesse

Unterm Rad von Hermann Hesse

Hans Giebenrath ist ein guter Schüler und ein sensibler Junge. Sein ehrgeiziger Vater sorgt dafür, daß er von den Lehrern und Honoratioren seiner Kleinstadt in Süddeutschland als einziger Kandidat für das traditionelle württembergische „Landesexamen“ ausgewählt wird. Getrieben vom väterlichen Ehrgeiz vertieft sich Hans ganz in die Vorbereitungen; Zeit, seine Kindheit auszuleben, hat er kaum noch. Am Ende ist er dem körperlichen Zusammenbruch nahe, doch sein Eifer macht sich bezahlt: Nach der Prüfung stehen ihm die Türen für ein kostenloses Theologiestudium in der Klosterschule Maulbronn offen. Dort begegnet der Musterschüler Hans dem anarchischen Hermann Heilner, einem Rebell und selbsternannten Dichter. Die Begegnung wird Hans für immer verändern.

„Unterm Rad“ (1906) ist ein intime, einfühlsame Geschichte vom Erwachsenwerden. In ihr verarbeitet Hesse seine eigenen Erfahrungen als Schüler und Heranwachsender und veranschaulicht auf eindringliche Weise den Konflikt zwischen schulischer Ordnungsliebe und individuellem Freiheitsdrang.

So sehr mir die späteren Sachen von Hermann Hesse gefallen („Siddhartha“ zum Beispiel), so wenig kann ich mit seinen frühen Werken anfangen. Es ist nicht so, daß sie schlecht geschrieben wären, aber sie sind so furchtbar pubertär und gleichzeitig so altmodisch elegisch.

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Bronsteins Kinder

Posted in Alexandria, Bibliothek Suhrkamp, SZ-Bibliothek with tags , on 14. Dezember 2011 by lady8jane
Bronsteins Kinder von Jurek Becker

Bronsteins Kinder von Jurek Becker

Hans Bronstein ist achtzehn Jahre alt und will vom Schicksal seines Vaters, eines Juden und ehemaligen KZ-Häftlings, nichts wissen. Doch dann entdeckt er, daß dieser im Waldhaus der Familie einen einstigen KZ-Aufseher gefangen hält, um ihn zu foltern und zum Geständnis seiner Untaten zu zwingen. Jetzt kann Hans seine Augen vor dem Trauma des Vaters nicht mehr verschließen. Der Sohn fragt sich, ob „einer, der mit dreißig geschlagen wird, mit sechzig zurückschlagen“ darf. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung um Schuld und Sühne, um Vergebung und Selbstjustiz. Hans kann das Verhalten seines Vaters nicht billigen und entschließt sich, den Gefangenen freizulassen. Doch als er in der Waldhütte ankommt, wartet eine schreckliche Überraschung auf ihn.

Ich weiß nicht so recht, was ich von „Bronsteins Kinder“ halten soll. Das Thema könnte sicher spannend sein und die moralischen Fragen, die hier aufgeworfen werden sind mehr als interessant: Darf man sich selbst zum Richter über einen früheren Peiniger machen? Ist eine Justiz akzeptabel, die nach ideologischen Maßstäben urteilt?

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