Archive for the Alexandria Category

Bitterer Reis

Posted in Alexandria with tags , on 21. Oktober 2017 by lady8jane
Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Mit Duong Thu Huong werde ich wohl einfach nicht so recht warm. Schon „Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ hat mich ja nicht begeistern können. „Bitterer Reis“ ist ein wenig besser, aber auch wirklich nur ein wenig. Darum geht es:

Bitterer Reis erzählt das Leben der Studentin Hàng, die seit Jahren glücklos ihr Dasein in den Dienst der Familie gestellt hat: zur Entlastung ihrer Mutter, die am Rande von Hanoi einen kleinen Laden betreibt, zur Unterstützung ihres Onkels Chinh, der sich auf Kosten der Familie im Aufbau des Kommunismus profiliert, und in der Freundschaft zu ihrer Tante Tàm, die ihr von dem verstorbenen Vater erzählt. Jahrelang ist Hàng auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, nach dem Vietnam, das nur noch in den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit fortlebt, das Land der endlosen grünen Reisfelder, Blumenhecken und Sternennächte, das Land der bunten und duftenden Märkte. All dies ist mit der Agrarreform zerstört worden. Doch eines Tages eröffnet sich Hàng die Möglichkeit, alle alten Bindungen zu lösen und sich aufzumachen, auf die Suche nach einem neuen, noch unbekannten Paradies.

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Wolfsblut

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Oktober 2017 by lady8jane
Wolfsblut von Jack London

Wolfsblut von Jack London

Unter dem Schutz seiner Mutter wächst der Welpe Wolfsblut – halb Hund, halb Wolf – in der kanadischen Wildnis auf, bis er von Indianern eingefangen und gezähmt wird.

Aber dann verkauft ihn sein Besitzer an einen brutalen und skrupellosen Weißen, der Wolfsblut für Hundekämpfe abrichtet. Wolfsblut lernt nun die Menschen von ihrer grausamsten Seite kennen und wird zum gnadenlosen Kampfhund. Bis er einen neuen Herren findet, der ihm Verständnis und Zuneigung entgegenbringt …

Jack London, dessen realistische Abenteuerromane seit Generationen zahllose Leser in ihren Bann ziehen, hat einen mitreißenden Tierroman geschrieben, der seinesgleichen sucht.

Mit Jack London konnte ich noch nie allzuviel anfangen, und auch sein „Wolfsblut“ hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Zum einen geht es mir mit dem Buch ein wenig wie mit „Black Beauty“: Ich kann mit Hunden nicht so viel anfangen (bin ein Katzen-Mensch) und eine Geschichte, die sich hauptsächlich um Hunde dreht, finde ich einfach nicht sonderlich spannend.

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Fisch aus Gold

Posted in Alexandria with tags , on 7. Oktober 2017 by lady8jane
Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Fisch aus Gold von Jean-Marie Gustave Le Clézio

Nachdem Jean-Marie Gustave Le Clézio den Literaturnobelpreis bekommen hat, habe ich „Fisch aus Gold“ auf meiner Leseliste ganz nach vorne geschoben. Und ich habe es nicht bereut! Darum geht es:

Laϊla heißt auf Arabisch die Nacht, und die dunklen Seiten der Welt erfährt die junge Afrikanerin ohne Wurzeln und Identität auf ihrer Odyssee durch Frankreich und Amerika. Le Clézio, der große französische Autor, erzählt die bewegende und aktuelle Geschichte Laϊlas, einer illegalen Einwanderin.

Ich muß ehrlich sagen, daß ich bei diesem Klappentext eine dieser arme-Frau-wird-mißhandelt-Jammergeschichten befürchtet hatte. Aber Le Clézio macht etwas völlig anderes aus dem Stoff. Das liegt vor allem daran, daß seine Protagonistin kein Opfer ist, oder zumindest nicht nur. Sie ist auch Täterin, ist ambivalent wie die meisten Charaktere in diesem Buch. Laϊla hat schwere Schicksalsschläge einzustecken, aber sie hat auch großes Glück. Immer wieder findet sie Menschen, die gut zu ihr sind, Menschen, die sie durchfüttern, bei sich wohnen lassen und sogar fördern. So bekommt sie eine umfangreiche Bildung, lernt Klavier spielen und singen. Immer wieder geht sie durch sehr tiefe Täler, aber sie wird durch diese Phasen der Katharsis stärker und geht schließlich ihren Weg.

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Augenstern

Posted in Alexandria with tags , on 21. September 2017 by lady8jane
Augenstern von Harry Mulisch

Augenstern von Harry Mulisch

Italien kurz nach dem Krieg. An einer Tankstelle hält ein Rolls-Royce. Der Tankwart, ein junger Niederländer, macht die alte Dame artig darauf aufmerksam, daß er jedes Wort der auf Holländisch geführten Unterhaltung verstehe. Beeindruckt lädt die alte Dame ihn ein, sie nach Capri zu begleiten. Doch das stilvolle Luxusleben im Palazzo findet für den Nachwuchs-Dandy und Möchtegern-Schriftsteller ein jähes Ende.

In „Augenstern“, das mit Witz, Leichtigkeit und Klugheit die Tücken des Erwachsenwerdens schildert, zeigt sich Harry Mulisch ganz von seiner heiteren Seite.

Nachdem ich mit „Das Attentat“ bisher ja eher schweren Stoff von Harry Mulisch gelesen habe, war ich von „Augenstern“ wirklich überrascht. Das Buch ist mindestens so gut wie „Das Attentat“ und gleichzeitig so heiter und spielerisch, daß es wirklich Spaß macht. Zudem ist das Bändchen auch noch so schmal, daß man es leicht in einem Rutsch durchlesen kann.

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Onkel Toms Hütte

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. September 2017 by lady8jane
Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Der farbige Sklave Tom und seine Familie führen ein rechtloses Leben auf einer Farm im Süden der Vereinigten Staaten. Und trotzdem geht es ihnen noch besser als vielen ihrer Leidensgenossen. Denn der Farmer Mr Shelby ist ein guter Herr, der sich um seine Arbeiter kümmert und für sie sorgt.

Doch dann gerät er in finanzielle Schwierigkeiten und ist gezwungen, Tom zu verkaufen. Toms Familie wird auseinander gerissen, und für ihn selbst beginnt ein Leidensweg, der in zu verschiedenen Besitzern führt.

Harriet Beecher-Stowes spannender und aufrüttelnder Roman ist ein inzwischen klassisches Plädoyer gegen den Sklavenhandel, das weltweit große Beachtung fand und wesentlich zur Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten beigetragen hat.

Wenn man sich mit der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung ein wenig beschäftigt, kann man schnell nachvollziehen, daß „Onkel Tom“ von Malcom X und den Mitgliedern der „Black Panther“-Bewegung als Schimpfwort verwendet wird. Denn Harriet Beecher-Stowes Titelheld ist wirklich gar zu duldsam und unterwürfig. Was aber vor allem damit zu tun hat, daß er ein Christ ist und als solcher duldsam und demütig ist. Und Christ ist er, weil Beecher-Stowe selbst stark gläubig war.

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Der gegrillte Mann

Posted in Alexandria with tags on 7. September 2017 by lady8jane
Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin

Der gegrillte Mann herausgegeben von Betty Mindlin

Vogelfrauen, Schlangenmänner, fliegende Köpfe, Riesenpenisse und gefräßige Vaginen bevölkern die Mythenwelt der brasilianischen Amazonas-Indianer. Der Kampf der Geschlechter wird mitunter mit drastischen Mitteln ausgefochten, und so mancher Galan endet auf dem Grill. Doch neben schwarzem Humor und dem Vergnügen am Schrecken dominiert die Hingebungsfreude, die Lust an der Lust, die sich frei von urbaner Scheu offenbart. Diese Geschichten mit ihrer großen literarischen Kraft entführen uns in eine fremdartige, schillernde, verzauberte Welt, doch die Themen – Liebe, Verführung, Eifersucht, Schmerz – sind universell.

Betty Mindlin hat die vorliegenden Erzählungen während ihrer langen Aufenthalte bei den Amazonas-Indianern gesammelt. Sie erschließen erstmals eine unbekannte Literatur, die vom Untergang bedroht ist.

„Der gegrillte Mann“ ist eine Sammlung von Mythen von sechs verschiedenen Indianerstämmer aus der Amazonasregion. Anders als der Untertitel es impliziert, sind diese Märchen und Erzählungen allerdings keineswegs erotisch, tatsächlich dreht es sich höchstens in der Hälfte der Geschichten überhaupt um Sex. Alle anderen handeln zum großen Teil vom gesellschaftlichen Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Aber vermutlich verkauft sich ein Buch mit Erotik im Untertitel einfach besser.

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Die Zeit der Sternschnuppen

Posted in Alexandria with tags , on 21. August 2017 by lady8jane
Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Die Zeit der Sternschnuppen von Sergio Bambaren

Der Himmel kennt viele Geheimnisse: die wahre Liebesgeschichte von Sonne und Mond, das Rätsel um das Kreuz des Südens oder die mutige Mission einer Sternschnuppe … Sergio Bambaren, der Millionen Leser mit seinen Büchern berührt, erzählt in diesem stimmungsvoll illustrierten Buch, wie eine Nacht im Himalaya sein Leben veränderte – und lehrt uns, an Wunder zu glauben.

„Die Zeit der Sternschnuppen“ ist also eines der Bücher, mit denen Sergio Bambaren Millionen von Leser berührt. Das müssen ganz schön schlichte Gemüter sein, aber ehrlich mal!

Was Bambaren da verzapft ist ein krudes Gemisch aus Möchtegernmärchen und Platitüden, gemischt mit ein paar „Lebensweisheiten“, die es eigentlich nicht wert sind, so genannt zu werden. Im Grunde sind es nämlich nicht weiter als etwas netter formulierte Bauernweisheiten oder die schlauen Sprüche, die man sich von Mutter und Oma anhören muß (und die einen ordentlich ankotzen).

Ich denke, Bambaren versucht irgendwie auf der Paolo Coelho Welle zu reiten (als Surfer weiß er ja, wie man das tut). Dazu mischt er noch ein wenig Antoine de Saint-Exupéry, verpackt das ganze in putzige kleine Märchen, die man mal schnell zwischendurch lesen kann.

Definitiv ein Autor, von dem ich nur abraten kann.