Archiv der Kategorie: Alexandria

Die Blutige Sonne

Die blutige Sonne von Marion Zimmer Bradley
Die blutige Sonne von Marion Zimmer Bradley

Nach Jahren im Dienst des terranischen Imperiums kehrt Jeff Kerwin auf den Planeten Darkover zurück, um nach seinen Wurzeln zu suchen und das Geheimnis seiner Herkunft zu entschlüsseln. Schnell gerät er zwischen alle Fronten und begegnet überall einer Mauer des Schweigens. Als Sohn eines Raumfahrers und einer Darkovanerin gilt Jeff als Bastard, den die Darkovaner nicht in ihre Gemeinschaft aufnehmen wollen. Prekär wird die Lage, als geheime Informationen an die Terraner weitergegeben werden. Obwohl äußerlich nicht von den Comyn zu unterscheiden – er hat deren brandrote Haare und auch eine PSI-Begabung – gilt Jeff Kerwin doch als Verräter.

Auch „Die blutige Sonne“ könnte man im Prinzip in die selbe Reihe wie „Die Kräfte der Comyn“ und „Die Winde von Darkover“ einordnen (zumal auch Kennard Alton wieder auftaucht). Es gibt aber einige Faktoren, die das Buch zu einem wirklich wichtigen in der Geschichte Darkovers machen, das man nicht verpassen sollte.

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Irakische Rhapsodie

Irakische Rhapsodie von Sinan Antoon
Irakische Rhapsodie von Sinan Antoon

In der Direktion der Staatssicherheit wird ein Manuskript gefunden, das ein Gefängnisinsasse in einer schwer entzifferbaren Schrift verfaßt hat. Ein Parteigenosse erhält den Auftrag, den verdächtigen Text lesbar zu machen.

Lange hat Furât, der Verfasser des Manuskripts, Anglistikstudent und angehender Schriftsteller, gezögert, bevor er die weißen Blätter, die ihm ein Mitinsasse heimlich zugesteckt hatte, zu füllen begann. Ein gefährliches Unterfangen. Das Land befindet sich im Krieg, das totalitäre Regime duldet keinerlei Abweichung. In faszinierendem Wechsel zwischen Erinnerung und Gegenwart, Reflexion, Angst- und Wunschträumen schildert der junge Mann das Leben der Studenten mit seinen abstrusen Verordnungen und Verboten, den aufgezwungenen Massenveranstaltungen, aber auch die glücklichen Momente mit seiner Geliebten und seiner Großmutter – zwei nicht konformen Frauen, die ganz entscheidend zu seinem Durchhalten beitragen.

Schreiben als Widerstand: Mit der „Irakischen Rhapsodie“ ist Sinan Antoon ein eindrucksvolles, poetisches Debüt gelungen.

Eigentlich ist dem Klappentext kaum noch etwas hinzuzufügen. „Irakische Rhapsodie“ ist ein ausgesprochen gelungenes Werk über totalitäre Systeme, Unterdrückung und Folter. Die Wechsel zwischen den Erzählebenen im Gefängnis und Furâts Erinnerungen, sowie seinen Träumen, mit denen er sich aus dem Gefängnis wegphantasiert, sind so klar nachzuvollziehen, daß man keine Schwierigkeiten hat, der Handlung zu folgen.

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Der General der toten Armee

Der General der toten Armee von Ismail Kadare
Der General der toten Armee von Ismail Kadare

Mit Karten, Listen und eisernem Gerät rückt ein italienischer General der albanischen Erde auf den Leib. Sie soll die toten Soldaten wieder freigeben, die im ehemaligen Feindesland gefallen sind. Zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs glaubt der General noch immer an die Soldatenehre. Die unwegsame Reise führt ihn und seinen Begleiter, den Priester, durch Berglandschaften, Städte und Träume.

Seit ich „Der zerrissene April“ von Ismail Kadare gelesen habe, bin ich ein großer Fan seines Werks. Er schreibt einfach genial. „Der General der toten Armee“ ist ebenfalls ein gutes Buch, auch wenn es nicht die elementare Wucht von „Der zerrissene April“ entwickelt.

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Die Winde von Darkover

Die Winde von Darkover von Marion Zimmer Bradley
Die Winde von Darkover von Marion Zimmer Bradley

Der junge Terraner Daniel Barron, ein geschickter Techniker, wird zu Unrecht beschuldigt, einen schweren Unfall auf dem Raumhafen Thendara verursacht zu haben. Daniel wird vom Dienst suspendiert und auf eine Mission zur Comynfamilie Alton geschicht, die seine technischen Fähigkeiten benötigt. Immer häufiger leidet er unter schweren Anfällen von Persönlichkeitsspaltung, hervorgerufen durch mächtige PSI-Kräfte, denen er hilflos ausgesetzt ist. Auch das Mädchen Melitta muß sich gegen eine Reihe mächtiger Feinde behaupten, als die Burg Storn, Wohnsitz ihrer Familie, in die Hände von Banditen fällt. Zudem stehen sowohl Melitta als auch Daniel im Bann eines Geisterwindes, der das Denken beeinflußt und schreckliche Visionen heraufbeschwört.

„Die Winde von Darkover“ ist sicher kein schlechtes Buch, aber da es in der Reihe nach „Die Kräfte der Comyn“ kommt, verliert es ein wenig. Denn im Grunde erzählt auch dieser Roman wieder die selbe Geschichte: Terraner wird unvermittelt in die Geschehnisse in Darkover verwickelt, kommt in Kontakt mit „Laran“, entwickelt selbst PSI-Kräfte und wird am Ende auf Darkover heimisch. Und da hier nicht Jugendliche die Hauptrolle spielen, gibt es auch noch eine Liebesgeschichte.

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Tau und Gras

Tau und Gras von Galsan Tschinag
Tau und Gras von Galsan Tschinag

Galsan Tschinag erzählt hier die Geschichten, die der Stoff seiner Kindheit sind und die sich in seine Erinnerung eingegraben haben. Geschichten von seiner weitverzweigten Familie, von Festen, Heimsuchungen, Krieg und Liebe. Geträumte Wirklichkeit und als Realität erlebte Märchen verbinden sich und münden in einen Gesang an den Altai.

Nachdem ich von Galsan Tschinag schon sehr viel gutes gehört hatte, war ich von meiner ersten Begegnung mit ihm in „Tau und Gras“ doch ein wenig enttäuscht. Sicher, einige Episoden sind interessant erzählt und es ist auf alle Fälle faszinierend einen Einblick in eine so fremdartige Kultur wie die der mongolischen Nomaden zu bekommen. Aber im Grunde reiht er doch nur Szene an Szene, und man weiß noch nicht einmal genau, ob sie sich linear in der Zeit zueinander verhalten oder nicht.

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Das Wirtshaus im Spessart

Das Wirtshaus im Spessart von Wilhelm Hauff
Das Wirtshaus im Spessart von Wilhelm Hauff

Der Film „Das Wirtshaus im Spessart“ wurde in unserem Nachbardorf gedreht. Meine Mutter hat sogar als kleines Mädchen bei den Dreharbeiten zugesehen. Deshalb wollte ich natürlich auch einmal das Buch lesen. Umso erstaunter war ich über den Klappentext:

Unfreiwillig versammelt in dunkler Nacht in einer düsteren Herberge, bedroht von Räuberbanden, erzählen vier Reisende einander Geschichten, um die Angst zu bannen. „Das Wirtshaus im Spessart“ – die berühmteste von Wilhelm Hauffs unsterblichen Märchensammlungen.

Es war mir nie bewußt gewesen, wie frei Regisseur Kurt Hoffmann und seine Drehbuchautoren Heinz Pauck und Luiselotte Enderle den Stoff damals interpretiert haben. Bis auf die Tatsache, daß ein Handwerksbursche mit der Gräfin die Kleider tauscht und sich an ihrer statt in die Gefangenschaft der Räuber begibt, hat der Film mit dem Buch nichts zu tun.

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Die Kräfte der Comyn

Die Kräfte der Comyn von Marion Zimmer Bradley
Die Kräfte der Comyn von Marion Zimmer Bradley

Larry Montray, ein 16jähriger Erdenbürger, hat sich intensiv mit allem beschäftigt, was über Darkover, die ferne Welt unter der blutroten Sonne, geschrieben wurde. Als er mit seinem Vater nach Darkover kommt, hält man ihn, da er die Sprache perfekt beherrscht, für einen echten Darkoveraner. Er freundet sich mit dem gleichaltrigen Kennard Alton an, einem Jungen von Darkover, und lernt an dessen Seite die geheimnisvolle Welt dieses Planeten kennen. Dazu gehören die mannigfachen Gefahren, die auf Darkover lauern, aber auch die Kräfte der Comyn.

„Die Kräfte der Comyn“ führt die Geschichte von Darkover weiter in die nächste Generation. Kennard Alton ist der Sohn von Valdir Alton, der ein Zeitgenosse von Damon Ridenow aus „Der verbotene Turm“ ist.

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