Alle Beiträge von lady8jane

Hard Candy

Hard Candy von David Slade
Hard Candy von David Slade

Jeff (Patrick Wilson) ist ein sehr attraktiver und erfolgreicher Modefotograf Anfang 30 und lernt im Internet die 14-jährige Hayley (Ellen Page) kennen. Bei ihrem ersten Treffen in einem Coffeeshop ist Jeff äußerst überrascht: Zum einen, weil ihm gegenüber ein charmantes, kluges und sexuell aufgeklärtes Mädchen sitzt, zum anderen, weil Hayley sofort und ohne Umschweife mit ihm nach Hause gehen will. Nach anfänglichem Zögern willigt Jeff schließlich ein, zumal er vom selbstbewussten Auftritt seiner blutjungen Internetbekanntschaft mehr als angetan ist. In seinem stylischen Luxus-Appartment angekommen, stürzt sich Hayley sofort auf die Bar und beginnt, hochprozentige Cocktails zu mixen. Wenig später bietet sie Jeff an, für erotische Fotos zu posieren und beginnt sich auszuziehen. Der Tag scheint also ganz nach Plan des Fotografen zu verlaufen – doch dann wird ihm plötzlich rabenschwarz vor Auge. Als Jeff wieder erwacht, hat sich der Lauf der Dinge unvorhergesehen verändert und ein Katz- und Mausspiel der psychisch härteren Gangart beginnt …

„Hard Candy“ ist einer dieser Filme, die einen zwiegespalten zurücklassen. Die Beschreibung klingt gut, das Thema spannend. Und natürlich hält man ganz selbstverständlich zu einem jungen Mädchen, das einem Kinderschänder ordentlich in die Eier tritt. Die Ausführung des Ganzen allerdings läßt zu wünschen übrig. Und das liegt ganz sicher nicht an Patrick Wilson und Ellen Page, die beide ganz hervorragend spielen.

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Memoiren einer unrealistischen Frau

Memoiren einer unrealistischen Frau von Sahar Khalifa
Memoiren einer unrealistischen Frau von Sahar Khalifa

Geboren und aufgewachsen als Tochter eines Schulinspektors, wird sie durch ihre Verheiratung zur Händlersgattin gemacht: sie, die Namenlose in einer vollständig auf die Bedürfnisse des Mannes ausgerichteten Gesellschaft. Als sie Jahre später ihren Mann verläßt, steht sie vor dem Nichts und muß sich das Recht auf Gefühle und Stolz in langen Kämpfen erringen.

Was mir in „Der Feigenkaktus“ an Sahar Khalifas Schreibstil so gefallen hat, hat mich in „Memoiren einer unrealistischen Frau“ doch ein wenig genervt. Sie schreibt sehr subjektiv, sehr persönlich und hat mich über weite Strecken an Marie Cardinals „Schattenmund“ erinnert. Und ich mag es halt einfach nicht, wenn Leute so sehr jammern.

Allerdings schafft es Khalifa nach einiger Zeit über ihr Selbstmitleid hinauszukommen. Beziehungsweise sie schafft es selbst, ohne Hilfe von außen, ihre Sichtweise zu ändern, zu einer Entscheidung zu kommen. So wird ihr Buch gegen Ende immer interessanter und sie als Frau immer beeindruckender. Denn auch sie hat sich nach 13 Jahren aus einer traditionellen Ehe gelöst, die sie mit 18 eingegangen ist. Kein Wunder, daß sie sich heute vor allem für die Rechte der palästinensischen Frauen stark macht.

Auch wenn dieses Buch nicht unbedingt mein Fall war, ist Khalifas Schreibstil doch immer noch sehr interessant für mich. Der nächste ihrer Romane steht schon in meinem Schrank …

Die Schattenmatrix

Die Schattenmatrix von Marion Zimmer Bradley und Adrienne Martine-Barne
Die Schattenmatrix von Marion Zimmer Bradley und Adrienne Martine-Barne

„Die Schattenmatrix“ setzt nur einige Monate nach dem Ende von „Asharas Rückkehr“ ein und erzählt die Geschichte von Margaret (darkovanisch: Marguerida) Alton und Mikhail Hastur weiter:

Marguerida hat auf Darkover ihre wahre Heimat und die große Liebe gefunden. Doch sie darf ihren Geliebten, Mikhail Hastur, nicht heiraten. Während sie sich zur Ausbildung in den Turm von Arilinn begibt, muß Mikhail eine schwierige politische Mission übernehmen. Seine Aufgabe, unter den Söhnen des Hauses Elhalyn einen geeigneten Herrscher zu finden, gerät zu einem Fiasko. Der abgelegene Herrschaftssitz ist verwahrlost und seine Bewohner sind geistig verwirrt und stehen im Bann einer rätselhaften Frau. Auch Mikhail kann sich der Beeinflussung nicht entziehen und gerät in die Abhängigkeit. Zudem kehrt Margueridas Erzfeindin Ashara erneut zurück, um Verderben zu bringen. Nur mit Hilfe eines Verstorbenen und einer Zeitreise sind die Geliebten in der Lage, die Gefahr abzuwenden.

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Tuba

Tuba von Scharnusch Parsipur
Tuba von Scharnusch Parsipur

Tubas Lebensweg ist ein Gang durch dieses persische Jahrhundert. Als Tochter eines tief gläubigen islamischen Gelehrten wird das in sich gekehrte Mädchen von ihrem Vater unterrichtet, der auf seine Art versucht, ihr auch die Welt außerhalb Persiens näherzubringen. Als Mädchen, dann als junge verheiratete Frau, später als Greisin, durchlebt den Übergang von einer absolutistischen Monarchie zur weltlich orientierten Herrschaft der Pahlewis.

Tubas Schönheit, ihre ernste Ausstrahlung, ihre mystische Veranlagung wecken Ehrfurcht – aber auch Angst. Dank ihrem unbeugsamen Willen läßt sie sich auch von den Wechselfällen des Lebens nicht in die Knie zwingen.

In Tubas Haus halten die Lebenden Zwiesprache mit den Toten. Als Tuba stirbt, zerfällt das Haus endgültig. Und eine neue Epoche iranischer Geschichte bricht an.

Eigentlich klingt der Klappentext zu „Tuba“ ja ganz positiv. Und man kann sicher das Buch auf diese Weise lesen.

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Das geheime Leben der Worte

Das geheime Leben der Worte von Isabel Coixet
Das geheime Leben der Worte von Isabel Coixet

Das neue Meisterwerk von „Mein Leben ohne mich“-Regisseurin Isabel Coixet! Ein einsamer rauer Fleck, irgendwo im Graublau des Atlantiks. Eine Ölbohrinsel, auf der ein schwerer Unfall passiert ist. Eine mysteriöse Frau kommt hierher, wo sonst nur Männer arbeiten.

Hanna (Sarah Polley) ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat als Krankenschwester angeheuert, soll einen Verletzten versorgen. Josef (Tim Robbins) hat bei der Explosion schwerste Verbrennungen erlitten. Er ist vorübergehend erblindet. Während er das Gespräch sucht, bringt sie kaum ein Wort über die Lippen. Und doch entwickelt sich eine einzigartige Intimität zwischen den beiden, eine Verbindung voller Geheimnisse, Sehnsüchte, Trauer, Schmerz und Freude. Eine Begegnung, die beider Leben verändern wird.

Ich bin bei „Das geheime Leben der Worte“ ein wenig zwiegespalten. Und ich kann auch ganz genau sagen, warum.

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The Price of Temptation

The Price of Temptation von M.J. Pearson
The Price of Temptation von M.J. Pearson

Stephen Clair, the notorious Earl of St. Joseph, has a lover he can’t afford, a social calendar that’s out of control and a libido that rules his life. If he can’t get control of all of them, he will fall into financial ruin. Could the youthful, handsome and dependable Jamie Riley be the solution to his problems?

Jamie Riley has a secret that keeps him from accepting the advances of his employer, Stephen Clair, and a past he would like to leave behind. But Stephen is a man who knows how to awaken a passion that Jamie has been tryingto suppress, and carries a price that Jamie would rather not pay. But it isn’t easy to ignore passion, especially when it’s so tempting close.

Julian Jeffries, lover to Stephen Clair, has found a way of living the high life without lifting a finder. It isn’t until Julian notices that Stephen has been spending time with his latest employee, Jamie Riley, that he begins to worry about losing everything he schemed to have. Now Julian needs to find a way of getting rid of Jamie without raising suspicion. And, as Julian knows, the best way to do that is to dig into Jamie’s past and find something to use against him.

Nach all der schweren Lektüre, brauche ich ab und zu etwas wie „The Price of Temptation“. Das Buch hat mich allerdings ein wenig enttäuscht. Nein, nein, nicht weil es schlecht geschrieben ist. Sondern weil der Inhalt (leider) so gar nicht hält, was das Cover verspricht. Denn vermutlich haben Frauen eine ähnliche Faszination bei homoerotischen Szenen wie Männer bei allem was mit Lesben zu tun hat.

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Asharas Rückkehr

Asharas Rückkehr von Marion Zimmer Bradley und Adrienne Martine-Barne
Asharas Rückkehr von Marion Zimmer Bradley und Adrienne Martine-Barne

Nachdem ich die erste Trilogie in der Darkover-Reihe so furchbar fand, habe ich mich auf „Asharas Rückkehr“ nicht sonderlich gefreut. Vor allem als ich gelesen habe, daß mein „Lieblings“-Charakter Lew Alton wieder irgendwie dabei ist:

Vor Jahrzehnten, nach dem Ende der Sharra-Rebellion, verließ Lew Alton den Planeten Darkover. Jetzt kehrt seine Tochter Margaret, Musikwissenschaftlerin und selbstbewußte Bürgerin der Föderation, zurück, um das Liedgut der unbekannten Welt zu erforschen. Begleitet von einer tapferen Amazone aus dem Gildenhaus der Entsagenden, begibt sich Margaret auf eine gefahrvolle Reise. Mitte in den Hellers ereilt sie die Schwellenkrankheit, an der sie beinahe stirbt. Kaum genesen, gerät sie als Erbin der Domäne Alton in einen Strudel von Macht, Intrigen und Gewalt. Auch den Beeinflussungsversuchen Asharas aus dem Jenseits muß sie sich stellen.

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Amerikanische Landmaschinen

Amerikanische Landmaschinen von Øivind Hånes
Amerikanische Landmaschinen von Øivind Hånes

Was bleibt einem Osloer Landwirtschaftsexperten, der zu einem Fachkongreß nach Osnabrück will, angesichts seiner panischen Flugangst anderes übrig, als sich per Schiff und Bahn auf den Weg zu machen? So sitzt er abends im Kopenhagener Bahnhof auf einer Bank, wartet auf den Zug nach Hamburg. Bis SIE vorbeikommt …

Øivind Hånes‘ „Amerikanische Landmaschinen“ ist ein wirklich seltsames Buch, und ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Zum einen ist der Protagonist ein ziemlicher Jammerlappen. Das ist etwas, das ich nicht so recht ausstehen kann. Seine ganze Begegnung mit dieser Frau ist völlig surreal und auch ziemlich bescheuert. Wer verhält sich denn so? Völlig am echten Leben vorbei …

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Son of Rambow

Son of Rambow von Garth Jennings
Son of Rambow von Garth Jennings

Wer glaubt, die richtig harten Jungs schon alle zu kennen, der hat sich schwer getäuscht.

Ein langer, heißer englischer Sommer und zwei grundverschiedene Jungs, die zu Freunden werden. Der elfjährige Will (Bill Milner), streng gläubig erzogen, wächst in einer Welt auf, in der Filme und Musik verboten sind. Eines Tages tritt der Schulrabauke Lee Carter (Will Poulter) in sein Leben und verändert mit einer Raubkopie von „Rambo“ für immer alles. Mit einer Videokamera und Will in der Hauptrolle drehen sie ihre ganz eigene Fassung des Films. Mit wilden Stunts und grenzenloser Fantasie, bedacht darauf, daß ihnen Lehrer und Eltern nicht auf die Schliche kommen, geben sie alles für ihren großen Traum.

Warum sind es immer die Engländer, denen charmante, kleine Meisterwerke der Filmkunst gelingen? „Son of Rambow“ ist der vielleicht bezauberndste Film, den ich dieses Jahr gesehen habe. Die schiere Kreativität und der sorglose Ungestüm der beiden Protagonisten ist einfach herzerwärmend.

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Träume fischen

Träume fischen von Minako Oba
Träume fischen von Minako Oba

„Träume fischen“ gilt bei japanischen Kritikern als „das Feinste an pornographischer Kunst“ und als „skandalöser Kontrapunkt zum Puritanismus der japanischen Gesellschaft“. Wenn das wirklich so ist, dann war mir nicht bewußt, wie prüde die japanische Gesellschaft ist. Klar geht es in diesem Buch auch um Erotik und Sex, aber eben nicht nur. Und schon gar nicht sehr explizit.

Was mir aber ganz deutlich aufgefallen ist, ist die Verweigerungshaltung, die die Protagonistin hier einnimmt. Sie versucht nicht erfolgreich zu sein, sie versucht nicht ihre Eltern zu unterstützen, sie sucht sich keine Arbeit, nachdem ihr Mann bei einem Unfall gestorben ist. Stattdessen hängt sie herum und läßt sich von ihren Eltern aushalten. Später sieht sie keinen Sinn darin, ihren langjährigen Geliebten zu heiraten. Sie verstößt also gegen alle Konventionen.

Minako Oba schreibt ihre Geschichte in einer wunderschönen Sprache. Sehr gut zu lesen das Buch, Empfehlung!