Die SZ-Cinemathek – Mein Fazit

Die SZ-Cinemathek
Die SZ-Cinemathek

Anders als bei der „SZ-Bibliothek“ hat die SZ-Redaktion bei der „SZ-Cinemathek“ gar nicht erst versucht, die 100 besten Filme zusammenzustellen (das wurde ja auch schon oft genug gemacht). Stattdessen hat man die „Lieblingsfilme der SZ-Kinoredaktion“ herausgebracht. Und das ist natürlich ein sehr kluger Kunstgriff, über Geschmack läßt sich ja bekanntermaßen nur bedingt streiten.

Folgerichtig gibt es bei jedem der 100 Filme im DVD-Cover eine ausführliche Besprechung des jeweiligen Redakteurs, in der er darlegt, warum ausgerechnet dieser Film sein Lieblingsfilm ist. Das war oft sehr faszinierend zu lesen, genauso wie das kurze Making of, das immer einige interessante Details zur Filmproduktion verrät.

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Sitt Marie-Rose

Sitt Marie-Rose von Etel Adnan
Sitt Marie-Rose von Etel Adnan

Beirut 1975: Die libanesische Christin Sitt Marie-Rose unterstützt palästinensische Flüchtlinge. Im Konflikt zwischen Libanesen und Palästinensern wird sie als Verräterin verhaftet und soll ausgerechnet von Mounir verurteilt werden, ihrer alten Jugendliebe. Er steht ihr als Feind gegenüber.

„Sitt Marie-Rose“ ist trotz seiner Kürze ein herausragendes Buch. Zunächst einmal natürlich durch sein Thema. Der libanesische Bürgerkrieg zeigt nämlich mehr als alles andere, daß die Situation im Nahen Osten ganz und gar nicht so einfach ist, wie uns das Fernsehn manchmal glauben machen will. Hier sind es zum Beispiel die Christen, die in der Rolle der Aggressoren und Oppressoren gezeigt werden.

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Die Schwarze Schwesternschaft

Die Schwarze Schwesternschaft von Marion Zimmer Bradley
Die Schwarze Schwestern- schaft von Marion Zimmer Bradley

Magdalen Loren, ehemalige terranische Agentin, hat sich mittlerweile in das Gildenhaus Thendara eingelebt und sich mit dessen Bräuchen identifiziert. Da erhält sie die Botschaft vom terranischen Nachrichtendienst, daß ihre Kollegin Alexandra Anders auf unerforschtem Gebiet abgestürzt ist. Mit Hilfe ihres Matrix-Steines nimmt Magdalen Kontakt mit der Verschollenen auf und findet Merkwürdiges heraus. Kurz vor ihrem Absturz hatte Alexandra die Vision von schwarz gekleideten Frauen in einer verborgenen Stadt. Sowohl Magdalen als auch Alexandra machen sich unabhängig voneinander auf den Weg, die geheimnisvolle Stadt zu finden. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die einigen Weggefährtinnen das Leben kosten wird. Immer wieder versucht eine geheimnisvolle Gegnerin mit magischer Macht, den Erfolg der Expedition zu verhindern.

„Die Schwarze Schwesternschaft“ war immer eines der Bücher, das für mich ein wenig aus der Darkover-Reihe herausgefallen ist. Nominell bildet es mit „Die zerbrochene Kette“ und „Gildenhaus Thendara“ eine Trilogie. Und tatsächlich bringt es die Geschichte um Magdalen Lorne zu einem Abschluß.

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Schwarze Notizen

Schwarze Notizen von Saadat Hassan Manto
Schwarze Notizen von Saadat Hassan Manto

Mit seinen Geschichten von der blutigen Teilung des indischen Subkontinents 1947 verdichtete der Schriftsteller und Journlist Saadat Hassan Manto das Gehörte, Gesehene und Erlebte zu Szenen schmerzhaft gesteigerter Gegenwart, eines angesichts des Todes auf die Spitze getriebenen Lebens.

Ähnlich wie „Ice Candy Man“ behandelt also auch „Schwarze Notizen“ die grausamen Ausschreitungen bei der Teilung Indiens und Pakistans. Anders aber als Bapsi Sidhwa aber läßt uns Saadat Hassan Manto das Geschehen nicht durch die Augen eines Kindes sehen, sondern richtet den scharfen Blick eines Journalisten auf die Ereignisse.

Ein Glück, daß seine Geschichten so kurz sind, denn sonst wären sie schier unerträglich. Mantos lakonische Sprache, sein verzweifelter Galgenhumor (vor allem in den namengebenden „Schwarzen Randnotizen“) und seine dezente Erzählweise, die die schlimmsten Grausamkeiten ausblendet und erst dadurch so richtig in den Mittelpunkt rückt, verdichten seine Erzählungen zu reinem Schmerz. Als Frau ist es dabei vor allem die Geschichte „Mach auf!“, die einem besonders an die Nieren geht.

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