Der große Diktator

Der große Diktator von Charles Chaplin
Der große Diktator von Charles Chaplin

Die USA waren noch nicht in den Zweiten Weltkrieg eingetreten, als Chaplin sich bereits mit seiner Comedy-Munition auf den „Führer“ einschoß: In einer Doppelrolle spielt er sowohl den an Hitler angelehnten Adenoid Hynkel als auch einen jüdischen Friseur, der dem irren Tyrannen wie ein Zwilling gleicht. Mit Wortspielen, optischen Gags und Slapstick nimmt Chaplin den Faschismus aufs Korn, stellt aber seinen Attacken auch ergreifende Szenen im von Sturmtruppen terrorisierten Ghetto gegenüber. Zu den unvergeßlichen Momenten zählen Hynkels machttrunkener Tanz mit dem Globus, der Kopfüber-Flug sowie Hynkel und Jack Oakie als Mussolini-Alter-Ego, die beide wie wahnsinnig ihre Friseurstühle höher kurbeln. Der große Diktator vereint großartige Komik mit der Leidenschaft eines hervorragenden Filmemachers.

Ich war schon immer ein großer Fan von Charlie Chaplin, und „Der große Diktator“ ist einer seiner besten Filme. Er ist schreiend komisch und gleichzeitig ungeheuer anrührend. Anders als die Filme, für die Chaplin vor allem bekannt geworden ist, wie zum Beispiel „Der Tramp“, ist dieser hier kein Stummfilm.

Natürlich gibt es großartige Szenen in althergebrachter Stummfilmtradition, nicht zuletzt der berühmte Tanz mit der Weltkugel. Aber der wirkliche Brüller sind die Szenen, in denen Chaplin Adolf Hitlers Reden parodiert (hier sieht man auch noch die Verulkung von Göbbels und Göhring). Ich empfehle deshalb auch den Film im englischen Original anzusehen, er ist dort einfach noch einmal besser. Und vor allem hört man einmal Charlie Chaplins Originalstimme.

Bei diesem Film trifft der Klappentext übrigens einmal den Nagel auf den Kopf: „Der große Diktator“ ist so komisch wie anrührend, so beklemmend wie befreiend. Ich liebe den Film, jeder sollte ihn gesehen haben!