Die Ararat-Legende

Die Ararat-Legende von Yaşar Kemal
Die Ararat-Legende von Yaşar Kemal

Der Hirte Ahmet spielt auf der Flöte das uralte Lied vom Ararat, dem Retter in der Not und dem Strafenden bei Ungehorsam. Da sieht er im Morgengrauen vor seiner Hütte am Fuße des Felsens einen silber- und goldgeschmückten Schimmel stehen – ein Geschenk Allahs, so meinen der Weise Sofi und die kurdischen Bergbauern. Verheißt das prächtige Araberpferd Freude oder Leid? Ahmet weigert sich, dem osmanischen Pascha in Beyazit die vermeintliche Gabe Gottes zurückzuerstatten, das verbietet der islamische Brauch. Doch Mahmut Chan kennt keine Tradition und wirft ihn in den Kerker, wo Ahmet die Liebe von Gülbahar gewinnt, des Paschas Tochter. Das Mädchen mit den Gazellenaugen verhilft ihm zur Flucht, und eine schweigende Volksmenge zieht um des Glücks der Liebenden willen auf den Herrscherpalast zu. Dennoch können die beiden nicht zueinanderfinden: Der Schatten des Mißtrauens ist auf ihre Liebe gefallen. Der stolze, unversöhnliche Ararat hat im Zorn seinen Fluch gesprochen über menschliche Untugenden wie Argwohn und Eifersucht, Besitzgier und Machtrausch.

Eigentlich erzählt „Die Ararat-Legende“ aber nicht Ahmets Geschichte, sondern die von Gülbahar. Denn während der nur im Kerker sitzt, versucht das Mädchen, das sich unsterblich in ihn verliebt hat, alles, um ihn frei zu bekommen. Sie sucht Hilfe bei ihrem Bruder, schließlich bei einem Feueranbeter, einem Scheich und dem Gefängniswärter Memo. Aber es ist er die Macht und der Zorn des Volkes, die sie mit Ahmet zusammenbringt.

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