Die Zeit der Hundert Königreiche

Die Zeit der Hundert Königreiche von Marion Zimmer Bradley

Die Zeit der Hundert Königreiche von Marion Zimmer Bradley

Die Territorien des Planeten Darkover sind in viele Fürstentümer und Stadtstaaten zerfallen. Persönliches Besitzstreben und Machtanspruch verhindern eine Einigung der Domänen. Der Knabe Bard di Asturien wächst als Pflegesohn an einem der Höfe gemeinsam mit den Söhnen und Töchtern des Königs heran. Zum Heerführer des Reiches aufgestiegen, verlobt er sich mit der Tochter Carlina und muß eine Probezeit bis zum Vollzug der Ehe bestehen. Ein plötzlich entfachter Streit mündet in einen erbitterten Kampf. Ein Bruder wird verkrüppelt, der andere getötet. Bard wird für vogelfrei erklärt und muß fliehen. Um im Kampf gegen das Königshaus zu bestehen, nutzt er dunkle Magie, die sein Verhängnis wird …

„Die Zeit der Hundert Königreiche“ ist so ein Buch, wo ich mich echt frage, was sich die Autorin dabei gedacht hat. Wie kann man einen Charakter, noch dazu den Hauptprotagonisten des Buches, so unsympathisch und dämlich gestalten? Ich verstehe die Intention dahinter, aber die Ausführung ist wirklich furchtbar.

Marion Zimmer Bradley versucht hier eine Person darzustellen, die ein ultimativer Macho ist und dann durch den Lauf der Ereignisse quasi geläutert wird. In Prinzip also wirklich ein interessanter Ansatz. Sie macht aber den Fehler, daß sie aus der Sicht von eben diesem Bard di Asturien erzählt. Schon nach einigen Seiten ist der Typ einem dermaßen unsympathisch, daß einem der Fortgang der Ereignisse eigentlich ziemlich egal ist. Wieso sollte man sich eine Geschichte über einen Widerling antun (wenn man sie nicht rezensieren möchte, so wie ich, heißt das)?

Es gibt nur zwei Aspekte, die den Roman ein wenig interessant macht. Zum einen ist das der erste Roman in der chronologischen Reihenfolge, in dem ein Erdenmann in die Ereignisse eintritt. Der Vater von Bard teleportiert mit Hilfe seiner „Laranzu“ nämlich aus taktischen Gründen das exakte Double seines Sohnes in seine Burg: Paul Harrell. Der Kulturschock und Konflikt, der aus dieser Tatsache erwächst, ist allerdings nicht so groß und damit auch nicht so spannend. Paul Harrell hat sich nämlich in der terranischen Gesellschaft nie sehr wohl gefühlt, während er sich auf Darkover gleich zuhause fühlt.

Der zweite und weitaus spannendere Aspekt ist, daß man hier quasi live erlebt, wie die Freien Amazonen oder Entsagenden gegründet werden. Die Anregungen zu ihrer Gründung beziehungsweise zur Zusammenarbeit und dem späteren Zusammenschluß der Söldnerinnen der Schwesternschaft des Schwertes mit den Heiler-Priesterinnen Avarras erwachsen aus dieser Geschichte. Und zumindest das macht es zumindest keine Verschwendung, dieses Buch gelesen zu haben.

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