Herrin der Falken

Herrin der Falken von Marion Zimmer Bradley

Herrin der Falken von Marion Zimmer Bradley

Ha, ich wußte doch, daß ich die Handlung von „Zandrus Schmiede“ schon einmal gelesen habe! Hier nämlich, in „Herrin der Falken“. Denn das was im Klappentext steht ist nur der Anfang beziehungsweise nur ein Viertel der Geschichte:

Das Mädchen Romilly ist die Herrin der Falken. Sie besitzt die Gabe, mit Tieren kommunizieren zu können. Doch als Frau bleibt ihr in dem strengen Herrschaftssystem auf Darkover die Anwendung dieser Gabe verwehrt. Sie flieht und findet Aufnahme im Gildehaus der Freien Amazonen, wo sie zu einer selbstbewußten Kämpferin heranwächst.

Tatsächlich zieht Romilly, bevor sie bei den Freien Amazonen (die zu dem Zeitpunkt noch die Schwesternschaft des Schwertes und damit eine reine Söldnerinnenvereinigung sind) landet, verkleidet als Junge  mit dem verkleideten König und seinem Friedensmann Orain durch die Berge. Letzterer spielt dabei eine viel größere Rolle als in „Zandrus Schmiede“, stattdessen kommt Varzil der Gute in dem Buch überhaupt nicht vor. Die ganze Handlung wurde also in dem späteren Roman ziemlich umgeschrieben.

Man merkt hier vor allem ganz deutlich den Unterschied zwischen Marion Zimmer Bradley als Autorin und Deborah J. Ross, die „Zandrus Schmiede“ geschrieben hat. Während MZB verstanden hat, daß ein guter Fantasyroman vor allem und zuerst eines sein muß: ein guter Roman mit all den persönlichen Konflikten und „anfaßbaren“ Protagonisten, die den Leder in die Handlung einbinden, schreibt Ross bessere Fanfiction. Sie hat nicht verstanden, daß bombastische Handlungen und Charaktere keinen bombastischen Roman machen. Klein und trotzdem heldenhaft ist oft besser für ein gutes Buch. Weil es irgendwie wahrer ist.

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