Archiv für Juli, 2018

Was geschah wirklich mit Baby Jane?

Posted in Hollywood, SZ-Cinemathek with tags on 28. Juli 2018 by lady8jane
Was geschah wirklich mit Baby Jane? von Robert Aldrich

Was geschah wirklich mit Baby Jane? von Robert Aldrich

Zwei alternde Filmschauspielerinnen leben einsam in einem alten Hollywood-Anwesen. „Baby Jane“ Hudson, ehemals ein erfolgreicher Kinderstar, kümmert sich um ihre verkrüppelte Schwester Blanche, selbst ein 30er Jahre- Filmstar, die Ihre Karriere nach einem Unfall beenden mußte. Nun leben die beiden zusammen …

Für mich ist „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ eine der großen Entdeckungen der SZ-Cinemathek. Dieser Film haut einen einfach um. Ich hätte niemals, niemals gedacht, daß so ein Film 1962 überhaupt möglich gewesen ist.

Bette Davis als „Baby Jane“ Hudson und Joan Crawford als Blanche Hudson sind schlicht genial. Es ist erstaunlich, mit wie viel Verve sich die beiden Hollywood-Diven in ihre Rollen werfen, die doch so ganz anders sind als das, was sie bis dato gespielt haben. In diesem Film sind sie nicht schön, nicht strahlend. Stattdessen sind sie alt, einsam und (in Bette Davis Fall) alkoholsüchtig und völlig durchgeknallt.

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Das Wasserzeichen

Posted in Alexandria with tags , on 21. Juli 2018 by lady8jane
Das Wasserzeichen von Naja Marie Aidt

Das Wasserzeichen von Naja Marie Aidt

In diesem Novellenzyklus von romanhafter Geschlossenheit zeigt sich Naja Marie Aidt als coole Stilistin. Sie erzählt von Alltagsneurosen, Traum- und Alptraumzuständen, Zuständen innerer Einsamkeit.

Einmal wieder amüsiere ich mich über einen Klappentext. Nicht weil er falsch wäre, sondern wegen dieses pseudo-intellektuellen Geschwafels darin. Man kann förmlich sehen, daß der Schreiber einen schwarzen Rollkragenpullover trägt (nichts gegen schwarze Rollkragenpullover, aber ihr wißt, was ich meine). „Novellenzyklus“, „romanhafte Geschlossenheit“ und „coole Stilistin“ … oh man!

Dabei ist „Das Wasserzeichen“ einfach nur eine Kurzgeschichtensammlung. Aber eine gute! Die Geschichten, die Naja Marie Aidt hier erzählt, haben alle irgendwie mit Sehnsucht zu tun, mit Träumen und deren Unerreichbarkeit. Sie berühren tief, weil sie nachvollziehbar sind und gleichzeitig ungeheuer extrem. Oft ertappt man sich beim Lesen bei einem „was wäre wenn“ und erschrickt über sich selbst.

Ihre Sprache ist dabei, wie die vieler nordischer Autoren, knapp und klar, von großer Schönheit. Umso erschreckender sind ihre Themen, die einem nichts ersparen und lange im Gedächtnis bleiben. Nicht für schwache Gemüter, aber ganz sicher lohnenswert!

Die GEOlino-Bibliothek – Mein Fazit

Posted in Alexandria, GEOlino-Bibliothek with tags , on 14. Juli 2018 by lady8jane
Die GEOlino-Bibliothek

Die GEOlino-Bibliothek

Alles in allem haben mir die Bücher der GEOlino-Bibliothek sehr gut gefallen. Klar, das eine oder andere war darunter, das ich nicht so mochte und auch nicht in Kinderhände geben würde. Oder für zu kitschig halte, als daß Jugendliche es tatsächlich lesen möchten. Aber das ist wohl in jeder Reihe so.

Was mir an der GEOlino-Bibliothek besonders gut gefällt ist die Aufmachung. Nicht nur sind die Cover für Jugendbücher ausgesprochen geschmackvoll gestaltet, auch die Zeichnungen und die Initialen an den Kapitelanfängen sind wunderschön gestaltet und immer ganz großartig passend zu den jeweiligen Büchern.

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Rosalenas Spiegel

Posted in Alexandria with tags , on 7. Juli 2018 by lady8jane
Rosalenas Spiegel von Anne Provoost

Rosalenas Spiegel von Anne Provoost

Behütet von Engeln und Elfen wächst Rosalena zur schönsten Frau des spätmittelalterlichen Flandern heran. Doch ihre Schönheit ist zugleich ein Fluch, erweckt Mißgunst und bedeutet grenzenlose Einsamkeit. Als ihr Vater ihr zuliebe eine weiße Rose aus dem Garten des tyrannischen Thybeert stiehlt, beschließt Rosalena die Schuld zu sühnen und liefert sich dem verbitterten, mißgestalteten Mann freiwillig aus …

Anne Provoost erzählt in „Rosalenas Spiegel“ ein uraltes Märchen neu: „Die Schöne und das Biest“. Und die Art, wie sie das tut, rückt sie für mich tatsächlich in die Nähe von Neil Gaiman, einer meiner erklärten Lieblingsautoren. Seine Neuerzählung „Snow, Glass, Apples“ von „Schneewittchen“ ist so gut, daß man das Märchen nie wieder mit gleichen Augen sehen wird.

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