Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid

Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

„Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ ist eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es ist ein ungeheuer intelligenter Kommentar auf die aktuelle politische Weltlage und gleichzeitig wunderbar leicht und unterhaltsam zu lesen.

Dabei ist es nicht die Lebensgeschichte, die man nach dem Klappentext erwartet, die der junge Pakistani hier erzählt. Im Gegenteil. Changez studiert in Princeton, bekommt einen gut bezahlten Job in den USA und sogar irgendwie eine Freundin aus gutem Hause. Dann kommt 09/11 und langsam beginnt sich alles zu verändern …

Großartig ist auch, daß bis zum Schluß nicht klar wird, welchen Weg Changez letztendlich eingeschlagen hat. Sicher, vieles wird angedeutet und vieles kann man sich denken. Aber dankt man tatsächlich unvoreingenommen in die richtige Richtung? Oder sind es unsere Medien, die uns in eine gewisse Richtung denken läßt? Auch darüber lohnt es, nachzudenken.