Blauer Hibiskus

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Eine Tochter aus gutem Hause entdeckt die Welt – das Haus liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen gerägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihre Familie auseinanderfiel, das Land im Terror versank und ihre Kindheit zuende ging.

Der Klappentext von „Blauer Hibiskus“ ist wieder ein wenig irreführend. Klar bekommt man einige Dinge von den politischen Vorgängen in Nigeria am Rande mit. Aber ganz und gar nicht im Detail, wie es die Autorin zum Beispiel in „Die Hälfte der Sonne“. Chimamanda Ngozi Adichie hat stattdessen fast schon so etwas wie ein Kammerstück geschrieben.

Sie erzählt hier die Geschichte einer Familie und beschränkt sich dabei tatsächlich fast ausschließlich auf die Familienmitglieder und auf nur zwei Plätze (das Haus der Familie und das Haus der Tante). Darin spielt sich ein Drama ab, das man beinahe nicht ertragen kann und das gleichzeitig ungeheuer faszinierend zu verfolgen ist.

Ein tyrannischer Vater, der seine Vorstellungen von Religion mit äußerster Härte gegen seine Familie durchsetzt. Psychoterror, Schläge, Folter, das ganze Programm. Und die Familie, die versucht, damit zurecht zu kommen, die sich unter die Herrschaft des Vaters fügt, ja sie als normal und richtig empfindet. Erst eine längere Begegnung mit der Familie der Tante, die angenehm normal und glücklich ist, verändert alles.

Es ist fast unglaublich, daß dieser brillant geschriebene Roman das Erstlingswerk der Autorin ist. Über 300 Seiten und man verschlingt sie wie nichts, so großartig und mitreißend ist er geschrieben. Madame Adichie wandert definitiv auf meine Leseliste!

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