Point Blank

Point Blank von John Boorman
Point Blank von John Boorman

Reese (John Vernon) hat seinen Freund Walker (Lee Marvin) betrogen – er läßt ihn nach einem Schusswechsel tot liegen und nimmt dessen 93.000 Dollar vom Raubüberfall an sich. Doch er hat einen Fehler gemacht, er hat den Job nicht zu Ende gebracht. Walker will Rache und sein Geld …

„Point Blank“ ist wieder einer dieser Filme, die ich wahrscheinlich einfach nicht verstehe. Gut, ich habe sowieso Probleme mit Filmen aus den 1950er und 1960er Jahren. Die Komödien sind mir einfach zu dämlich und die Thriller … tja …

Ich habe mir den Streifen extra zweimal angesehen, um sicher zu gehen, daß ich nichts übersehen habe. Aber nein, in diesem Film geht es um einen Rachefeldzug eines häßlichen Typen, der absolut uncharmant ist, Frauen ausnutzt und kaum den Mund aufmacht. Klar, die Story ist nicht schlecht, aber die Umsetzung? Vielleicht war das in den 1960ern ja irgendwie cool. Mittlerweile hat uns Quentin Tarantino mit „Kill Bill Vol. 1+2“ gezeigt, wie man ein Racheepos wirklich inszeniert. Und ja, ich bin verdammt froh im 21. Jahrhundert zu leben!

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid

Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

„Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ ist eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Es ist ein ungeheuer intelligenter Kommentar auf die aktuelle politische Weltlage und gleichzeitig wunderbar leicht und unterhaltsam zu lesen.

Dabei ist es nicht die Lebensgeschichte, die man nach dem Klappentext erwartet, die der junge Pakistani hier erzählt. Im Gegenteil. Changez studiert in Princeton, bekommt einen gut bezahlten Job in den USA und sogar irgendwie eine Freundin aus gutem Hause. Dann kommt 09/11 und langsam beginnt sich alles zu verändern …

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Eine Weihnachtsgeschichte

Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens
Eine Weihnachts- geschichte von Charles Dickens

Ebenezer Scrooge ist ein herzloser, egoistischer Geizhals. Seine Mitmenschen sind ihm egal, das Einzige, was für ihn zählt, sind Geld und Erfolg. Kein Wunder, daß Scrooge auch am Weihnachtsabend allein ist.

Doch dann bekommt er Besuch aus dem Jenseits, von seinem verstorbenen Geschäftspartner Marley. Mithilfe dreier Geister zeigt der ihm sein früheres, sein gegenwärtiges und sein zukünftiges Leben. Und Scrooge erkennt voll Schrecken, daß er sein Verhalten ändern muß.

Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ ist eines der berühmtesten Plädoyers für Menschlichkeit und Nächstenliebe. Der Kern seiner Weihnachtsbotschaft gilt damals wie heute.

Kaum ein Buch wurde wohl so oft verfilmt, vertont, im Radio produziert oder am Theater gespielt wie „Eine Weihnachtsgeschichte“. Es ist aber auch eine wirklich schöne Erzählung, ja, ein wunderbares Weihnachtsmärchen, das Charles Dickens hier erzählt.

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Blauer Hibiskus

Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie
Blauer Hibiskus von Chimamanda Ngozi Adichie

Eine Tochter aus gutem Hause entdeckt die Welt – das Haus liegt inmitten von Hibiskus, Tempelbäumen und hohen Mauern, die Welt dahinter ist das von politischen Unruhen gerägte Nigeria. Mit sanfter, eindringlicher Stimme erzählt die 15jährige Kambili von dem Jahr, in dem ihre Familie auseinanderfiel, das Land im Terror versank und ihre Kindheit zuende ging.

Der Klappentext von „Blauer Hibiskus“ ist wieder ein wenig irreführend. Klar bekommt man einige Dinge von den politischen Vorgängen in Nigeria am Rande mit. Aber ganz und gar nicht im Detail, wie es die Autorin zum Beispiel in „Die Hälfte der Sonne“. Chimamanda Ngozi Adichie hat stattdessen fast schon so etwas wie ein Kammerstück geschrieben.

Sie erzählt hier die Geschichte einer Familie und beschränkt sich dabei tatsächlich fast ausschließlich auf die Familienmitglieder und auf nur zwei Plätze (das Haus der Familie und das Haus der Tante). Darin spielt sich ein Drama ab, das man beinahe nicht ertragen kann und das gleichzeitig ungeheuer faszinierend zu verfolgen ist.

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