Bitterer Reis

Bitterer Reis von Duong Thu Huong
Bitterer Reis von Duong Thu Huong

Mit Duong Thu Huong werde ich wohl einfach nicht so recht warm. Schon „Liebesgeschichte, vor der Morgendämmerung erzählt“ hat mich ja nicht begeistern können. „Bitterer Reis“ ist ein wenig besser, aber auch wirklich nur ein wenig. Darum geht es:

Bitterer Reis erzählt das Leben der Studentin Hàng, die seit Jahren glücklos ihr Dasein in den Dienst der Familie gestellt hat: zur Entlastung ihrer Mutter, die am Rande von Hanoi einen kleinen Laden betreibt, zur Unterstützung ihres Onkels Chinh, der sich auf Kosten der Familie im Aufbau des Kommunismus profiliert, und in der Freundschaft zu ihrer Tante Tàm, die ihr von dem verstorbenen Vater erzählt. Jahrelang ist Hàng auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, nach dem Vietnam, das nur noch in den Erinnerungen an ihre eigene Kindheit fortlebt, das Land der endlosen grünen Reisfelder, Blumenhecken und Sternennächte, das Land der bunten und duftenden Märkte. All dies ist mit der Agrarreform zerstört worden. Doch eines Tages eröffnet sich Hàng die Möglichkeit, alle alten Bindungen zu lösen und sich aufzumachen, auf die Suche nach einem neuen, noch unbekannten Paradies.

Durch die Form des längeren Romans, der durchaus an einigen Stellen literarisch kunstvoll gestaltet ist, liest sich das Buch deutlich besser. Aber auch hier sind mir einige Dinge bitter aufgestoßen, auch hier wird man von Klischees geradezu erdrückt.

Vor allem aber fällt mir hier ganz negativ die schwarz-weiß Malerei der Autorin auf. Alle Kommunisten und Kader sind dumm, fies, bösartig, schmierig und wiederlich. Alle Leute, die auf das Geld und den Kapitalismus setzen, sind hart arbeitende, bescheidene, tapfere und heldenhafte Figuren. Ja, alles klar. Daß dabei noch mit zweierlei Maß gemessen wird, und die Tante, die alles für die Familie ihres Bruders aufopfert, zur Märtyrerin stilisiert wird, während die Mutter, die alles für die Familie ihres Bruders aufopfert, als hartherzig und gemein dargestellt wird … muß man das verstehen? Klar, einmal geht das Geld und die Aufmerksamkeit zu Hàng hin, einmal von ihr weg … aber das Prinzip ist doch das selbe (und deutlich doof).

Tatsächlich waren es nur die poetischen Schilderungen von Land und Leuten, die den Roman erträglich gemacht haben. Duong Thu Huong muß ich in Zukunft echt nicht mehr lesen!